Zwei Wochen im guineischen Dorf

Naemi, Mitarbeiterin in Guinea, hat sich entschieden, für zwei Wochen ihre Wohnung in der Stadt zu verlassen und bei der Familie einer Freundin in einem kleinen guineischen Dorf zu wohnen. Sie berichtet von einem typischen Tag:


Sobald es hell wird, stehen meine Freundin Salimatou und ihre Mama auf und fachen das Feuer an. Nach und nach stehen auch die anderen Familienmitglieder auf. Alle putzen sich die Zähne vor dem Haus mit Wasser aus dem Giesskännchen. Wer braucht schon einen Wasserhahn? Das Giesskännchen wird benutzt, um Zähne zu putzen, Hände und Füsse zu waschen, einen Schluck zu trinken auf die Toilette zu gehen. Nun beginnt die Tagesroutine. Die Frauen und Mädchen wischen den Hof und waschen das Geschirr ab. Die Jungen lassen die Ziegen und die Hühner, die über Nacht eingesperrt waren, ins Freie. Wenn die morgendlichen Arbeiten verrichtet sind, wird gefrühstückt: der aufgewärmte Reis vom Vortag und Brot mit Mayonnaise und Schwarztee für den weissen Gast. Irgendwann lässt sich auch der Vater blicken, der vom ersten Gebet in der Moschee zurückkehrt. Anschliessend geht er mit einigen Kindern aufs Feld, um Erdnüsse anzupflanzen.




Wandern – mit Flipflops und Wickeljupe Am späteren Morgen mache ich mich mit der Mama und Salimatou mit Baby auf dem Rücken auf den Weg, um Verwandte zu grüssen. Alle machen sich Sorgen darüber, ob der weisse Gast wohl so weit über Stock und Stein laufen kann. Trotz mehrmaliger Versicherung, dass es in der Schweiz Berge gibt und ich auch schon weit gelaufen bin, bleiben die Zweifel. Ich verschweige, dass ich beim Wandern normalerweise Wanderschuhe trage und nicht Flipflops und Wickeljupe. Bei den Verwandten angekommen, werden wir herzlich willkommen geheissen, setzen uns kurz hin, essen hier und da etwas Reis und machen uns auf zur nächsten Grossmutter der Tante, Mutter des Mannes der kleinen Schwester oder dem Onkel der Mutter der Frau des grossen Bruders. Zurück zu Hause wird gekocht. Inzwischen ist es bereits 14 Uhr. Es gibt Reis mit Maniokblättersauce. Ich begleite Salimatou zum Feld, wo wir die Blätter pflücken. Dann begeben wir uns in die Küche und bereiten alles zu. Es ist 16 Uhr, bis wir essen können. Gegessen wird von Hand. Und zwar mit der rechten Hand, die linke Hand wird für andere Geschäfte gebraucht.



Fitnessprogramm einmal anders Bald ist Zeit, um Wasser zu holen, um sich zu waschen. Wenn das Regenfass nicht voll ist, müssen die Frauen oder Kinder einen hügligen Weg unter die Füsse nehmen, um an einer Quelle Wasser zu schöpfen. Das Fitnessprogramm sieht hier etwas anders aus: es besteht daraus, einen 20 Liter-Kübel Wasser zwei Kilometer weit auf dem Kopf tragen. Wenn es dunkel wird, versammeln sich alle um den Schein einer Taschenlampe im Schlafzimmer. Es wird ausgetauscht, diskutiert, gelacht, gestritten. Wer müde ist, legt sich hin und schläft. Warum legt sich den der weisse Gast nicht auch einfach hin? Weil das Zimmer voll ist mit Männern und Frauen und sie ihr Pyjama deshalb nicht anziehen kann. Doch das versteht hier keiner. Was ist denn bitte schön ein Pyjama? Irgendwann habe ich dann auch herausgefunden, wie man sich geschickt umziehen kann, und ich kann schlafen gehen.






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