Die Situation im Norden von Kamerun scheint sich immer weiter zu verschlechtern. Wieder leeren sich Dörfer, weil die Bevölkerung wegzieht. Die ständigen Überfälle im Grenzgebiet sind entmutigend und zermürbend.
Immer wieder kommt es zu Entführungen mit Lösegeldforderungen. Manche Entführte kommen nicht mehr zurück, wenn die Familie das Geld nicht aufbringen konnte oder die Entführten unter den wohl prekären Lebensbedingungen gestorben sind. Aber es kommt auch vor, dass Entführte fliehen können. Nur hie und da werden Banditen oder Mitglieder der Extremisten gefasst.

Die Frauen schliessen sich zusammen und arbeiten tapfer
Im Witwenprojekt (Femmes d’Espoir) konnten dieses Jahr wegen Problemen mit der Geldüberweisung bis jetzt nur vier neue Gruppen gegründet werden. Zurzeit treffen sich die Witwen in 52 Gruppen (zu je 12 Frauen). Wenige Gruppen sind geschrumpft, weil einige Witwen geheiratet haben oder weggezogen sind.
Der Schwerpunkt dieses Jahr liegt in Projekten, in welchen sich die Witwen zusammenschliessen und gemeinsam ein «kleines Unternehmen» aufbauen. In der Region Mokolo pachteten die Frauen ein Feld, in Mora konnte ein Feld gekauft werden. In schwierigen Umständen Licht verbreiten An beiden Orten wurden Erdnüsschen gepflanzt. Diese sollen nach der Ernte verarbeitet werden: je nach Sorte zu «Mandawatschi » (geröstet mit ein wenig Salz als kleine Portion zu knabbern), Öl (und aus den Rückständen knusprige frittierte Stengel) oder Erdnuss- Butter. Die eiweisshaltigen Stauden werden an Tiere verfüttert. Wir hoffen auf eine ausgewogene Regenzeit, damit es eine gute Ernte gibt. Bis jetzt sieht es gut aus. Nun geht es noch darum, wo und wie die Produkte verkauft werden. Die Abklärungen laufen.

Herbe Rückschläge
Andere Gruppen haben sich auf die Mast /Aufzucht von Schweinen, Schafen und Ziegen spezialisiert. Sie haben einige Tiere durch Krankheit oder Diebstahl verloren. Eine Gruppe hatte ihr privates Handelsgut in einem Gebäude auf einem Mark eingeschlossen und gehofft, dass es dort sicherer sei als zu Hause. Nun wurde der dortige Markt bei einem Überfall abgebrannt.
Einheimische Leitung
Habiba, die neu angestellte Buchhalterin, hat ein gut kontrollierbares System eingeführt. So ist es nun übersichtlicher und besser überprüfbar, in welchem Bereich die Finanzen fliessen. Das erleichtert auch das Erstellen des Budgets. Esther, welche die Administration macht, hat sich schon recht gut eingearbeitet. Sie kümmerte sich um die offizielle Anerkennung der «Femmes d’Espoir» als Verein, was einiges an Zeit und Nerven kostete. Nun muss noch genauer geklärt werden, wer welche Verantwortung in der Leitungsaufgabe übernimmt. Das sollten möglichst einheimische Frauen sein, denn wir möchten, dass der Verein finanziell und personell unabhängiger von SAM global/Rings of Hope wird.
Col.Pro.Ma (Collège Protestant de Maroua)
Wir freuen uns über die überdurchschnittlichen Resultate beim BEPC (entspricht ungefähr Sekundarschulabschluss bei uns) von 81,33% bestandener Abschlüsse. Die Schule liegt auf dem 13. Rang (von 308) in der Region.
Das Examen der Matura haben 38,46 % der Schülerinnen und Schüler bestanden. Dieses Resultat liegt über dem regionalen (31,29%), aber unter dem nationalen Durchschnitt (48,12%). Der Bau von acht weiteren Klassensälen konnte begonnen werden. Ziel ist, dass jede Klasse separat geführt werden kann.

ISTEM (Institut Supérieur de Théologie à Maroua)
Der Direktor und der Studienleiter sind mit ihren Familien in die neu gebauten Häuser umgezogen. Die Bauarbeiten gehen weiter: ein Brunnen, Unterkünfte für die Studierenden und die Fertigstellung der Umzäunungsmauer sind im Gang.
Helen M.
Ein Lichtblick für die Menschen
Das Gesundheitszentrum in Bouk ist seit Juli 2025 in Betrieb. Schon seit einem Jahr kann die Bevölkerung dieser Gegend auf die Versorgung in ihrem «Centre de Santé Lumière» zählen! Dies ist besonders ermutigend für die Umsiedler, die sich wegen des andauernden Terrors im Äussersten Norden immer zahlreicher in dieser Gegend niedergelassen haben. Die Klinik liegt zwar an der Nord-Süd- Durchgangsstrasse des Landes, aber die Teerstrasse hat auf rund 150 km bald mehr Löcher als Teer, was die Transporte und Besuche des Supervisionsteams des Oeuvre Médicale mühsam macht. Es gibt noch einige Bauarbeiten, die abzuschliessen sind. Kurz vor der Regenzeit wurde der Eingangsbereich fertiggestellt. Nun ist die Zufahrt auch nach starken Regenfällen unproblematisch.

Die beste Botschaft aller Zeiten teilen
Das Al Massira Team in Kamerun plant neue Schulungen, um Gruppenleiter für die Benützung des wertvollen Programms auszubilden. Konkrete Termine müssen noch festgelegt werden. Auch im Tschad helfen die kameruner «Trainer», wie die Ausbilder genannt werden. So fand Anfang Juli eine Schulung in Ndjamena statt, bei der Ayouba von Maroua aus angereist ist und einen wichtigen Dienst als Trainer, Techniker und in der Unterstützung des noch weniger erfahrenen tschadischen Teams geleistet hat. Ich habe von Deutschland aus mitgeplant und vorbereitet sowie online in den Unterricht reingehört und einige Kurse erteilt. So wurden 28 Personen geschult und motiviert, um ihren Nachbarn die beste Botschaft aller Zeiten auf gute Art weiterzugeben.
Hanna W.

Herzlichen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung!
Andreas Zurbrügg, Länderverantwortlicher Sahel




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