Interview: Von Lieblingsbewerbern und Vorbereitungen

Aktualisiert: Jan 22

Interview mit Bea, Personalleiterin SAM global


Du erhältst ein Mail mit einer Bewerbung. Worauf hoffst du – auf einen Single, ein Ehepaar oder eine Familie? Welches sind deine «Lieblingsbewerber»?

Es gibt keine Lieblingsbewerber, was den Familienstand anbelangt. Es kommt immer sehr auf den Einsatzort, die Stellenbeschreibung, die Infrastruktur und das Team vor Ort an. Pioniersituationen weit weg von aller Zivilisation sind meistens besser geeignet für Einzelpersonen oder Ehepaare, da sie flexibler sind. Familien hingegen können in grösseren Ortschaften und Städten oftmals einfacher Kontakte aufbauen, da durch die Kinder meist automatisch Beziehungen zu anderen Familien entstehen.


Schlechte Gesundheitsversorgung, keine gute öffentliche Schule, viel Aufwand – für Familien hört sich ein Einsatz nicht besonders attraktiv an.

Es gibt auch viele Vorteile: Für Kinder ist es oft paradiesisch, im Ausland aufzuwachsen. Sie geniessen viel Freiheit, sind oft in der Natur und lernen, mit einfachen Sachen kreativ zu leben. Es ist ein sehr abenteuerliches Leben und eine enorme Horizonterweiterung, was viele schätzen! Auch daran darf man als Eltern denken. Da man als Familie gemeinsam in einem Projekt tätig ist, arbeitet man oft Seite an Seite und erlebt etwas zusammen, während in Europa oft jeder seinen eigenen Weg geht. Der Einsatz wird zum Familienprojekt – das schweisst zusammen und ist sehr wertvoll.


Welches sind die grössten Unterschiede im Bewerbungsprozess und in den Vorbereitungen zwischen Familien und Einzelpersonen? Grundsätzlich ist das bei allen sehr ähnlich – bei einer Familie müssen einfach mehr Personen berücksichtigt werden. Zuerst gibt es ein offenes Erstgespräch, bei dem Erwartungen und Vorstellungen ausgetauscht und Einsatzmöglichkeiten besprochen werden. Dann gibt es für beide Seiten eine Bedenkzeit – und wenn beide Seiten sich einen Einsatz vorstellen können, werden Formulare ausgefüllt und Referenzen eingeholt. Bei einem zweiten Gespräch schauen wir dann gemeinsam mit den Bewerbern, was sie brauchen: Sprachaufenthalt, Tropenkurs, interkulturelle oder theologische Weiterbildung, Seelsorge, ärztliche Abklärungen, handwerkliche oder medizinische Schulung, Besuche vor Ort … das ist sehr individuell. Ein Bewerber hat beispielsweise einmal ein Praktikum bei einem Metzger gemacht, um dann vor Ort das Fleisch selber bearbeiten zu können. Bei Kindern klärt man auch noch die Schulsituation ab. Grundsätzlich ist es ideal, wenn man mindestens ein Jahr hat, um alle Vorbereitungen in Ruhe durchzuführen. Bei Ehepaaren oder Einzelpersonen reichen unter Umständen auch vier bis sechs Monate, wenn sie bestimmte Voraussetzungen wie beispielsweise Sprachkenntnisse bereits mitbringen.


Familien und Einzelpersonen in einem Team – kann das gut kommen?

Ja! Da man aber oft sehr eng miteinander unterwegs und aufeinander angewiesen ist, ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, dass die anderen Personen andere Bedürfnisse und Herausforderungen haben. Bei einer Familie stehen zum Beispiel gesundheitliche Aspekte oft im Zentrum, während es für einen Single wichtig ist, dass er Anschluss findet. Es ist ein Geben und Nehmen – dafür braucht es einen guten Austausch. Man kann sich auch gut gegenseitig unterstützen: Zum Beispiel kann das ganze Team mithelfen, sich teilzeitlich um die Kinder zu kümmern, wodurch sich beide Eltern im Projekt engagieren können. Und Einzelpersonen gehören zum Beispiel bei Feiertagen in einem Team meist automatisch zur Familie.













Bea war selber zehn Jahre in Madagaskar im Einsatz und ist jetzt Personalverantwortliche bei SAM global sowie Länderverantwortliche Angola, Brasilien und Kambodscha

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