Kambodscha

Hoffnung selbst in schwierigsten Situationen

3.11.2026
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9
Min.
Ein junger Mann steht vor einer einfachen Wellblechhütte auf dem Land

Im ProSEREY arbeiten wir mit Familien, die grossen Herausforderungen gegenüberstehen und besonders von Ausbeutung und moderner Sklaverei bedroht sind. Anhand des folgenden Beispiels geben wir euch einen Einblick in unsere Arbeit.

Die Familie von Kim (Name geändert) lebt in einem abgelegenen Dorf. Die Eltern verdienen etwas Geld mit Feldarbeit und Gelegenheitsjobs, aber das Einkommen reicht oft kaum für die Lebensmittel. Die Mutter versorgt ihre fünf Kinder und arbeitet gleichzeitig auf dem Feld. Hinzu kommen Schulden und die Alkoholprobleme des Vaters. Wenn er trinkt, beschimpft und bedroht er seine Frau und die Kinder. Es kam auch schon zu massiver körperlicher Gewalt. Die Familie lebt deshalb nicht nur in wirtschaftlicher Unsicherheit, sondern auch in Angst. Wenn eine Familie täglich ums Überleben kämpft, wieviel Kraft bleibt dann, um langfristig etwas zu verändern?

Kein Geld für die Behandlung

Schon einige Male haben wir diese Familie mit dem Notwendigsten unterstützt. Doch besonders durch regelmässige Hausbesuche wollen wir sie zu mehr Eigenverantwortung und langfristiger Veränderung führen. Ein Beispiel dafür ist die medizinische Versorgung ihres Sohnes Kim. Seit seiner Geburt hatte er ein Problem mit den Stimmbändern, was ihn stark beeinträchtigte. Der Familie fehlte schlichtweg das Geld für die Behandlung. 2025 konnten wir uns dann gemeinsam um einen Termin für den operativen Eingriff kümmern und für die Finanzierung sorgen. Nun kann Kim deutlich besser sprechen und hat somit mehr Chancen für seine Zukunft hier in Kambodscha.

Doch medizinische Hilfe allein schafft noch keine langfristige Perspektive. Kim hatte zunehmend Schwierigkeiten in der Schule und wollte aufgeben. Auch sein Vater drängte ihn, stattdessen arbeiten zu gehen. Gleichzeitig machte sich der Junge Sorgen um seine Mutter und die jüngeren Familienmitglieder, weil zu Hause oft das Essen fehlte.

Kim macht als Erster des Dorfes eine Ausbildung

Im Sommer 2026 begann Kim mit unserer Hilfe und mit der Unterstützung durch Fit2Work eine Coiffeurausbildung in Siem Reap. Er ist der erste junge Mensch aus diesem Dorf, der überhaupt irgendeine Art von Ausbildung macht! Und gemessen an den Umständen der Familie ist es keine Selbstverständlichkeit, dass seine Eltern das zulassen, obwohl er für sie im arbeitsfähigen Alter ist. Nun kann er berufliche Fähigkeiten erwerben und auf eine selbstständige Zukunft hinarbeiten – was für ein Segen!

Aber die Situation zu Hause bleibt schwierig. Im September bedrohte der Vater die Mutter sogar mit dem Tod. Sie hat grosse Angst und erlebt bislang wenig wirksame Unterstützung durch die örtlichen Behörden. Die Familie braucht daher weiterhin viel Begleitung durch uns.

Kinder in einem Klassenzimmer melden sich, vorne steht eine Lehrperson an der Wandtafel
Kindern Zugang zu Bildung und einer konkreten Ausbildung ermöglichen

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Auf dem Weg begleiten und ermutigen

Nachhaltige Veränderungen brauchen mehr als einzelne Hilfsmassnahmen. Durch unsere Arbeit lindern wir akute Not, stärken Familien und ermöglichen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung und einer konkreten Ausbildung. Dabei möchten wir Menschen ermutigen, selbst Verantwortung zu übernehmen und neue Perspektiven zu entwickeln. Das klingt immer so selbstverständlich und einfach, doch ist es das an vielen Stellen nicht. Wie an Kims Familie zu sehen ist, gibt es viele und oftmals für uns kaum ertragbare Herausforderungen.

Kinder sitzen auf dem Boden eines einfachen Hauses und hören aufmerksam zu
Jedes Kind ist wertvoll

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Doch unser christlicher Glaube prägt diese Arbeit und gibt Hoffnung. Wir beten regelmässig für die Familien und erzählen von Jesus und dem, was er für jeden von uns getan hat. Kims Familie erlebt unseren Glauben während unserer Begleitung und durch die kleine Lobpreisgruppe im Dorf. Noch haben sie die Gute Botschaft nicht erfasst und angenommen. Wir hoffen, dass sie eines Tages auch wahre Erneuerung durch Jesus Christus erleben werden.
Katharina und Julius D., Projektleiter ProSEREY

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Zu gesunden, starken Persönlichkeiten heranwachsen

Bei Lighthouse Pursat haben sich kürzlich gleich zwei Türen geöffnet, nach denen wir lange gesucht hatten. Einerseits konnten Narit und Mala mit ihren zwei Kindern, der Grossmutter und einigen Trainees in ein zusätzliches Mietshaus umziehen. Bisher hatten alle gemeinsam auf dem Campus gewohnt, was immer beengender wurde. Durch den Umzug gibt es der Familie etwas mehr Privatsphäre und für die Schüler/innen mehr Wohnraum.

Ein zweiter Wunsch hat sich bezüglich des Stundenplans der Schüler/innen erfüllt, zumindest für die sechs neuen Zehntklässler/innen. Bisher hatte der Schulunterricht der Schüler/innen in Pursat meist von 7 bis 19 Uhr gedauert mit einer nur sehr kurzen Mittagspause. Aber wir möchten den Jugendlichen ja nicht nur den Schulbesuch ermöglichen, sondern auch Zusatzunterricht als Ergänzung zu den regulären Schulfächern (z.B. Computer, Musik und Englisch) anbieten, sie bei den Hausaufgaben unterstützen und in Andachts- und Gemeinschaftszeiten auch persönlich mit ihnen unterwegs sein. Das ist mit so ausgefüllten Schultagen nur eingeschränkt möglich. Nun besuchen die Zehntklässler/innen einen neuen Lehrgang mit einer längeren Mittagspause und Unterricht nur bis 17 Uhr. Das Team freut sich sehr über die neuen Möglichkeiten – auch wenn es natürlich einen Zusatzaufwand bedeutet, weil die 11.- und 12.-Klässler/innen noch nach dem «alten» Stundenplan die Schule besuchen.

Mehrere Mädchen sitzen an einem Tisch und machen gemeinsam Hausaufgaben
Gemeinsam Hausaufgaben machen und lernen

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Sich einbringen und vielseitig wachsen

In Gesprächen kommt immer wieder zum Ausdruck, dass es die jungen Menschen schätzen, dass ihnen bei Lighthouse Pursat Interesse und Anteilnahme entgegenkommt und sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen und dadurch vielseitig wachsen können. Vandy (Name geändert) erzählt: «Als Trainee kann ich viel Neues erlernen und Verantwortung übernehmen.» Dazu gehört z.B. das Unterrichten von Zusatzlektionen oder das Begleiten der Schüler/innen in den täglichen Haushaltsarbeiten. «Das gibt mir auch ein besseres Verständnis der Gesellschaft und der Welt ausserhalb des Schulzimmers.» Sina erzählt: «Lighthouse Pursat ist wie eine Familie für mich. Als Schülerin war ich sehr dankbar, bei Lighthouse weiterhin zur Schule gehen und an einem sicheren Ort wohnen zu können. Wenn es mir nicht gut ging, erlebte ich oft, wie mir das, was ich in einer Andacht über Gott und das Leben mit ihm hörte, ansprach und mir half, mit neuem Mut weiterzugehen.»

Die Grossmutter von Narits Familie meint: «Eine der grössten Herausforderungen für junge Menschen in Kambodscha scheint mir nebst wenig Zugang zu Bildung der Druck, gute Schulleistungen zu erbringen.» Diesen Druck erleben wir oft bei Schüler/innen. Es ist eine zusätzliche Motivation, sie nicht nur im Lernen zu unterstützen, sondern auch in ihrer Entwicklung zu gesunden, starken Persönlichkeiten, die sich selbst kennen und zuversichtlich ihren Weg gehen.

Mädchen schreiben in einem Klassenzimmer konzentriert in ihre Hefte
Trotz des starken Regens sind fast alle Kinder zu unserem Zusatzunterricht gekommen

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Auch bei Lighthouse Kamping Puoy gibt es Neuigkeiten: Im gut besuchten täglichen Zusatzunterricht, den wir seit Januar anbieten, ist uns aufgefallen, dass viele Schüler/innen grosse Mühe mit Lesen haben. Darum bieten wir neu für 1.- bis 3.-Klässler/innen unterstützenden Leseunterricht an. Müheloses Lesen erleichtert das Lernen in fast allen Schulfächern und ist natürlich auch im späteren Leben ein grosser Gewinn.

Kinder spielen auf einem Schulhof vor einer blau bemalten Mauer
Spielen in der Pause

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Bei Lighthouse Battambang freuen wir uns, dass seit dem letzten Schuljahr deutlich mehr Schüler/innen der Nachbarschaft unseren Englisch- und Computerunterricht besuchen. Der «Kid’s Club» in der Bibliothek platzte aus allen Nähten, sodass wir eine Gruppe beim Mittagstisch zu unterrichten begannen. Aber Platzprobleme sind schöne Probleme!
Anna B., Lighthouse Kambodscha

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Auch in Kambodscha arbeiten wir mit der Fit2Work-Strategie, mit der wir Unternehmertum durch Ausbildung und Coaching fördern (siehe Bericht von Laurent und Miriam) und finanzielle Starthilfe leisten, wie bei Chey und seinem Unternehmen «Cut and Fix» (siehe Interview weiter unten).

Wenn Leiterschaft das Herz berührt

Kürzlich haben wir bei Spira Consulting spontan eine kleine Leiterschaftskonferenz durchgeführt. Eine Teilnehmerin war von Anfang an voll dabei. Während dieser Tage ging ihr vieles auf: warum Spannungen in ihrem Team so verlaufen, wie sie verlaufen, was zwischenmenschlich wirklich abgeht und welche Rolle sie selbst darin spielt.

Junge Erwachsene sitzen an einem Konferenztisch mit kleinen Fahnen und Laptops
Der Rahmen des Leiterschaftstrainings war klein, die gemeinsamen Tage umso wertvoller

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Sie blieb bei unserem Spira-Team, stellte unzählige Fragen, auch zum Glauben, und schüttete uns beim Reflektieren der Konferenzthemen ihr Herz aus. Wir konnten sie ermutigen, Schwierigkeiten anzusprechen, und mit ihr überlegen, wie sie das Gespräch angehen kann. Sie ging gestärkt, ausgerüstet und mit klaren Vorstellungen der nächsten Schritte nach Hause. Uns hat berührt, wie Gott in diesen Tagen ihr Herz erreicht hat.

Zwei junge Frauen im Gespräch, eine erklärt mit lebhaften Gesten
Warum verlaufen Spannungen in Teams so, wie sie verlaufen?

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Bei Spira Consulting fördern wir das Potenzial kambodschanischer Führungskräfte und Teams. Auf der Basis christlicher Werte begleiten wir Menschen mit Leiterschaftstrainings, Coachings und persönlicher Potenzialentwicklung (KEYS Test). So entdecken sie ihre Stärken und lernen, diese im Alltag einzusetzen.
Miriam und Laurent I., Projektleitung Leadership Training

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«Durch Fit2Work hat sich mein Leben völlig verändert»

Chey, wie sah dein Leben aus, bevor du dich selbstständig gemacht hast?
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Mein Leben damals als Angestellter war völlig anders – ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Einkommen war zwar stabil, aber es reichte gerade so für den Unterhalt der Familie. Ich musste sehr strikt budgetieren und konnte kein Geld auf die Seite legen.

Was war der Auslöser, diesen Job aufzugeben und den ersten Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
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Ich wollte mich weiterentwickeln und etwas Eigenes aufbauen. Sehr geholfen hat mir dabei ein Business-Coach, der mich motiviert hat, aber auch mein eigener Antrieb, etwas Neues zu wagen. Ganz entscheidend war zudem die finanzielle Starthilfe von SAM global.

Chey steht lächelnd vor einer Wand mit Werkzeugen und hält eine Maschine in der Hand
Dank Anschubfinanzierung und Coaching zum erfolgreichen Unternehmer

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Wäre der Start auch ohne diese finanzielle Unterstützung möglich gewesen?
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Um das Geschäft aufzubauen, brauchte ich eine professionelle Ausrüstung. Wenn ich das komplett ohne Hilfe von aussen hätte aufbringen müssen, wäre ich kaum vorangekommen. Die Starthilfe war entscheidend. Ich bin sehr dankbar und freue mich, dass ich den vereinbarten Betrag in den SAM global-Fonds zurückzahlen konnte.

Wie hat sich dein Unternehmen entwickelt und welche Rolle spielt dein Glaube in deinem Geschäftsalltag?
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Ich startete nur mit zwei Helfern. Heute, nach fast drei Jahren, habe ich fünf festangestellte Mitarbeiter. Mein Glaube spielt dabei eine grosse Rolle. Ich vertraue darauf, dass Gott in meinem Unternehmen wirkt. In Momenten, in denen ich mich schwach fühle, gibt er mir Kraft. Ich bete regelmässig für Gesundheit, Schutz und Führung.

Ein Motorrad zieht einen grünen Arbeitsanhänger, auf dem Mitarbeiter von Cut and Fix sitzen
Cut and Fix: Garten- und Gebäudeunterhalt sowie kleinere Bauten

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Wie hat sich das Leben für dich, deine Familie und dein Umfeld verändert, seit du das Unternehmen gegründet hast? Was freut dich am meisten?
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Ich habe gelernt, dass ich zu weitaus mehr fähig bin, als ich je gedacht hätte. Besonders freut es mich, dass ich jungen Menschen aus meiner Region sichere Arbeitsplätze bieten kann, mit denen sie für ihre Familien sorgen können. Für meine eigene Familie hat sich die finanzielle Situation stark verbessert. Wir haben genug für den Alltag, können Rücklagen bilden und unseren Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen. Ausserdem konnte ich meinen Eltern ein schönes kleines Haus bauen. Vorher haben sie in einem Holzhaus mit undichtem Dach gelebt. Ohne mein Unternehmen wäre all das niemals möglich gewesen.

So erfreuliche Entwicklungen durch den Einsatz von Fit2Work wünschen wir uns natürlich noch viele! Herzlichen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung.
David Keller, Länderverantwortlicher Kambodscha

SAM global
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