Landkarte Kamerun mit Einsatzgebiete von SAM global

Kamerun

Afrika

Einsatzland
Kamerun

Kamerun wird auch als «kleines Afrika» beschrieben, weil hier alle wesentlichen Klimazonen des Kontinents vorgefunden werden: Meeresküste und tropischer Regenwald im Süden, Savanne in den zentralen Regionen, Berge und Wüste im nördlichen Zipfel. Leider wurde das Land durch einen blutigen Bürgerkrieg im Westen und infolge jihadistischer Anschläge im Norden in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen.

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Kamerun

… im Vergleich mit der Schweiz

12.00

×

so gross wie die Schweiz

29.8

Schweiz:
9.1
Einwohnerzahl in Millionen

155

.

Schweiz:
2
.
Rang im Human Development Index (von 193 Ländern)

63

Schweiz:
227
Bevölkerungsdichte in Einwohner pro km2

1984

Schweiz:
115620
Bruttoinlandprodukt pro Kopf in $ / Jahr

SAm Globals
Unterstützung

1953 begannen Mitarbeitende der Vereinigten Sudan Mission in der Region «Extrême Nord» verschiedene Angebote für die Bevölkerung aufzubauen: medizinischer Dienst, Literaturarbeit, Schulbildung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Erwachsenenbildung, Brunnenbau und Kleingewerbeförderung. Mit diesen Projekten wuchs auch die heutige Partnerkirche UEEC, welche aktuell über rund 700 Gemeinden und knapp 100'000 Mitglieder verfügt.

SAM global unterstützt die Kirche in zahlreichen Arbeitsbereichen, insbesondere jedoch die Gesundheitsarbeit des Oeuvre Medicales, den Aufbau einer Oberstufenschule Col.Pro.Ma sowie die höhere theologische Ausbildung am ISTEM. Dies geschieht durch finanzielle Hilfe wie auch mit Beratung und Experteneinsätzen.

Unsere

Hauptprojekte

ProSALAAM

Für ein Leben in Frieden
Unsere Vision: 
Mit Bildung Leben verändern!

Über das Land
Kamerun

Situation im Land

SAM global arbeitet hauptsächlich im Norden Kameruns, in der Region «Extrême Nord» (Hoher Norden). Die Bedingungen dort sind hart – aufgrund der hohen Temperaturen und des geringen Niederschlags erleidet die Region alle zwei bis fünf Jahre eine Dürre. Seit 2014 ist Boko Haram im Extrême Nord aktiv. Immer wieder werden Dörfer geplündert und junge Menschen entführt.

Die Bedrohungslage sowie die schwierigen klimatischen Verhältnisse im Norden haben in den letzten Jahren zu einem Flüchtlingsstrom beziehungsweise einer Umsiedlungsbewegung in zentraler gelegene Regionen geführt.

In den englischsprachigen Regionen im Nordwesten und Südwesten herrscht seit 2017 ein bewaffneter Konflikt zwischen Separatisten und Regierungskräften. Im Osten, an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik, kommt es immer wieder zu Entführungen mit hohen Lösegeldforderungen. Präsident Paul Biya regiert das Land seit 1982. Nach der umstrittenen Wahl im Oktober 2025, bei der er für eine achte Amtszeit bestätigt wurde, kam es zu Protesten mit Todesopfern. Die Regierung verfügt entweder nicht über die nötigen Mittel oder nicht über den nötigen Willen, um die Konflikte im Land wirkungsvoll zu lösen.

Herausforderungen: Armut, Schulsystem, Gesundheitswesen und Korruption

37.5 % der Kamerunerinnen und Kameruner leben unter der Armutsgrenze, ein Grossteil davon im Norden. Die meisten der Bewohner Nordkameruns leben von der Landwirtschaft, aber aufgrund der schlechten Bedingungen sind die Erträge klein und die Nahrung oft knapp – immer wieder kommt es zu Hungersnöten. Zahlreiche Männer ziehen deshalb auf der Suche nach Arbeit in den Süden und lassen ihre Familien zurück. Aufgrund ihres tiefen Ausbildungsniveaus und der vorherrschenden Arbeitslosigkeit in den Städten müssen sich viele mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten – und können so auch ihre Familien im Norden nicht unterstützen.

Es gibt in Kamerun zwar für alle zugängliche öffentliche Schulen, die Qualität ist jedoch mangelhaft. Daher schickt jeder, der über die nötigen Mittel verfügt, seine Kinder in Privatschulen. Ganz ähnlich sieht die Situation im Gesundheitswesen aus. Die staatlichen Gesundheitszentren sind nur spärlich ausgestattet und werden durch private, teilweise subventionierte Stationen ergänzt, um zumindest eine minimale medizinische Grundversorgung sicherzustellen.

Eine der grössten Herausforderungen in Kamerun ist die Korruption: Sie durchdringt heute jedes öffentliche Amt und jeden Bereich des öffentlichen Lebens.

Glaube und Religion

Mit 70 % ist der Anteil der Christen in Kamerun relativ hoch, die meisten von ihnen sind Katholiken. Viele vermischen aber ihren Glauben mit animistischen Bräuchen. Die zweitgrösste Gruppe sind Muslime, die vor allem im Norden des Landes wohnen. Seit durch Boko Haram ein radikaler Islam die Region beeinflusst, haben sich zahlreiche Muslime dem christlichen Glauben zugewandt. Die damit neu entstandenen Gemeinschaften werden von der islamischen Gesellschaft verstossen; sie tun sich aber auch schwer, sich in traditionelle christliche Gemeinden zu integrieren. Diese Frauen und Männer stellen somit eine besonders verletzliche Minderheit dar.

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