Weshalb wir trotz Ebola in Guinea geblieben sind

Sarah lebt mit ihrer Familie in Macenta, Guinea und engagiert sich im Projekt ProESPOIR. 2014 brach ganz in der Nähe die Ebola-Epidemie aus – die Krankheit breitete sich schnell im ganzen Land und über die Grenzen hinweg aus. Über 10‘000 Menschen starben daran. Im Interview erzählt Sarah, wie sie und ihre Familie diese Zeit erlebt haben.


Wie erlebt ihr persönlich die Gefahr im Alltag?

Sarah: Wir hatten nie wirklich Angst vor einer Ansteckung mit Ebola, da für uns von Anfang an klar war, wie die Übertragung funktioniert. Die grosse Angst, die in der Bevölkerung herrschte, hat uns aber auch beunruhigt und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht davon anstecken liessen. Und wir vermieden Krankenbesuche, Beerdigungen und unnötige Reisen, da diese eine Gefahr dargestellt hätten. Zudem mussten wir die politische Situation aufmerksam beobachten, die in Guinea gerade in einem solchen Fall schnell eskalieren und zu Unruhen und Strassenkämpfen führen kann – das war fast das grösste Risiko für uns.

Was war der schwierigste Moment für euch? Sarah: Eines Tages rief mich ein aufgebrachter Mitarbeiter an und sagte mir, ich solle unser Kindermädchen ja nicht ins Haus lassen – sie sei an diesem Morgen im Haus eines Nachbars gesehen worden, der an Ebola verstorben war. Das Kindermädchen sass aber schon in der Stube und hielt unseren jüngsten Sohn Amos auf den Knien. Da musste ich kurz durchatmen, um nicht in Panik zu geraten. Aber mit dem Kindermädchen war Gott sei Dank alles in Ordnung.


Weshalb habt ihr euch entschieden, trotz der Ebola-Epidemie in Guinea zu bleiben?

Sarah: Wir haben nie den Eindruck gehabt, wir müssten Guinea verlassen, und hatten immer den Frieden darüber, diese schwierige Zeit mit den Leuten zu teilen. Insgesamt ging das Leben viel «normaler» weiter hier, auch mitten in der Epidemie, als es wohl von aussen den Anschein machte. Es wurde weiter gearbeitet und eingekauft, es wurde geheiratet und Kinder kamen zur Welt. So hatten wir nie das Gefühl, dass es völlig wahnsinnig war, dort zu sein. Daneben gab es praktische Gründe, die gegen ein Weggehen sprachen: Eine Evakuierung mit drei kleinen Kindern hätte eine Herausforderung dargestellt – und es wäre schwierig gewesen, das ganze Projekt so plötzlich zurückzulassen. Zudem war da das Gefühl: Die Leute hier können ja auch nicht einfach abhauen, weil es schwierig wird. Warum sollten wir das dann tun … Wie haben eure Schweizer Freunde und eure Familie auf die ganze Situation reagiert?

Sarah: Wir sind sehr dankbar, dass damals in der Ebola-Epidemie unsere Eltern, Geschwister und Freunde keinen Druck auf uns ausgeübt haben, Guinea zu verlassen. Sie hatten vielleicht Angst um uns und haben sicher für uns gebetet, aber sie haben uns in unserer Entscheidung unterstützt. Das war ein grosses Geschenk. Natürlich gab es auch Bekannte, die uns nicht verstanden haben, aber das gehört in solchen Situationen dazu.


Woher kommt eure Überzeugung?

Sarah: Unsere Hauptüberzeugung lag sicher darin, dass wir wussten, dass Gott uns hier haben wollte. Wir versuchen, immer wieder zu hören, wie und wohin uns Gott führen will und dann zu gehorchen. Er ist unsere Sicherheit.


Anmerkung: Seit Ende 2015 gilt Guinea als ebolafrei.

Ehrenkodex_farb_CMYK.png

SAM global

 

SCHWEIZ
Wolfensbergstrasse 47
CH-8400 Winterthur

 

T +41 52 269 04 69

winterthur@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

  • Facebook - White Circle

SAM global

 

SCHWEIZ – ROMANDIE
Impasse de Grangery 1
CH-1673 Ecublens/FR

 

T +41 76 565 81 20

ecublens@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

© 2016 by luis erharter SAM global inhouse design

S I T E M A P

UNSERE ARBEIT    /   LÄNDER UND PROJEKTE    /    EINSÄTZE    /   SPENDEN   /    HELFEN SIE MIT    /    ÜBER UNS    /    NEWS & MEDIA    /     KONTAKT

VISION

WERTE

TEAM

VORSTAND

PARTNER

FINANZEN

FAQ