Landkarte Guinea mit Einsatzgebiete von SAM global

Guinea

Afrika

Einsatzland
Guinea

Guinea in Westafrika ist reich an Bodenschätzen wie Bauxit, Gold und Eisenerz – und trotzdem eines der ärmsten Länder der Welt. Viele junge Menschen sehen kaum Perspektiven und suchen ihr Glück in der Hauptstadt oder im Ausland. Seit über 40 Jahren setzt sich SAM global in Guinea für Bildung, Gesundheit und bessere Lebensgrundlagen ein.

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Guinea

… im Vergleich mit der Schweiz

6.00

×

so gross wie die Schweiz

15.0

Schweiz:
9.1
Einwohnerzahl in Millionen

179

.

Schweiz:
2
.
Rang im Human Development Index (von 193 Ländern)

62

Schweiz:
227
Bevölkerungsdichte in Einwohner pro km2

1722

Schweiz:
115620
Bruttoinlandprodukt pro Kopf in $ / Jahr

SAm Globals
Unterstützung

Ende 1981 trafen die ersten SAM global-Mitarbeitenden in Guinea ein, um in einer abgelegenen Kleinstadt auf Einladung der Regierung ein Pionierprojekt zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose zu starten. Das Projekt dehnte sich auf die ganze Waldregion Guineas aus und andere Teilprojekte kamen dazu – zum Beispiel Basismedizin, Augenarbeit, Rehabilitation von behinderten Leprapatienten und Bekämpfung von HIV/AIDS. In der Hauptstadt Conakry entstand zudem ein Gästehaus und ein Büro für Administration. 2001 wurde das Projekt ActionVIVRE gestartet, das vor allem unter dem Volk der Peul in Mittelguinea arbeitet. In Zusammenarbeit mit der Kirche engagiert sich SAM global zudem in den Bereichen Pastorenausbildung, Arbeit unter Kindern und Jugendlichen und Alphabetisierung. Guinea ist heute das Land mit den meisten Projekten und Mitarbeitenden von SAM global.

Unsere

Hauptprojekte

Accueil & Admin

Perspektive im Grossstadtdschungel

ActionVIVRE Nord

Bessere Bildungschancen für die ländliche Bevölkerung

ActionVIVRE Süd

Bessere Bildungschancen für die ländliche Bevölkerung

ProAGRO Guinea

Mit Landwirtschaft Lebensgrundlagen verbessern

ProAVENIR

Eine Schule bringt Hoffnung

ProESPOIR

Hoffnung für HIV-, TB- und Lepra-Kranke!

ProTIM2-2-2 Conakry

Mit Bildung Leben zum Blühen bringen

ProTIM2-2-2 Kissidougou

Mit Bildung Leben zum Blühen bringen

ProTIM2-2-2 Nord

Nicht mehr unnötig sterben!
Unsere Vision: 
Mit Bildung Leben verändern!

Über das Land
Guinea

Situation im Land

Guinea wurde 1958 von Frankreich unabhängig. Danach folgten Jahrzehnte mit autoritären Regierungen, Putschen und Militärherrschaft. Im September 2021 übernahm das Militär unter Mamadi Doumbouya erneut die Macht. Im September 2025 wurde per Referendum eine neue Verfassung angenommen, im Dezember 2025 wurde Doumbouya zum Präsidenten gewählt. Kritische Stimmen bemängeln, dass die Meinungs- und Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt ist.

Wirtschaftlich leidet Guinea an der allgegenwärtigen Korruption, die verhindert, dass die Bevölkerung vom Rohstoffreichtum des Landes profitieren kann. Viele Bereiche, so auch die Grund- und Berufsbildung, sind schlecht ausgebaut. Das Gesundheitswesen ist seit der Ebola-Epidemie von 2014 bis 2016 weiterhin fragil. Die Infrastruktur (Strassen, Wasser- und Stromversorgung, Abfallentsorgung, Abwassersystem etc.) ist in einem prekären Zustand und vielerorts kaum vorhanden. Die schwierige wirtschaftliche Lage treibt viele junge Menschen in die überfüllte Hauptstadt Conakry oder auf den gefährlichen Weg nach Europa.

Herausforderungen: Armut, Ausbildung und Gesundheitsversorgung

Fast die Hälfte der Bevölkerung Guineas lebt unter der Armutsgrenze. Auf dem Human Development Index der UNO (Index der menschlichen Entwicklung, kurz HDI) belegt Guinea Rang 179 von 193 Ländern. Nur knapp die Hälfte der Erwachsenen kann lesen und schreiben. Das Schulsystem ist ungenügend, und ausserhalb von Gymnasium und Universität, die viele nicht schaffen, gibt es viel zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten. So herrscht vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Perspektivenlosigkeit. Das grosse Ziel vieler Jugendlicher ist daher, nach Europa zu kommen oder, falls dies nicht möglich ist, in die überfüllte Hauptstadt Conakry zu ziehen.

In vielen Dörfern gibt es überhaupt keine medizinische Versorgung, und die Reise bis zum nächsten Spital kann mehrere Tage dauern. AIDS und Tuberkulose sind weit verbreitet. Viele Menschen sterben an Krankheiten, die in Europa längst heilbar sind. Oft fehlt es an Wissen über Krankheiten und geeignete Präventionsmassnahmen. Für das Gesundheitswesen sind kaum Finanzen vorhanden. Guinea zählt zudem zu den Ländern mit der höchsten Rate an Genitalverstümmelungen: Gemäss UNICEF sind über 90 % der Frauen davon betroffen.

Glaube und Religion

Ein Grossteil der Guineer sind Muslime und in den meisten Ortschaften steht eine Moschee. Daneben ist in Guinea die animistische Weltanschauung weit verbreitet und wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus: Statt zum Arzt geht ein Guineer mit einem kranken Kind zum Beispiel oft zu einem Zauberdoktor, da er glaubt, dass der Grund für die Krankheit in der unsichtbaren Welt liegt. Zudem ist die Angst vor Geistern überall und ständig präsent.

Eine Folge dieser beiden Religionen ist der Fatalismus: Da sie glauben, dass alles von der unsichtbaren Welt vorbestimmt ist, wird wenig Verantwortung für das eigene Leben übernommen – wenn etwas nicht klappt, dann wollte Allah oder die Geisterwelt das nicht. Das führt dazu, dass sich viele bei Misserfolg schnell entmutigen lassen und kaum Veränderung anstreben.

Rund 5 % der Bevölkerung nennen sich Christen, ca. 2 % davon sind katholisch. Obwohl offiziell Religionsfreiheit herrscht, werden Muslime, die sich für das Christentum entscheiden, oft ausgegrenzt und verfolgt.