Brasilien

Den Mitarbeitenden Sorge tragen

27.10.2026
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4
Min.
Gruppenfoto von Pastoren und Mitarbeitenden vor einem grünen Vorhang mit Holzkreuz

In den vergangenen Jahren haben wir zunehmend festgestellt, dass viele Pastoren und Mitarbeitende aus meist städtischen Gemeinden, die ihren Dienst im Landesinneren des Sertãos tun, sehr müde und teilweise auch entmutigt sind. Immer wieder erleben wir, dass Einzelne aufgrund dieser Belastungen ihren Dienst niederlegen und nach Hause zurückkehren.

Aus dieser Beobachtung heraus begannen wir im Januar 2025 mit den Aktivitäten von «Cuidar» (Member Care). Es entstanden Möglichkeiten für Begleitung, Weiterbildung, Erholung und Regeneration. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit sind Partnerschaften mit Organisationen, die im Bereich Member Care tätig sind. So konnten wir beispielsweise die Zusammenarbeit mit FERMATA, einer Initiative zur Jüngerschaft und Stärkung von Leitenden, weiter ausbauen.

Eine weitere Partnerschaft entstand mit CQC (Cuidando de Quem Cuida – Für diejenigen sorgen, die für andere sorgen). CQC ist ein Netzwerk von Erholungshäusern, die ausgesandten Mitarbeitenden im geistlichen Dienst für Auszeiten, die sie sich sonst nicht leisten könnten, zur Verfügung stehen. Allein in diesem Jahr konnten mindestens drei Familien in Häusern des CQC sowie in der Wohnung von ProSERTÃO in Teresina aufgenommen werden.

Ein weiteres Angebot, das wir derzeit innerhalb dieses Arbeitsbereichs aufbauen, ist ein Netzwerk mit Freunden und Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen. Grundsätzlich steht das öffentliche Gesundheitssystem in Brasilien allen Menschen kostenlos zur Verfügung. Allerdings ist der Zugang zu spezialisierten Fachärzten und Untersuchungen nicht immer einfach oder zeitnah möglich. Das private Gesundheitssystem, beziehungsweise eine private Krankenversicherung wiederum ist für viele ausgesandte Mitarbeitende finanziell kaum tragbar. Deshalb möchten wir gemeinsam mit Freunden aus dem Gesundheitswesen ein Netzwerk aufbauen, das ihnen einen einfacheren und schnelleren Zugang zu Ärzten und medizinischen Fachpersonen ermöglicht.

Jede dieser Massnahmen bekräftigt unser Anliegen, dass Mitarbeitende, die einen Dienst im Landesinnern leisten, dies bei guter Gesundheit und mit Freude tun können.

Parallel zu diesen Massnahmen bereiten sich Mitarbeitende von ProSERTÃO an der FERMATA-Schule auf die Begleitung und Fürsorge von ausgesandten Mitarbeitenden im Reich Gottes vor. Dort erwerben und vertiefen sie Kompetenzen, die sie für diesen wichtigen Dienst benötigen.

«Die Wüste blüht auf»

Im Jahr 2023 feierten wir unter diesem Motto das zehnjährige Jubiläum von ProSERTÃO. In diesem Sommer durften wir den zweiten Kongress durchführen. Die über 150 Teilnehmenden kamen aus sechs verschiedenen brasilianischen Bundesstaaten und aus zwei weiteren Ländern. Darüber hinaus waren neun Organisationen mit einem eigenen Stand vertreten.

Kongressteilnehmende stöbern an einem Büchertisch
Bücherstand am zweiten ProSERTÃO-Kongress

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Unser Kongress ist die einzige interdenominationale Veranstaltung dieser Art in der gesamten Region. Das gibt uns eine besondere Bedeutung, bringt aber gleichzeitig auch eine grosse Verantwortung mit sich. Während des Kongresses boten wir verschiedene Seminare an. Unter anderem referierten Beatrice R. und Hans Ulrich R.

Bea Ritzmann spricht am Rednerpult, daneben ein Übersetzer mit Mikrofon
Bea gibt ein Seminar

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Auch dieses Mal durften wir wieder eine Plattform für die Veröffentlichung von Büchern bieten. Unser Partnerverlag, der von der FEG Brasilien gegründet wurde, veröffentlichte drei Bücher von zwei Autoren. Zwei dieser Bücher wurden von Hans Ulrich R. auf Deutsch verfasst und mit unserer Unterstützung ins Portugiesische übersetzt.

Hans Ulrich Reifler signiert ein Buch an einem Tisch
Hans Ulrich signiert Bücher

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GAPs (Lücken) erkennen und gemeinsam angehen

Im Rahmen der 4. Lausanner Konferenz 2024 in Seoul wurde ein Konzept vorgestellt, bei dem es darum geht, Lücken und Herausforderungen zu identifizieren, die der Ausbreitung und Verankerung der Guten Nachricht entgegenstehen.

Wir haben dies am Kongress aufgegriffen und vier Bereiche definiert, in denen wir besondere Herausforderungen für die lokalen Gemeinden des Sertãos wahrnehmen: Vision für die Weitergabe der Guten Nachricht – Jüngerschaft – Sozialarbeit – nächste Generation.

Gemeinsam wurden Schwierigkeiten und Herausforderungen identifiziert und anschliessend mögliche strategische Schritte erarbeitet, um diese Lücken zu schliessen. Aus diesem Prozess haben wir wertvolle Analysen und zahlreiche Vorschläge der Teilnehmenden erhalten. Diese Ergebnisse werten wir derzeit aus und erarbeiten dann ein Dokument, das den Gemeinden langfristig dienen soll.

Kongressteilnehmende stehen in den Kirchenbänken und loben Gott mit erhobenen Händen
Lobpreis am Kongress

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Wachstum bringt neue Herausforderungen

Seit der Gründung ist ProSERTÃO stark gewachsen. Wir sind heute nicht mehr das kleine Projekt beziehungsweise die kleine Organisation, die sich hauptsächlich im «Familienkreis» führen lässt. Nach aussen hat ProSERTÃO viel Anerkennung und Vertrauen gewonnen. Gleichzeitig sind nach innen die Aufgaben und Verantwortlichkeiten deutlich gewachsen. Diese Entwicklung hat uns zu der Erkenntnis geführt, dass wir verstärkt an unseren internen Strukturen arbeiten müssen. Dazu gehören beispielsweise eine klare Geschäftsordnung sowie definierte Prozesse – etwa für die Aufnahme und Begleitung von neuen ProSERTÃO-Mitarbeitenden.

Wir sind dankbar, dass ProSERTÃO wächst und sich weiterentwickelt. Dennoch bleibt dieser Prozess anspruchsvoll und wir sind für die nächsten Schritte auf viel Weisheit, Gottes Führung und Gebet angewiesen.

Herzlichen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung.
Joel und Jéssica R. für das ProSERTÃO-Team

SAM global
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