Wieso sich SAM global auch in der Schweiz engagiert

Aktualisiert: 27. Sept 2019

SAM global arbeitet global – und auf dem Globus findet sich auch die Schweiz. Was tut SAM global in der Schweiz?

Rahel (Leiterin ProCONNECT): In der Schweiz leben sehr viele Menschen aus verschiedensten Ländern. Durch die Arbeit von ProCONNECT wollen wir dazu beitragen, dass noch mehr Migranten Christen kennen lernen, die ihnen auf Augenhöhe und mit Wertschätzung begegnen und ihnen praktisch dienen. Dadurch sollen sie Gottes Liebe in ihrem eigenen Leben erfahren und, wo gewünscht, Antworten auf grundlegende Glaubensfragen finden. Wir setzen uns dafür ein, Brückenbauer zu sein zwischen Schweizern und Migranten, um gute Beziehungen mit ihnen zu ermöglichen. Auf diese Weise sollen beide Seiten gesegnet werden.


Seit bald drei Jahren gibt es nun das Projekt ProCONNECT. Wie ist dieses angelaufen?

ProCONNECT war ursprünglich ein Pilotprojekt für zwei Jahre. Es ist langsam angelaufen, von einer Person geleitet, unterstützt von einem Projektträgerkreis. Zu Beginn brauchte es Zeit, um Beziehungen aufzubauen und andere Organisationen kennenzulernen, die ähnliche Anliegen haben. Die Vernetzung ist uns sehr wichtig.

ProCONNECT-Mitarbeitende sind einerseits persönlich mit Migranten im Kontakt, andererseits begleiten wir Gruppen und (Kirch-)Gemeinden dabei, mit Migranten in Kontakt zu kommen: Wir sensibilisieren sie, zeigen Möglichkeiten für Engagement auf, nehmen ihnen Ängste. Zudem bieten wir Schulungen und Vorträge an, bei denen Migranten mitwirken und erzählen, zum Beispiel zu «Interkulturelle Kommunikation» oder «Umgang mit Muslimen».

Im zweiten Jahr begannen wir mit der Organisation von Workshops zum aktuellen Thema «Traumatisierte Migranten begleiten». Die Nachfrage war gross. Nach diesem zweiten Jahr wurde entschieden, das Projekt weiterzuführen.


Welche Erlebnisse machen Sie mit Migranten in der Schweiz?

Menschen mit Migrationshintergrund sind schon länger Teil von meinem persönlichen Leben. Da sind Freundschaften entstanden. Ich bekomme dadurch tiefen Einblick in das Denken, die Sorgen und Freuden von Menschen aus anderen Ländern. Ich engagiere mich in der sozial-diakonischen Arbeit «Linde» von Chrischona Zürich. «Begegnen und Teilen» sind dort zwei Schlüsselbegriffe die wir – Schweizer und Ausländer – miteinander üben. Sie prägen auch meine Kontakte ausserhalb der Linde. Da ist zum Beispiel eine Frau aus Eritrea, die Teil unseres Hauskreises ist. Wir hören auf ihre Anliegen und beten für sie und mit ihr. Wir erlebten ihre Trauer über den Tod ihrer Schwester auf der Flucht in Libyen mit und auch die Freude an der Rettung der 4-jährigen Zwillinge der Schwester, die jetzt Waisen sind und durch ihr Engagement in die Schweiz kommen konnten. Ich erlebe viel Freundlichkeit, Gastfreundschaft und Vertrauen im Kontakt mit muslimischen und christlichen Familien. Auch beobachte ich da und dort Interesse an meinem Glauben an Jesus. Manchmal erzähle ich, was ich mit ihm erlebe, oder gebe kurze biblische Geschichten weiter.


Welche Volksgruppen erreichen Sie?

Ich persönlich begegne vor allem Menschen aus Somalia, Syrien, Afghanistan, Bangladesch, Eritrea, Pakistan, Äthiopien, Sri Lanka ...


Sind Migranten hier einfacher ansprechbar als in ihren Herkunftsländern?

Ja, vielleicht. Wenn man in der Fremde ist und sich zurechtfinden muss, fallen freundliche Menschen umso mehr auf und wertschätzende Worte tun gut. So erlebte auch ich es im Ausland. Und das beobachte ich bei Migranten hier. Zudem kommen die meisten Migranten aus gemeinschaftsorientierten Kulturen. Für sie ist es normal, rasch mit Leuten ins Gespräch zu kommen.


Was sind die nächsten Schritte von ProCONNECT?

Wir sind seit ein paar Monaten mit einer Gruppe von Migranten unterwegs, um sie durch Schulung im Bereich «Trauma» in ihrer eigenen Biografie zu stärken und sie als Multiplikatoren und Schlüsselpersonen zu befähigen. Leute aus ihren Sprachen und Kulturen sollen durch sie berührt und begleitet werden.

Dann planen wir Ende November zwei Anlässe mit Yassir Eric, einem Sudanesen, der heute in Deutschland lebt und vom Islamisten zum Brückenbauer wurde. Wir laden Christen mit ihren Migranten-Freunden ein, zu kommen und seine krasse Lebensgeschichte zu hören. Sie soll helfen, Muslime besser zu verstehen, aber auch von der Kraft eines veränderten Lebens inspiriert zu werden.

Der zweite Anlass mit Yassir Eric ist eine Konferenz für Kirchen- und Gemeindeverantwortliche und -Mitarbeiter. Thema: «Kirche – Fit für die Zukunft: Migranten wirken mit! Wir wollen vermehrt dazu beitragen, dass Kirchen für und vor allem mit Migranten Gemeinde bauen. Gottes Familie ist international. Das sollte auch in der Schweiz sichtbarer werden!


Nun wird SAM global 130 Jahre alt. Hätten Sie vor ein paar Jahren gedacht, dass die Schweiz als Einsatzland dazu kommt?

Nein, ich persönlich nicht. Und ich freue mich sehr dass dies nun möglich ist.


Können Sie uns noch eine Geschichte aus Ihrer Arbeit erzählen?

Eine muslimische Frau kam zu früh in unseren Treff. Ich lud sie zum biblischen Input und Gebet mit unserem Team ein. Sie machte gerne mit und war ganz erstaunt, dass wir unser Gebet mit «Amen» beenden. «Wie bei uns», sagte sie. Seither kommt sie häufig bewusst etwas früher und hört aufmerksam zu.


Fragen von Daniel Gerber (livenet.ch) und Sarah Brühwiler (SAM global)


Mehr zum Projekt:


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