Zurück auf Feld 1 – als Kindergärtnerin in Guinea

Evelyne ist ausgebildete Kindergärtnerin. Sie ist für ein Jahr nach Guinea gereist, um dort den Kindergarten im ActionVIVRE Süd zu leiten. Auf ihrem Blog berichtete sie regelmässig über ihre Erlebnissen – und über die Unterschieden zwischen ihrer Arbeit in Guinea und in der Schweiz.

Dankbar, dass nun Wochenende ist, sitze ich mit einer Tasse Néscafé da und überlege, was ich diese Woche mit euch teilen will. Da ich mein Leben hier mit all seinen Facetten beleuchten will, werde ich euch nicht vorenthalten, dass mich diese Arbeitswoche sehr ermüdet hat. Aus diversen Gründen:

Die Zahl der Kinder im Kindergarten stieg von 9 auf 13 an.

Etwa die Hälfte dieser 13 Kinder hatte wohl zu Hause noch nie einen Stift in der Hand. Ausserdem wird daheim nur Pular und kein Französisch gesprochen. Wie sollte ein solches Kind verstehen, was von ihm verlangt wird, wenn es eine Linie nachfahren soll oder etwas innerhalb bestimmter Linien ausmalen sollte?




Für gleichaltrige Kinder in der Schweiz und auch für meine beiden Schweizer Kindergärtner wie zum Beispiel Eloan ist das kein Problem – höchstens an der Genauigkeit oder Stifthaltung muss etwas gefeilt werden.

Ein anderes Beispiel: Quips, auch bekannt als Colorama. Das Spiel mit der wohl einfachsten Spielidee: Mit dem Farbwürfel wird erwürfelt, welche Holzrondelle genommen werden darf. Wer alle seine weissen Kreise als erstes belegt hat, ist der Gewinner. Für ein Kind, das seine ersten Lebensjahre wortwörtlich im Busch verbracht hat, ohne Spielsachen, ist auch dieses einfache Spiel ein Buch mit sieben Siegeln: Was tut man mit einem Würfel? Ach so, der Würfel muss geworfen werden. Ach so, nicht x-Mal hintereinander. Ach so, der Würfel wird systematisch von Kind zu Kind weitergegeben. Ach so, das, was der Würfel oben zeigt, ist von Bedeutung. Ach so, die oben angezeigte Farbe sagt mir, welche Farbe ich aus der Schachtel nehmen darf. Ach so, die Rondelle muss ich nicht irgendwo, sondern an einem vorbestimmten Ort platzieren.




Ich muss in meiner Unterrichtsplanung nochmals zurück zu Feld eins. Für mich wäre das frustrierend, wären da nicht jene alternativen Fähigkeiten der guineischen Kinder, die mich immer wieder in Staunen versetzen: Puppenhaare zöpfeln. Den eigenen Wickelrock in Windeseile neu wickeln und dessen Bändel selber knüpfen (Schuhknoten). Sich mit geschickten Handgriffen waschen oder Kleider sauber machen. Wasserbehälter gekonnt auf dem Kopf tragen. Ein Feuer instand halten. Für kleine Geschwister sorgen. Auch ihr Lernwille erstaunt mich immer wieder: Regelmässig kommen Kinder zu mir und betteln inbrünstig um Nachhilfe. All das habe ich in der Schweiz nur selten gesehen …





Stets im Hinterkopf, dass guineische Kinder in alltagspraktischen Aufgaben sehr vif sind, lege ich den Schwerpunkt im Kindergarten vor allem auf kognitive und geistige Fähigkeiten. Besonders wichtig ist dabei, dass sie das, was ich ihnen vermittle, wirklich verstehen und nicht, wie in Guinea üblich, nur auswendig lernen. Das ist dann auch der Hauptgrund für die frühe Förderung im Kindergarten: Dass ein gutes Fundament gelegt Möchten Sie eine Unterschrift zu diesem Bild hinzufügen? Klicken Sie auf das Einstellungensymbol. und ganz viel Grundlegendes gelernt und eingeübt wird, das ihnen später während der gesamten Schulzeit hilft. Deshalb ist Bildung auch schon für die Jüngsten extrem wichtig.







Auszug aus dem Blog updateguinea.blogspot.ch

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