Kamerun

Ein neues Gesundheitszentrum – trotz Krise

5.7.2022
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5
Min.

Entlang der Verbindungsstrasse Nord-Süd zwischen Garoua und Ngaoundéré liegen zahlreiche Dörfer, die denen im äussersten Norden gleichen. Dies sind Dörfer und Gemeinden von Umsiedlern aus dem Hohen Norden. Es ist erstaunlich, wie oft ein Schild am Strassenrand mit der Aufschrift «Eglise UEEC» zu sehen ist!

Hinweisschild auf die Kirche beim Dorf Bouk

Weil es dort an medizinischer Versorgung mangelt, erhielten die Leitenden des OM Anfragen für den Aufbau neuer Gesundheitszentren. Nach gründlicher Prüfung wurde das Dorf Bouk ausgewählt. Es liegt ca. 360 km südlich von Maroua, direkt an der Nationalstrasse und ist daher leicht zugänglich. Doch zur nächsten Klinik mit kompetenter Versorgung sind es in beide Richtungen über 100 km. Nach der anstrengenden, aber guten Erfahrung mit dem Aufbau der Klinik «Espérance» in Touboro wagen sich die Verantwortlichen des OM nun an dieses neue Projekt. Das OM hat dafür bereits ca. 20 % der voraussichtlichen Baukosten zur Seite gelegt. In den Kirchengemeinden sammeln sie Geld. Ein grosser Teil der Finanzierung ist jedoch noch offen. Alle Anträge sind auf gutem Weg, das Gelände wurde vermessen und die Baupläne sind in Arbeit. Moussa, der Koordinator des OM, ist sich bewusst, dass grosse Aufgaben vor ihnen liegen, die sie bisher mit erfahreneren Beratern anpacken konnten. Die weltweite Krise und Teuerung macht es nicht einfacher, doch mit Gottes Hilfe wollen sie die Herausforderung annehmen. Auch in der Gegend von Bouk sollen Menschen bald ganzheitliche Hilfe erfahren! Und in Zukunft können die Verantwortlichen des OM auf der weiten Reise nach Touboro in Bouk einen Zwischenstopp machen – dienstlich oder einfach zur Erfrischung!

Kirchen- und OM-Verantwortliche beim Gebet auf dem neuen Gelände in Bouk

Gesundheitszentren im Grenzgebiet zu Nigeria

In Tourou wurde die Arbeit nachts in eine Zweigstelle verlagert, wo es weniger gefährlich ist. So kann das motivierte Team rund um die Uhr Notfälle versorgen und Entbindungen durchführen. Litine, der Leiter, sagt: «Wie könnten wir die Leute hier allein lassen»? Limani stand seit 2013 im Zentrum der Gewalt der Boko Haram. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist geflohen. Ende 2014 musste das vorher gut frequentierte Gesundheitszentrum geschlossen werden. Inzwischen hat sich die Gefahr mehr auf andere Gegenden verlagert. Manche Bewohner sind zurückgekehrt. Nach reiflicher Überlegung wurde im vergangenen April die Arbeit in Limani wieder aufgenommen, bisher aber nur tagsüber.

Das kleine Team von Tourou

Al Massira

Zwei Trainings für Kursleitende sind für die erste Hälfte des kommenden Augusts in Vorbereitung. Dabei sollen in Yaoundé und in Ngaoundére je 50 Kursleitende ausgebildet werden, hauptsächlich Studierende. Ein Grund zum Danken ist die Fertigstellung der synchronisierten Filme in Fulfuldé. Wir freuen uns, denn nun können alle 13 Filme für die Kurse verwendet werden.
Hanna W.

Kamerun-Treffen in Langenthal

Am 28.Mai 2022 lud die Supportgruppe Kamerun alle ehemaligen Kamerun-Mitarbeitenden zu einem Treffen in die FEG Langenthal ein. Und sie kamen alle, oder besser gesagt sehr viele – insgesamt folgten rund 80 Personen der Einladung. Sie kamen aus allen Ecken der Schweiz und sogar aus Frankreich und Deutschland. So war es ein freudiges Wiedersehen von Kolleginnen und Kollegen, welche sich lange nicht gesehen hatten, und man durfte sogar Leute kennenlernen, von welchen man bisher nur gelesen hatte. Alle verbindet die gemeinsame Liebe zu Kamerun. Und alle haben eine längere oder kürzere Zeit in Kamerun verbracht (oder ihre Eltern) und haben auf verschiedenste Arten die frohe Botschaft von Jesus Christus weitergegeben, die Kirche in ihrer Entwicklung unterstützt, Ausbildungsstätten gegründet, Bauprojekte geleitet, mitgeholfen, das medizinische Werk (Oeuvre médicale) aufzubauen und in die Selbständigkeit zu begleiten usw. Nach vielen angeregten Gesprächen und dem Genuss des Lunchs und des reichhaltigen Dessertbuffets gab uns Helen Müller einen Einblick in die aktuellen Projekte von SAM global in Kamerun. Sie erzählte auch von der Gesamtsituation des Landes. Ihr interessanter Bericht wurde abgerundet durch Anekdoten von Kurt Märki. So hat er vor vielen Jahren die ersten drei Pastorenehepaare nach Touboro gefahren und nun gibt es in dieser Gegend 52 lokale Gemeinden! Besonders beeindruckt hat es mich, wie unsere kamerunischen Freundinnen und Freunde weiterarbeiten und die Gute Nachricht weitergeben und vorleben, auch nachdem die weissen Mitarbeitenden den Nordkamerun verlassen mussten. Dies geschieht zum Teil unter sehr schwierigen Bedingungen. Ein besonderer Segen ist, dass vermehrt Leute zum Glauben an Jesus gefunden haben. Wir haben Gott gedankt für alles, was er schon getan hat und haben ihm die verschiedenen Arbeitszweige in Kamerun in der Fürbitte gebracht.

Freudiges Kamerun-Treffen in Langenthal

Anschliessend wurde nochmals rege ausgetauscht und die Gemeinschaft genossen, bevor nach einem erfüllten und schönen Tag einer nach dem anderen den Heimweg in Angriff nahm. Sicher ist, dass wir weiterhin für die Anliegen unserer Freunde in Kamerun beten und sie in den verschiedenen Projekten unterstützen werden. Und wir freuen uns schon heute auf das nächste Kamerun-Treffen!
Therese Augsburger, Leiterin Supportgruppe Kamerun

Ein Haus, um Gott zu loben

Wir von der Supportgruppe Kamerun haben uns zum Ziel gesetzt, den längst fälligen Rohbau der Kirche in Douala 2023 fertigzustellen. Dank einigen zum Teil sehr grosszügigen Einzelspenden fehlen bis zum benötigten Betrag von CHF 100’000 noch knapp CHF 20’000. Hilfst du mit, bis Ende Jahr dieses Ziel zu erreichen? (Vermerk «Kirchenbau Douala» oder https://www.sam-global.org/kirchenbau-douala)
Herzlichen Dank!
Andreas Zurbrügg, Länderverantwortlicher Kamerun

Die vielen Menschen brauchen ein Kirchengebäude
SAM global
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