Kann man sich eine schönere Kindheit vorstellen?

Aktualisiert: Jan 9

«Was wünschst du dir zu Weihnachten?», frage ich meinen 8-jährigen Sohn. Seine Antwort: «Eine Tüte Gummibären wäre toll». Diese Bescheidenheit rührte mich. Für uns sind kleine Dinge speziell, die in der Schweiz wohl alltäglich sind.


Es sind die einfachen Freuden des Lebens, die wir in Afrika sehr schätzen: Ein Ausflug zum Stausee, Schlangenbrot auf dem Feuer im eigenen Hof, eine Übernachtung draussen unter dem Sternenhimmel. Unsere Kinder können sich in der Natur hier gut beschäftigen: Sie bauen Pfeilbogen, sammeln Früchte von den Bäumen oder gehen im nahen Bach Fische fangen.


Gazellen, Eulen und Enten als Haustiere Während unserer Zeit hier konnten wir auch eine Fülle an verschiedensten «Haus-»Tieren halten: Hunde, Katzen, Hühner, Enten, Kaninchen, Schildkröten, eine riesige Achatschnecke, eine junge Eule, eine kleine Gazelle und einmal gar eine ungiftige Schlange (die wir allerdings bald wieder in die Freiheit entliessen). Ich finde es toll, wenn Kinder mit Tieren aufwachsen können, und das ist hier in Guinea sehr viel einfacher zu handhaben als in der Schweiz, da wir genügend Platz haben. Auch sonst geniessen wir viel Freiheit – dank der Einzelbetreuung der Kinder durch die Lernhelfer sind wir nicht an fixe Schulferien gebunden, sondern können als Familie selber bestimmen, wann wir Ferien machen, und auch einmal unter der Woche mit dem Team einen Ausflug unternehmen. Ausserdem können unsere Jungs in diesem Schulsystem optimal und individuell gefördert werden.


Tiefe Freundschaften sind schwieriger Natürlich fehlen ihnen aber auch gleichaltrige Spielkameraden aus dem eigenen Kulturkreis. Die afrikanischen Freunde kommen zwar oft vorbei und sie spielen unbeschwert zusammen, doch je älter die Kinder werden, desto schwieriger ist es, tiefe Freundschaften zu haben. Die einheimischen Kinder müssen oft zu Hause helfen, sind in der Schule eingespannt oder müssen zum Koranunterricht. Obwohl sich die Kinder auf Französisch einigermassen verständigen können, ist es anders, als in der eigenen Muttersprache zu kommunizieren.


Viele wertvolle Erfahrungen Dennoch: Eine schönere Kindheit als in Afrika ist für uns kaum vorstellbar: Den ganzen Tag kann man draussen sein, darf im Regen herumrennen, darf ohne Kindersitz im Auto mitfahren (das finden unsere Jungs in der Schweiz voll blöd) und findet immer jemanden zum Spielen. Unsere Kinder sind sehr offen gegenüber fremden Menschen, sie haben gelernt, dass Menschen verschiedene Prioritäten im Leben haben können und man auch Freunde haben kann, die ganz anders leben als wir. Sie wissen, woher das Fleisch kommt (sie waren schon mehrmals im Schlachthaus), wie man eine Lasagne von Grund auf selber macht und können ihre Wäsche von Hand waschen. Das ist vielleicht nicht gerade die gefragteste Fähigkeit in der Schweiz, aber trotzdem eine gute Erfahrung.

Das Familienbild hat uns geprägt Letzthin sagte unser Jüngster: «Hier haben die alten Menschen Kinder richtig gern!» Schön, dass ihm das auch aufgefallen ist. Familie ist im afrikanischen Kontext sehr zentral. Dieses Miteinander und Füreinander hat auch uns geprägt in unserer Zeit hier. Zwei oder drei Mal pro Tag sitzen wir alle gemeinsam am Tisch zum Essen. Die Wochenenden verbringen wir meistens mit Ausflügen oder Spielen. Welche Familie in der Schweiz kann das von sich behaupten?


Sandra ist mit ihrer Familie nach 8 Jahren Einsatz im ActionVIVRE Süd, Guinea im letzten Sommer in die Schweiz zurückgekommen.


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