Mamadou?!

Das mit den Namen ist wirklich noch interessant. Es gibt unter den Peul grob gesagt eine Einteilung in 4 Familien: Bah, Diallo, Barry und Sow. Auch bei den Vornamen sind sie nicht besonders wählerisch. Ein Beispiel dazu, ich muss allerdings etwas ausholen: Manchmal ertönt vor unserem Tor wiederholt ein lautes «Kong-kong!» (soll wohl die nicht vorhandene Klingel imitieren) oder «Monsieur!» und gleich darauf Lukas’ «Wotsch Chind!?». Wenn er oder ich das Tor dann öffnen, blicken wir in ein paar erwartungsvolle Gesichter von Kindern im Primarschulalter. Sie kommen jeweils, um auf unserer Terrasse Memory zu spielen oder zu zeichnen. Anfangs dachte ich noch, es seien immer die gleichen Kinder und liess mir ihre Namen sagen, welche ich aber bis zum nächsten Besuch wieder vergessen hatte. «Egal, mit der Zeit werde ich sie mir schon merken können», dachte ich und nahm mir vor, mir vorerst einmal die Gesichter einzuprägen. Beim dritten Mal, als ich eine Gruppe Kinder vor dem Tor vorfand, runzelte ich aber die Stirn und war mir nicht sicher, überhaupt eines von ihnen schon einmal gesehen zu haben. «Est-ce que quelqu’un a déjà été ici?» - «Oui, moi», kam die Antwort eines Jungen. Ich konnte mich nicht erinnern, liess die Gruppe von Jungs aber rein. Sie schienen sich auszukennen, waren wohl zur Zeit meiner Vorgänger/innen schon mal hier. Diesmal bat ich sie, ihre Namen in meinem Reisetagebuch zu verewigen. So würde ich mir in Zukunft hoffentlich etwas besser merken können, wer hier ein- und ausgeht.

Also, soviel zur Einleitung. Jetzt zu den Namen der fünf Jungs, welche sie selbst aufschrieben, ausser einer, der wahrscheinlich erst im Kindergartenalter war und mich bloss aus grossen Augen anschaute, während sein Nachbar für ihn schrieb. Lansanacamus Diallo, Mamadou Aliou Barry, Yantoulaye Diallo, Mamadou Ajamiou Diallo, Mamadou Cellou Barry. Die Rede ist übrigens nicht von den Kindern auf dem Foto. Falls ich mir die Gesichter zu den Namen nicht merken kann, probiere ich es einfach mal mit «Mamadou» und mit grosser Wahrscheinlichkeit wird mich das Kind anlächeln, erfreut darüber, dass ich es richtig angesprochen habe. Cody, der im Auftrag von Peace Corps am Lycée unterrichtet, steht wiederum vor dem Problem, dass er kaum jemanden persönlich ansprechen kann. Wenn er vor der Klasse steht, könnte er statt «Mamadou» geradesogut «du» oder «ihr» sagen und hätte gleich viel Aufmerksamkeit. Und da es sogar mit Vor- UND Nachnamen mit der eindeutigen Identifizierung nicht immer hinhaut, greift er auf den alten Trick der Nummerierung zurück. Das scheint ihm effizienter als sonstige Zusätze wie das Wohnquartier, die sich die Leute geben.


Hier noch eine Auswahl, wie man die Peul, das hier ansässige Volk, auch noch nennen und schreiben kann: Foulah, Fulas, Futafula, Fulata, Fellah, Fellata, Felatah, Fellaata, Fulanie, Filani, Hilani, Peulh, Pulo usw.


Robert, Kurzzeiter im ActionVIVRE Süd, Guinea


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