Kurzeinsatz: Eintauchen in eine andere Welt

Aktualisiert: 5. Okt 2018

  • Mülleimer voll. Ich geh raus und verbrenne alles im Garten.

  • Hab mir ein neues Handy gekauft. Der Verkäufer fragte, ob wir Strom zuhause haben. Fand nichts Ungewöhnliches an der Frage …

  • 20 Liter Wasser schleppen? Kanister auf den Kopf und los geht’s!

  • Ich werde regelmässig von Fremden auf der Strasse gefragt, ob ich sie (oder ihren Bruder oder Onkel) heiraten möchte.

  • Am Morgen laufe ich in den Garten und pflücke mir ein paar Mangos zum Frühstück. Mein Mangokonsum stieg in den letzten Wochen auf 20-30 Mangos pro Woche an.

  • Riesige Schlaglöcher, grosse Steine auf der Strasse, Pfützen so groß wie der Bodensee (okay, vielleicht etwas kleiner), Flüsse, die die Straße kreuzen … ein Bild das sich mir täglich bietet. Seit einer halben Ewigkeit hab ich keine Teerstrasse mehr gesehen.

  • Keine Konversation beginnt, bevor man sich nicht ausführlich über das Wohlergehen seines Gegenübers, seiner Eltern, seines Hauses, der Familie, der Gesundheit und der Kinder ausgetauscht hat.

  • War in einem Restaurant mit kaputten Stühlen, der Putz blätterte von den Wänden, alles voller Staub und ich dachte mir: Wow, ein richtig schönes Restaurant, hier sollte ich öfter herkommen (kein Witz!)!

  • Hab mit einer Freundin ausgemacht, um 8 Uhr loszugehen. Um 9 Uhr treffen wir uns und gehen dann um halb 10 los.

  • Der Moto-Taxi-Fahrer fragt mich, wo ich hinmöchte. Ich sag ihm den Namen meiner Nachbarn und komme sicher zu Hause an. Es gibt weder Strassennamen noch Hausnummern oder Türklingeln oder Briefkästen.

  • Hab letztens eine weisse Person gesehen, die ich nicht kannte. Bin für fünf Minuten stehen geblieben, hab ihn angestarrt und begonnen «Porto, Porto!» (Weisser, Weisser!) zu rufen, wie das die Guineer hier auch machen.

  • Man, schon wieder meinen Schlüssel vergessen! Ach egal, gut, dass ich schon weiss, wie man mit Wickelrock über unsere zwei Meter hohe Mauer mit Stacheldraht klettert.

  • Gestern zwei Millionen auf der Bank geholt. Das Geld reicht dann wieder für ein paar Wochen (1 Franken = 9500 Franc Guinée).

Hannah war 2015/2016 für einen Kurzeinsatz in Guinea


Was wir in Guinea schon alles erlebt haben:

  • Eine Stunde für Benzin anstehen.

  • Auf der Autobahn von einem Fahrrad überholt werden.

  • Gefälschte Pässe zum Kauf angeboten bekommen (ebenfalls auf der Autobahn).

  • Zu dritt auf dem Motorrad unterwegs sein und dabei drei Hühner + einen Eimer voller Einkäufe dabei haben.

  • Fast täglich frisch gepresster Orangensaft trinken :).

  • Nicht Kleider, sondern Stoff shoppen: Stoff kaufen, zur Schneiderin bringen und für 15 Franken ein neues Complet (Wickelrock + Oberteil) + ein Chemise longue (langes Oberteil) erhalten.

  • Erstaunt sein, wenn man einen Porto (Weissen) sieht, den man ja gar nicht kennt …

  • 4 Leute zu Weihnachten einladen und am Nachmittag sind plötzlich etwa 20 da …

  • Wir sind auf dem Motorrad unterwegs und kommen in eine Kontrolle. Der Fahrer nach uns schenkt dem Beamten Erdnüsse und fährt weiter. Und wir? Wir schenken keine Erdnüsse und müssen warten. Weshalb auch immer. Nachdem der Beamte mit unserem Chef (Langzeiter) telefoniert hat, dürfen auch wir weiterfahren …

  • Kochen à la Einheimische: Dauert mindestens drei Stunden und man braucht gaaaanz viel Öl. Ebenfalls Tee trinken nach Guinea-Art dauert solange. Es ist das Männer-Hobby.

  • Zu einer Hochzeit eingeladen werden, obwohl man das Brautpaar noch nie gesehen hat (wir kennen den Bruder vom Bräutigam). Kaum sind wir am Fest, gibt es ein Fotoshooting mit dem uns unbekannten Brautpaar …

Stephanie und Fabian waren 2016/2017 für einen Kurzeinsatz in Guinea.


Drei Monate Guinea. Allmählich habe ich mich wettertechnisch, naturtechnisch und kulturell akklimatisiert. Dies merke ich daran, dass...

  • ... ich mich nicht mehr wundere, wenn Kinder aus der Nachbarschaft inständig und inbrüstig um Révisions/Nachhilfe betteln.

  • ... dass ich mir nicht mehr den Kopf darüber zerbreche, ob es okay ist, dass Kinder einen Marktstand beaufsichtigen und so ihre Mutter vertreten oder anderweitig die Arbeit ihrer Eltern verrichten.

  • ... es nichts mehr Aussergewöhnliches ist, wenn ich das ca. 8-jährige Nachbarsmädchen antreffe, wenn es in aller Selbstverständlichkeit mit einem Becken voll Geschirr auf dem Kopf unterwegs ist an den Fluss, um den Abwasch für die Familie zu machen.

  • ... es mich nicht mehr so wahnsinnig verblüfft, dass mir meine Kindergärteler unaufgefordert und ohne zu zögern helfen, Stühle hochzustellen, sofort zum Besen greifen und den ganzen Kindergartenraum mit grosser Effizienz wischen.

  • ... dass mir nicht mehr der Mund offen stehen bleibt, wenn ich Guineern mit Regenschirmen begegne, obschon es nicht regnet, sondern im Gegenteil, die Sonne prall scheint.

  • ... ich langsam verstehe, dass der Durchschnittsguineer bei morgenlichen kalten 21°C seine Daunenjacke anzieht, weil ich bei abendlichen 19°C Faserpelz und Mütze anziehe.

  • ... ich es ganz legitim finde, dass meine Gesprächspartnerin, der ich in ihrem Zuhause einen Besuch abstatte, plötzlich den Gebetsteppich ausrollt, um nach Mekka zu beten.

  • ... ich nicht mehr die Luft anhalte, wenn mich wieder einmal eine hässlichen Spinne überrascht.

  • ... es keine Besonderheit mehr darstellt, wenn die Kinder wiedermal ein "Jare!!" (Skorpion) entdecken.

  • ... es mich nicht mehr amüsiert, sondern nervt, wenn sich auch an diesem Abend eine Fledermaus ins Haus verirrt hat und sie trotz Beihilfe mit Besen den Ausgang nicht findet.

  • ... ich vor Freude fast verplatze, wenn meine guineeischen Kindergärteler allmählich anfangen, buchstabenähnliche Hieroglyphen zu schreiben, wenn ich sage, sie sollen ihren Namen schreiben.

Evelyne war 2017/2018 für einen Kurzeinsatz in Guinea.





Ehrenkodex_farb_CMYK.png

SAM global

 

SCHWEIZ
Wolfensbergstrasse 47
CH-8400 Winterthur

 

T +41 52 269 04 69

winterthur@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

SAM global

 

SCHWEIZ – ROMANDIE
Impasse de Grangery 1
CH-1673 Ecublens/FR

 

T +41 76 565 81 20

ecublens@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

© 2016 by luis erharter SAM global inhouse design

S I T E M A P

UNSERE ARBEIT    /   LÄNDER UND PROJEKTE    /    EINSÄTZE    /   SPENDEN   /    HELFEN SIE MIT    /    ÜBER UNS    /    NEWS & MEDIA    /     KONTAKT

VISION

WERTE

TEAM

VORSTAND

PARTNER

FINANZEN

FAQ