Kambodscha

Freude über viel persönliches Wachstum

24.7.2026
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10
Min.
Vier Mädchen in Schuluniform lesen je zwei und zwei in einem Buch

«Das hätte ich mir nie vorstellen können.» Diesen Satz höre ich nicht zum ersten Mal bei Lighthouse. Diesmal sagte es Reaksmey, Learning Programm Managerin und Universitätsstudentin im vierten Studienjahr. Sie war nach der neunten Klasse ins Living Programm von Lighthouse Pursat aufgenommen worden.
Reaksmey war damals sehr scheu und sprach nur wenig. Nach der Highschool begann sie zu studieren und als Trainee in Battambang mitzuarbeiten. Inzwischen leitet sie seit zwei Jahren das Learning Programm in Battambang, führt Gespräche mit Schüler/innen, leitet Trainees an und hält Reden an Schuljahreseröffnungs- oder -abschlussfeiern. Zudem koordiniert sie die Zusammenarbeit von Lighthouse mit der Highschool und den Universitäten, die die Schüler/innen und Trainees in Battambang besuchen. Das bereitet ihr grosse Freude: «Ich kann andere in ihrem Wachstum unterstützen und gleichzeitig meine eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln. Mein Selbstvertrauen ist gewachsen und ich übe viele soziale Kompetenzen, z.B. im geduldigen Dranbleiben beim Begleiten der Schüler/innen und in der Kommunikation.» Sie lächelt: «Als ich ein Teenager war und Menschen vor einer Gruppe sprechen sah, wünschte ich mir, das auch einmal zu tun. Ich glaubte aber nicht daran und bin so dankbar, dass Lighthouse mir das ermöglicht hat.»

Reaksmey präsentiert die im Euipping Programm entstandenen Produkte

Ein gutes Einkommen auch ohne Uni-Abschluss

Ab Oktober wird Reaksmey das Learning Programm abgeben und die Leitung des Equipping Programms in Battambang übernehmen, das sich als eigenes Programm noch im Aufbau befindet. Schon in den ersten Jahren von Lighthouse konnten Schüler/innen Produkte herstellen und verkaufen. Seit diesem Schuljahr gehören solche Aktivitäten zum «Equipping Programm». Sandra G., die Leiterin von Lighthouse Kambodscha, sagt darüber: «Ich bin begeistert, dass wir mit dem Equipping Programm darauf hinarbeiten, Jugendlichen und jungen Erwachsenen praktische Fähigkeiten zu vermitteln und sie dabei zu unterstützen, in ihren Stärken zu wachsen. Seit ich in Kambodscha bin, schmerzt es mich zu sehen, dass fast nur der akademische Weg über ein Universitätsstudium gute Chancen bietet, später ein sicheres Einkommen zu erwirtschaften. Wir stehen erst in den Anfängen und experimentieren mit verschiedenen Möglichkeiten, indem unsere Programmteilnehmenden diverse Produkte herstellen und erste Erfahrungen im Verkauf sammeln. In Zukunft möchten wir das Programm etablieren, für die praktische Ausbildung mit Partnerbetrieben zusammenarbeiten und Programmteilnehmende auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Im gemeinsamen Unterwegssein wollen wir auch im Equipping Programm christliche Werte vermitteln und die Liebe Gottes greifbar machen.»
Bisher hergestellte Produkte könnt ihr z.B. am SAMfest am 15. August erstehen oder euch bei Lukas B. danach erkundigen.

Ein Trainee beim Schleifen von Kokosschalenanhängern

Die richtige Person am richtigen Ort

Motiviert von den Zielen im Equipping Programm hat Reaksmey nicht lange überlegen müssen, als sie von Bophal, Projektleiterin bei Lighthouse Battambang, für diese neue Aufgabe angefragt wurde. Sie stellt sich der neuen Herausforderung und ist gleichzeitig daran, die Leitung des Learning Programms an Sreynin zu übergeben, die bisher noch Trainee ist und dort sehr engagiert und zuverlässig mitarbeitet. Was möchte Reaksmey ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben? «Natürlich möchte ich sie gut in alle Aufgaben einführen, aber ihr genauso meine Haltung im Umgang mit den Menschen vermitteln. Mein Engagement für die Schüler/innen und Trainees ist keine «Pflichterfüllung», sondern kommt von Herzen, weil ich sie gernhabe und sie mir am Herzen liegen.»

Junge und sehr engagierte Leiterinnen

Projektleiterin Bophal betont, wie wichtig es ihr ist, die richtigen Mitarbeitenden und Trainees am richtigen Ort einzusetzen. Welche Aspekte beachtet sie, wenn sie neue Verantwortungsbereiche vergibt oder es um Verschiebungen von Positionen innerhalb des Teams geht? «Ich überlege mir einerseits, was das Projekt braucht und wer diese Bedürfnisse abdecken kann. Auf der anderen Seite schaue ich bei einer Person, wofür ihr Herz schlägt, wo ihre Leidenschaft liegt und ob ich annehmen kann, dass dies nicht nur ein Strohfeuer ist, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten wird. Lernbereitschaft ist wichtig und ein gewisses Talent ist natürlich wünschenswert, wobei sich dieses mit der Übung noch entwickeln kann.» Bis zur Übergabe an Reaksmey hat Bophal das Equipping Programm selbst geleitet und meint dazu: «Die Zusammenarbeit im Team hat mich immer wieder gefreut und auch, dass ich dabei selbst viel Neues gelernt habe, zum Beispiel aus Online-Videos, und dies dann andern beibringen konnte.» Was wünscht sie sich für die Zukunft? «Ich hoffe, unser Angebot ausbauen, spezifischere Ziele formulieren und verfolgen zu können. Auch möchten wir es noch breiter öffnen und mehr jungen Menschen zugänglich machen.»
Anna B.

Salt Academy – Auswirkung von ermutigenden Worten

Im Dezember 2025 befanden wir uns in der Salt Academy Battambang mitten in einer hektischen Rekrutierungsphase. Unser Ziel war es, eine Gruppe von 25 Mädchen für unser «Mighty Girls»-Programm aufzubauen, in dem ich als Torhütertrainerin, Lehrerin, grosse Schwester usw. tätig bin.
Eines der Mädchen, die wir rekrutiert haben, ist Abi. Sie kommt aus einem abgelegenen Dorf ausserhalb von Battambang, ist erst 14 Jahre alt und damit eine der jüngsten in unserem Programm. Abi ist klug, hilfsbereit und dankbar, dass sie dank unserem Programm an einer ausgezeichneten Privatschule in Battambang lernen kann. Sie kommt immer pünktlich (was bei Teenagern in Kambodscha ziemlich selten ist) und bringt sich zu 100 % in all unsere Aktivitäten ein. Es ist eine grosse Freude zu sehen, wie fleissig sie lernt, aber auch, wie sie jeden Mittwochmorgen etwas über Jesus hören möchte. Sie bringt ihr Notizbuch mit, stellt Fragen zum gelesenen Text und schreibt einige Verse ab, um sie die Woche über bei sich zu haben.

Begabte junge Fussballerinnen

Vor kurzem hatten wir einen einwöchigen Kurs zum Thema Fussball mit einer Mannschaft aus Indonesien. Abi war so glücklich, mit ihnen auf dem Fussballplatz trainieren zu können. Sie spielt erst seit sieben Monaten bei uns, aber sie versteht das Spiel, spielt schnell, kraftvoll und schiesst viele Tore! Und sie harmoniert gut mit ihren Teamkolleginnen. Während des Trainings sagte eine der Trainerinnen zu Abi: «Du hast viel Potenzial. Träume gross! Ich möchte dich in ein paar Jahren in der kambodschanischen Nationalmannschaft spielen sehen. Du schaffst das! Trainiere weiter fleissig, lerne in der Schule und vertraue auf Gottes guten Plan für dein Leben.» Als Abi das hörte, konnte ich das freudige Leuchten in ihren Augen sehen. Es war vielleicht das erste Mal in ihrem ganzen Leben, dass ihr jemand so etwas sagte. Das hat mir ein neues Verständnis dafür gegeben, wie tiefgreifend Worte des Segens und der Ermutigung das Leben eines Menschen beeinflussen und ihm helfen können, Hoffnung und einen Sinn zu finden – und vor allem Gottes Liebe zu spüren.
Lauriane L., Mighty Girls Assistenzleitung

Spira Consulting offiziell registriert

Bei Spira Consulting in Siem Reap fördern wir das Potenzial kambodschanischer Führungskräfte und Teams.
Auf der Basis christlicher Werte begleiten wir Menschen durch massgeschneiderte Leiterschaftstrainings und Coachings, damit sie ihre Berufung und Stärken wirksam einsetzen können.
Hinter uns liegen bewegende Monate. Der grösste Schritt: Spira Consulting ist nun offiziell als kambodschanische Firma registriert. Dies öffnet uns langfristig neue Türen.

Fingerabdruck bei der Registration

Auch inhaltlich entwickeln wir uns weiter. Den bewährten KEYS-Persönlichkeitstest bieten wir nun auch für Teams an. So begleiten wir nicht nur Einzelpersonen, sondern bringen ihre Stärken in die Zusammenarbeit ein. Das Ziel: Teams, in denen Gaben bewusst genutzt werden und jeder einen passenden Beitrag leisten kann. Besonders freut uns die Entwicklung unserer Mitarbeiterin Saifong. Wir haben viel in sie investiert und sehen deutliches Wachstum. Sie tritt selbstständiger und selbstbewusster auf, übernimmt Verantwortung und geht aktiv auf Kunden zu. Als erste Kambodschanerin hat sie das KEYSTraining absolviert und kann diesen Ansatz nun als lokale Beraterin nach Kambodscha bringen.

Die erste zertifizierte kambodschanische KEYS-Aktivatorin


Aktuelle Kommunikationstrainings und interaktive Team-Events halten uns auf Trab. Wir arbeiten mit sehr unterschiedlichen Branchen zusammen, vom Coffeeshop bis zur Klinik. Jedes Training zeigt uns neu, wie wertvoll diese Investition in Menschen ist.
Miriam und Laurent I.

Fit2Work – Menschen befähigen

Mit dem Programm Fit2Work unterstützen wir als SAM global Menschen dabei, eine nachhaltige berufliche Perspektive aufzubauen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Das Programm umfasst drei Bereiche: praxisnahe Kurzlehren, Business-Schulungen sowie gezielte Unterstützung für vielversprechende Kleinunternehmen durch Coachings und Startkapital.
Spira Consulting arbeitet in diesem Bereich und wir begleiten in Kambodscha derzeit drei lokale Business-for-Transformation-Initiativen (B4T). Eine davon ist Cut&Fix: Chey ist ein junger Vater und talentierter Gärtner mit handwerklichem Geschick. Sein Traum vom eigenen Unternehmen war jedoch blockiert wegen fehlendem Kapital und mangelndem Know-how. Gemeinsam entwickelten wir einen Plan: Mit einer Anschubfinanzierung konnte er Werkzeuge und Material anschaffen. Gleichzeitig stand und steht ihm ein Business-Coach zur Seite, der ihn Schritt für Schritt beim Aufbau seines Unternehmens begleitet.

Dank Anschubfinanzierung und Coaching zum erfolgreichen Unternehmer

Heute bietet Cut&Fix gefragte Garten- und Renovationsarbeiten für Hotels, Restaurants und Privatkunden an. Den vereinbarten Teil der Anschubfinanzierung hat Chey vollständig zurückbezahlt. Dieses Geld wird «recycliert» und fliesst nun in die Förderung weiterer engagierter Unternehmerinnen und Unternehmer in Kambodscha – so ermöglicht es neue unternehmerische Initiativen.
David Keller, Länderverantwortung Asien

Ausbildung für eine sichere Zukunft

Seit Ende letzten Jahres haben wir im ProSEREY ein neues Programm mit SAM global gestartet - es heisst Fit2Work und soll Menschen aus finanzieller Bedürftigkeit oder ausbeuterischen Verhältnissen herausführen.
Das ist ein grosses Bedürfnis, wie das folgende Beispiel zeigt:

Eines Tages bekam unser Team einen Anruf von einer Frau aus einem der Dörfer, in denen wir arbeiten. Sie hatte von unserer Arbeit gehört und erzählte uns von ihrer Tochter, die in einem Casino arbeitete. Uns haben vorher schon Berichte erreicht, dass junge Frauen mit normalen Jobs in Casinos beginnen und später dann zu mehr gezwungen werden können. Diese Casinos sind in Kambodscha selten legal und bergen somit die Gefahr, dass Menschen ausgebeutet werden. Also haben wir für die 17-jährige Tochter einen Ausbildungsplatz bei einem unserer Partner in Siem Reap gesucht und gefunden. Glücklicherweise konnte sie das Casino ohne Probleme verlassen. In diesem zweijährigen Programm lernt sie nun verschiedene Techniken für die Landwirtschaft.

Ausbildung in Landschaftsgärtnerei und Landwirtschaft

Diese Chance ist für sie unglaublich wertvoll, da sie nun bessere Aussichten auf eine stabile und sichere Zukunft hat. Sie möchte auch mehr vom Glauben erfahren, was uns natürlich freut. Freiheit auf allen Ebenen – das ist unsere Hoffnung für sie und alle Menschen hier.
Julius & Katharina D.

SAM global
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