Sri Lanka

Safely arrived in Trincomalee at last

14.6.2021
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10
Min.

Eine turbulente Zeit liegt hinter uns. Aufgrund der Corona-Pandemie gestalteten sich die Reisevorbereitungen massiv komplizierter als gewohnt.

Gott sei Dank hatten Irene und Sven den Überblick. Sie fanden heraus, welche Papiere und Vorgehensweisen nötig waren und konnten einen guten Kontakt zu einer inländischen Reiseagentur aufbauen. Diese hat uns während der Vorbereitungen sehr unterstützt. Der ganze Visaprozess war ein Nervenmarathon. Einen Tag vor der geplanten Abreise am 6. Mai haben wir sie endlich bekommen! Allerdings konnten wir am geplanten Datum dann doch nicht abreisen. Wir waren bereits mit Sack und Pack am Flughafen, als wir hörten, dass Quatar Airways neu verlangte, dass auch Kinder einen PCR Test vorzuweisen hätten. Von dieser Regelung wussten wir nichts und standen am Check-In wie die Esel am Berg mit nur zwei PCR Tests für uns Erwachsene. So verschob sich unser Flug ein weiteres Mal um eine Woche! Dieses Mal machten alle sechs Mitglieder der Familie den PCR Test und somit war dieses letzte Hindernis aus dem Weg.

Familie B. am Flughafen

Endlich ging die Reise los

Am 12. Mai bestiegen wir also unser erstes Flugzeug in Richtung Frankfurt, wo wir einen Zwischenstopp von mehreren Stunden hatten. Gott sei Dank haben wir einen kleinen Spielplatz gefunden – ein sehr guter Ort für die lange Pause. Dann ging es weiter Richtung Sri Lanka. Dieser Flug verlief sehr gut, wir konnten nur staunen. Das Flugzeug war fast leer und so konnten wir einige Stunden ausgestreckt quer auf den Sitzen schlafen. Liegend fliegen ist sehr viel entspannter als stundenlang zu sitzen. Rund 24 Stunden nach dem Start der Reise sind wir am 13. Mai in Colombo gelandet. Der Einreiseprozess verlief dann eher schleppend, aber ohne Probleme. Die Beamten kontrollierten die Pässe und Papiere sehr gründlich. Das lange Warten war für uns und vor allem für die Kinder sehr herausfordernd. Benaja wollte allen Leuten «Hello» sagen und wir mussten ihn des Öfteren etwas bremsen. Diese Phase war mühsam, aber zum Glück nur von kurzer Dauer. Ein Fahrer holte uns pünktlich beim Flughafen ab und brachte uns zum Quarantäne-Hotel.

Unfreiwillige «Ferien» bis zur Weiterreise ans CCS

Im Hotel war es zu Beginn etwas turbulent, aber nach erneuten PCR Tests bei uns Erwachsenen konnten wir unsere Zimmer beziehen. Wir bekamen zwei Doppelzimmer für uns sechs Personen und fingen an, uns einzurichten. Wir waren sehr müde, aber glücklich, endlich im Land zu sein. Die Quarantänezeit dauerte 14 Tage. Wir sind Gott sehr dankbar, dass er uns in ein gutes Hotel geführt hat. Es verfügte über genügend Freiraum für die Kinder und der Pool war ein grosser Aufsteller. Die Hotelangestellten waren sehr kinderfreundlich und zuvorkommend. Aber die Anspannung wegen Corona war deutlich spürbar. Eine Hotelangestellte erzählte uns, dass sie nicht wisse, wie sie nach Hause kommen könnte, denn sie dürfe keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Das Hotel war beinahe leer und die Angestellten mussten die Arbeit richtig suchen. Für uns als Familie war diese Zeit ein Segen, aber auch eine Herausforderung. Nach 14 Tagen zu sechst in zwei kleinen Zimmern waren wir froh, nach Trincomalee weiterreisen zu können. Die Fahrt dorthin war etwas spannungsvoll, weil wir sicher drei Mal angehalten und kontrolliert wurden. Aber es ging nach jedem Checkpoint ohne Probleme weiter. Die Kinder machten gut mit. Wir kamen überraschend schnell an unserem lang ersehnten Ziel an. Bereits vor 13 Monaten hätten wir hier ankommen wollen – nun endlich hatten wir es geschafft!

Am Strand in Trincomalee

Stabsübergabe in kurzer Zeit

Jetzt richten wir uns in unserer Wohnung am CCS ein und erkunden die Gegend. Mit dem Homeschooling haben wir schon im Hotel begonnen und machen im neuen Schulzimmer weiter. Wir freuen uns, zusammen mit Familie R., die Anfang Juni aus einem Heimataufenthalt in der Schweiz nach Sri Lanka zurückgekehrt ist, das CCS weiterzuführen. Es ist eine riesige Herausforderung für uns, die ganzen Abläufe und Zuständigkeiten am CCS zu klären, den Durchblick zu haben und gleichzeitig auch die Familie im Auge zu behalten. Ursprünglich war für diese Stabsübergabe mehr Zeit eingeplant gewesen. Leider hat uns Corona hier einen Strich durch die Rechnung gemacht und es bleiben uns nur wenige Wochen für die ganze Einführung. Wir wissen nicht, wie das klappen soll, aber wir vertrauen Jesus. Er hat es so geführt und es wird uns auch zum Besten dienen. Und wir geben unser Bestes – mehr können wir nicht tun.

Daniela und Stefan B.

Ein Wagnis mit gutem Ausgang

Mit den weltweit anstrengenden Reisebedingungenfiel es uns im April sehr schwer zu entscheiden, ob wir den geplanten Heimataufenthalt auch wirklich antreten sollten. Doch da die Situation gut aussah und Ruedi und Margrit rechtzeitig einreisen konnten, wagten wir den Schritt, beschränkten die Zeit jedoch auf etwa sechs Wochen. Die Schweiz empfing uns mit ausserordentlich kaltem Wetter. Doch obwohl wir uns an einer Hochzeit beim anderthalb stündigen Apéro draussen fast die Hände und Füsse abfroren, genossen wir die Wärme der Begegnungen im Familien- und Freundeskreis. Da Frühlingsferien waren, wurden Amos und Abigajil von überall her zum Spielen eingeladen. Wir freuten uns mit ihnen, dass sie so schnell und gut in ihren Freundeskreis zurückfanden und die Kontakte voll geniessen durften. Nur Boas konnte sich an vieles nicht mehr erinnern und erlebte schwierige Momente im Wechsel.

Die Situation spitzt sich zu

Unterdessen beobachteten wir mit wachsender Sorge, dass sich in Asien die Situation rapide verschlechterte und brachten das bei den Vorträgen, die wir in Gemeinden und Gebetskreisen in der Ostschweiz machen durften, zur Sprache. Am liebsten hätten wir die Koffer gepackt und wären direkt wieder abgereist. Doch die Hochzeit von Rahels Bruder stand noch bevor und die wollten wir nicht verpassen. Es war dann auch wirklich eine sehr schöne Zeit mit vielen wertvollen Begegnungen im Bernbiet. Wir sind reich beschenkt worden mit Zeit, Interesse an unserem Ergehen, Gebeten, Gesprächen, Geschenken, Ermutigung, Unterstützung, Spenden und Mithilfe bereits im Vorfeld beim Vorbereiten, Putzen, Material besorgen, mit Tipps und Tricks etc. Herzlichen Dank!

Familie R. festlich gekleidet für eine Hochzeit

Unsicheres Rückflugdatum

Da unser Rückflug wegen einer zehntägigen Schliessung des Flughafens von Colombo annulliert wurde, bekamen wir noch eine ungeplante Verlängerung unserer Heimatzeit. Wir waren dankbar, noch einige Dinge regeln zu können und versuchten die Tage trotz der Anspannung etwas zu geniessen. Wir sind sehr dankbar, dass es Anfang Juni mit der Reise geklappt hat und wir wieder an unserem Einsatz- und Dienstort sein dürfen, wo wir nach wie vor unseren Platz sehen und uns mit bestem Willen mit unserem Wissen und Können einsetzen möchten. Dass Familie B. nun endlich auch am CCS angekommen ist, ist eine grosse Freude.

Rahel und Aldo R.

10 Jahre CCS

Das diesjährige Sri Lanka-Dinner steht ganz im Zeichen des 10-jährigen Jubiläums vom CCS. Wir dürfen gespannt sein auf die Berichte von Ruedi und Margrit S., die Initianten des Projektes, sowie Irene und Sven K., Leiterehepaar während der letzten vier Jahre. Sie werden nicht nur über ihre Berufung und Leidenschaft sprechen sondern auch, wie sie Gottes grosse Treue immer wieder erleben durften. Daneben gibt es einen bunten Strauss an Informationen über die Arbeit von SAM global in Sri Lanka. Das Programm wird musikalisch umrahmt von Jonas G. und wie immer abgerundet mit einem feinen sri-lankischen Dinner. Herzlich willkommen!

Corona zum Zweiten - leider

Eigentlich widerstrebt es uns, wieder über Covid-19 zu schreiben, aber die Pandemie und die Massnahmen der Regierung beeinflussen das Leben in Sri Lanka stark. Seit April werden ganze Gebiete abgeriegelt und die Leute wissen nicht, wie sie zu ihrem Essen kommen sollen. Im Moment haben wir zusätzlich auch noch einen landesweiten Lockdown und niemand weiss, wann die nächste Öffnung ist, um Lebensmittel einzukaufen. Ein grosser Teil der Bevölkerung hat einmal mehr kein Einkommen und verschuldet sich immer tiefer. Die Wirtschaft und der Tourismus kommen zum Erliegen. Wir befürchten die ersten Aufstände, wenn es nicht bald zu Lockerungen und vor allem zu einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung kommt.

Nahrungsmittel-verteilung

Eine grosse Herausforderung

All diese Massnahmen hatten und haben nach wie vor auch Einfluss aufs CCS. Die Baustelle in Jaffna mussten wir vorübergehend wieder schliessen. Sana ist zusammen mit seiner Frau und zwei Lernenden am LBC in Kandy, wo sie Waschräume renovieren. Seit einigen Wochen muss er ohne unsere Unterstützung zurechtkommen, da wir nicht mehr reisen dürfen. Das ist eine Herausforderung für ihn, und die Baumaterial-Knappheit und die aktuellen Wetterverhältnisse (sehr viel Regen) helfen natürlich auch nicht.

Es bleibt nicht viel Zeit

Was uns hingegen aufstellt, ist, dass Micha W. und Familie B. nun endlich am CCS sind. Micha ist bereits im Arbeitsalltag angekommen und hat als Erstes alle Maschinen geputzt, gepflegt und richtig eingestellt. Nun ist er dabei, dass Treppengeländer fürs CCS-Treppenhaus herzustellen. Es bereitet Freude, einem Profischreiner bei der Arbeit zuzuschauen, und seine Arbeitsweise hat bereits jetzt einen tiefen Eindruck bei den Lernenden hinterlassen.

Wir sind froh, dass auch Familie R. wieder zurück am CCS ist. Ruedi und Margrit werden Anfang Juli in die Schweiz zurückkehren, wir beide Mitte Juli. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun und zu übergeben. Ruedi hofft, zusammen mit Aldo und Stefan noch die Schlussprüfung der zweijährigen Ausbildung durchführen zu können. Drei von unseren fünf Prüflingen konnten in den letzten Wochen intensiv darauf vorbereitet werden, die andern beiden sitzen leider nach wie vor in Kandy fest. Wir hoffen, dass es uns noch möglich sein wird, auch diese beiden Lernenden gut auf die Prüfung vorzubereiten, welche um den 20. Juni herum stattfinden soll. Ursprünglich war auch geplant, am 26. Juni ein grosses Fest zum 10-jährigen Jubiläum des CCS und für den Abschluss der Lernenden durchzuführen. Wir hoffen, dies zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können, wenn sich die Situation wieder beruhigt hat. Wir sind dankbar, dürfen wir die Gewissheit haben, dass Gott um all unsere Sorgen weiss.

Gott hat in den letzten 10 Jahren geführt und wird das weiterhin tun.

Irene und Sven K.

SAM global
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