Jede Ausbildung – ein kleiner Sieg

Aktualisiert: 30. Nov 2018

Bildung bringt Licht ins Dunkel. Sie motiviert dazu, selber zu denken und Ziele zu setzen. Sie hilft, zu hinterfragen, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren und neue Wege zu begehen. Bildung ist ein Schlüsselfaktor, um Armut zu überwinden. Doch nach wie vor können Millionen von Kindern keine Schule besuchen; unzählige Jugendliche und junge Erwachsene haben keine Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren. Die Folge: Sie haben keine Aussicht auf einen richtigen Job und darauf, aus der Armut auszubrechen – Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit macht sich breit. Dabei sind gerade diese Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Zukunft dieser Länder! Jede einzelne Ausbildung hilft deshalb, Armut zu bekämpfen – und ist ein kleiner Sieg, wie diese Geschichten aus Guinea zeigen.

... ist ein kleiner Sieg gegen Armut.

Nach Schulabbruch eine neue Chance erhalten – und genutzt

Der Vater von Isaak (Name geändert) war oft krank und so lag es an der Mutter, für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Als ältester von sechs Kindern spürte Isaak schon früh die Verantwortung, seiner Mutter unter die Arme zu greifen, damit seine Geschwister genug zu essen hatten. So kam es, dass er nach ein paar Jahren die Schule abbrach, damit er auch ein paar Geldscheine nach Hause bringen konnte. Natürlich gibt es für einen Schulabbrecher keine hochbezahlten Jobs und Isaak kam bei einem Coiffeur unter. An manchen Tagen erhielt er für seine Arbeit gar nichts, manchmal konnte er 50 Cent oder gar einen Euro nach Hause bringen, nachdem er den ganzen Tag im Salon geputzt und Haare geschnitten hatte. Dieses Geld trug dazu bei, dass die kleineren Geschwister die Schule weiterhin besuchen konnten.

Als Isaak von der Ausbildung hörte, die wir hier in der Stadt anbieten, sah er seine Chance. Er verbrachte zwei Jahre bei uns, lernte das Bauhandwerk gut kennen und zeichnete sich durch Fleiss, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit aus. Sein Lehrlingslohn von 20 Euro im Monat mag gering erscheinen, aber er kam jeden Tag und konnte seinen jüngeren Geschwistern mit dem Verdienst Informatikkurse bezahlen. Nach der Lehre konnte er eine Anstellung bei uns antreten, wo er als Projektleiter ein Lehmofenprojekt betreut. Im Moment bereitet er sich mit zwei anderen ehemaligen Lehrlingen auf die Selbständigkeit als Handwerker vor.

Seine Familie hatte immer in einem gemieteten Haus gewohnt, doch Isaak legte so lange Geld auf die hohe Kante, bis er ein Grundstück kaufen konnte und seinen Eltern darauf ein Haus zu bauen begann. Seine Mutter ist sehr stolz und sagt, dass sie ihre jüngeren Kinder nicht hätte weiter zur Schule schicken können, wenn Isaak ihr nicht zur Seite gestanden wäre. Sandra, ActionVIVRE Süd, Guinea



Know-how multiplizieren – mit Leidenschaft

In der theologischen Ausbildungsstätte Télékoro werden angehende Pastoren und interkulturelle Mitarbeitende ausgebildet. Damit sie sich an ihrem zukünftigen Arbeitsort ihren Lebensunterhalt verdienen können, werden sie an der angegliederten Handwerkerschule in Landwirtschaft, Nähen, Handarbeit, Gartenbau, Basismedizin, Schreinerei und einfacher Fahrzeugmechanik geschult.

Elisa, eine junge Frau, absolvierte gemeinsam mit ihrem Mann Esaïe die Bibelschule. Beide besuchten neben den theologischen Fächern auch den handwerklichen Unterricht mit viel Eifer und Begeisterung. Elisa träumte schon lange von einem eigenen Nähatelier. Wir förderten und ermutigten sie, diesen Traum trotz allen Herausforderungen zu verfolgen – und so begann sie nach einer Weile, selber junge Schneiderinnen auszubilden!

Heute arbeiten die beiden als Pastorenehepaar in einer anderen Stadt. Als ich sie dort besuche, zeigen sie mit mit grosser Freude ihr kleines Atelier mit einer Nähmaschine und einer Hobelbank, wo sie einige Lehrlinge ausbilden. Ihre eigene handwerkliche Ausbildung hat nicht nur dazu geführt, dass sie selber etwas verdienen können, sondern auch dazu, dass sie anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance auf eine bessere Zukunft geben! Fredi, ProTIM2-2-2, Guinea



Die Lehre hat sich gelohnt!

Fodé war ein aufgeweckter Nachbarsjunge, der immer gerne jemandem über die Schultern schaute, wenn es etwas zu werken gab. Als junger Erwachsener motivierten wir ihn, bei uns eine Lehre als Mechaniker zu machen. Mit viel Durchhaltewillen und Engagement absolvierte er die Lehre und durfte er nach zwei Jahren voller Stolz sein Mechaniker-Diplom in den Händen halten. Kurze Zeit später bewarb er sich bei einer Firma als Mechaniker und wurde zuerst als Praktikant aufgenommen. Da er bei den Reparaturen und beim Unterhalt der Fahrzeuge immer wieder auf sein in der Berufsschule gelerntes Fachwissen zurückgreifen konnte, erarbeitete er sich schnell das Vertrauen seiner Vorgesetzten. Eines Tages musste ein kniffliges Stromproblem bei einem Fahrzeug gelöst werden und Fodé erinnerte sich an eine Lektion, die genau dies behandelte. Er machte sich daran und konnte nach kurzer Suche das Problem lokalisieren und beheben. Dies hat seinen Vorgesetzten dermassen imponiert, dass Fodé nach nur gerade drei Monaten Praktikum (was für Guinea sehr kurz ist) zur Festanstellung empfohlen wurde und diese nun auch erhalten hat. Er hat nun einen sicheren Job und ein regelmässiges Einkommen, was ihm Hoffnung für die Zukunft gibt. Tobias, ActionVIVRE Nord, Guinea



Neue Chancen dank Nachhilfeunterricht

Aus verschiedenen Gründen konnte Djibi die Primarschule nur mit Unterbrüchen besuchen. Aber er kam regelmässig in den Nachhilfeunterricht bei mir. Er gab sich viel Mühe, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen, aber sein Können reichte nicht für die Oberstufe. So brach er nach der Primarschule die Schule ab und zog er als Jugendlicher zu seiner Schwester, die mit einem Lastwagenchauffeur verheiratet ist. Dieser Lastwagenchauffeur brachte Djibi das Lastwagenfahren bei. Nach ein paar Jahren sagten seine Verwandten zu ihm: «Nun kannst du auf eigenen Füssen stehen.» Djibi zog in eine andere Stadt und wurde von einer Bauxitorganisation als Chauffeur angestellt. Weil er seine Arbeit von Anfang an so gut macht, wird er nach sechs Monaten zum Gruppenchef befördert. Das bisschen Lesen und Schreiben, das er bei mir gelernt hat, reicht ihm, um den monatlichen Arbeitsplan zu erstellen und seine Verantwortung als Gruppenchef wahrzunehmen. In einem Land wie Guinea, wo über 65 % der Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann, ist jede Bildung Gold wert! Daniela, ActionVIVRE Nord, Guinea


Jedes Jahr bildet SAM global 1230 Schüler/innen und 170 Lehrlinge aus. Das sind 1400 kleine Siege gegen Armut!

Eine Perspektive für die Zukunft

Nachdem Eldo (Name geändert) die Aufnahmeprüfung in die 11. Klasse zweimal nicht geschafft hat, bricht er die Schule ab. Eldo hat Freude an Autos und er möchte gerne Mechaniker werden. In einer 180 Kilometer entfernten Stadt gibt es eine Berufsschule, die auch Mechaniker ausbildet. Da sein Vater in dieser Stadt wohnt, zieht er dorthin und wohnt bei ihm. Leider ist der Vater nicht bereit, Eldo bei seiner Lehre zu unterstützen. So übernehme ich die Kosten der dreijährigen Ausbildung. Eldo ist immer bei den besten Schülern und mit Bravour schliesst er die Lehre ab. Danach arbeitet er noch einige Jahre als Mechaniker, bevor er sich ein Auto kauft und Taxi-Chauffeur wird. Mit dem Verdienst aus dieser Arbeit kann er gut leben. Er unterstützt auch seinen Bruder, welcher eine kleine Familie hat und selber wenig verdient. Inzwischen konnte Eldo sogar ein Stück Land kaufen und ist dabei, ein eigenes kleines Haus zu bauen. Daniela, ActionVIVRE Nord, Guinea

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