Kindergarten in Guinea: Am Anfang war die Idee ...

Unser Kindergarten ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. In diesem Schuljahr konnten wir neben den drei Klassen im Kindergarten in Sinthiourou eine weitere Klasse in einem Dorf etwa sieben Kilometer ausserhalb der Stadt starten. Damit wurde ein Traum Wirklichkeit! Wie kam es dazu? – Fangen wir von vorne an:

Im Januar 2015 startete Elian in ihrem Quartier eine Kindergartenklasse. Ziemlich bald darauf stiess Souleymane dazu, der ein grosses Herz für Kinder hat. Er pflegt viele Kontakte zu verschiedenen Dörfern, unter anderem auch zu besagtem Dorf. Daraus ergab es sich, dass im ersten Kindergartenjahr viele Kinder aus diesem Dorf kamen. Die Kinder waren jeden Tag eine halbe Stunde an der prallen Sonne zu Fuss zum Kindergarten unterwegs. Ohne die Begleitung von grösseren Kindern wäre das gar nicht möglich gewesen. So wuchs die Idee, im Dorf selber eine Kindergartenklasse zu starten. Souleymane und Elian besuchten das Dorf fortan regelmässig, um Kontakte zu knüpfen und die Leute zu sensibilisieren. Im darauffolgenden Schuljahr stiess ich zum Kindergartenprojekt dazu und wir konnten mit einer zweiten Klasse in Sinthiourou beginnen.



Und plötzlich geht es schnell

Gegen Ende des Schuljahres wurden die Träume konkreter. Wir gaben dem Dorf die Zusage, ihnen beim Aufbau eines Kindergartens zu helfen. Bedingung war, dass sie selber auch einen Beitrag leisteten, denn es sollte ein gemeinsames Projekt werden. Als erstes wählten sie zwei Frauen mit etwas Schulbildung aus, um bei uns in Sinthiourou während eines Jahres ein Praktikum zu machen. Tatsächlich starteten diese beiden Praktikantinnen im Oktober 2016 mit uns in das neue Schuljahr. Wir hatten nun bereits drei Klassen im Kindergarten Sinthiourou und drei freiwillige Mitarbeitende. Im Laufe des Jahres besuchten Souleymane, Elian und dann auch ich mehrmals das Dorf, um die Leute an ihre Verpflichtung zu erinnern. Sie sollten einen Raum für den Unterricht vorbereiten – das war der zweite Teil ihres Beitrages. Gegen Ende des Schuljahres waren wir mehrmals zu Besuch bei den Dorfältesten, um uns mögliche Räume anzusehen. Doch alle Vorschläge zerschlugen sich aus verschiedenen Gründen wieder. So vergingen die langen Sommerferien, ohne dass wir wussten, wo, wann und ob wir überhaupt mit dem Dorfkindergarten würden starten können.

Im Herbst 2017 – kurz vor Beginn des neuen Schuljahres - erfolgten mehrere Treffen mit den Dorfältesten. Zum Glück war Souleymane dabei, der die Kultur und die Sprache kennt. Mitte September wurde uns ein Grundstück gezeigt, total überwuchert mit hohen Pflanzen, auf dem sie innerhalb von drei Wochen eine Art Strohhangar hinstellen wollten. Gut zwei Wochen später fanden wir uns erneut im Dorf wieder, um Kinder für die Klasse einzuschreiben. Das Gerüst für den Hangar stand bereits. Nicht einmal eine Woche später wurden wir wieder gebeten, ins Dorf zu kommen. Etwas angespannt, weil wir uns zum x-ten Mal mit den Dorfältesten treffen mussten, machte ich mich auf den Weg und staunte nicht schlecht: Unser Kindergarten stand! Eine Woche später erfolgte der Start. Am Vortag überreichten wir den Verantwortlichen des Dorfes drei grosse Kisten mit Material und Spielsachen. Und dann ging es tatsächlich los: 25 neugierige Kinder, zwei motivierte Lehrerinnen und einige Schaulustige standen bereit. Manchmal geht es auch in Guinea plötzlich schnell...



Sogar der koranlehrer zeigt echtes interesse

Seither fahren Elian und ich regelmässig ins Dorf, um die Lehrerinnen zu unterstützen und zu coachen. Wenn wir am Morgen im Dorf ankommen, führt unser Weg an der Koranschule vorbei. Der Koranlehrer sitzt vor einer Hütte mit einer Rute in der Hand, umgeben von Dutzenden von Kindern, die Koranverse auswendig aufsagen müssen. Einige Meter nebenan dürfen die Kinder durch Spiel, Spass, Lieder und Geschichten lernen. Der Koranlehrer ist selber so interessiert, dass er schon mehrmals den Unterricht besucht und auch schon einige Vormittage im Kindergarten in Sinthiourou verbracht hat.

Andere Dörfer möchten ebenfalls gerne einen eigenen Kindergarten. Mit einem weiteren Dorf sind wir bereits seit Anfang des Schuljahres in Kontakt. Sie haben einen Praktikanten geschickt, der sich nun in unserem Kindergarten in Sinthiourou pädagogische und didaktische Kenntnisse und Fähigkeiten aneignet. Um den Kindergarten wirklich starten zu können, fehlt aber noch eine zweite Person. Gespannt schauen wir also auf das nächste Schuljahr!


Naemi, Mitarbeiterin ActionVIVRE Nord

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