Interview: In den Tschad zurückgekehrt – trotz Anschlägen

Patricia lebte mit ihrer Familie zehn Jahre lang im Tschad und leitete gemeinsam mit ihrem Mann das Projekt ProRADJA’. In den Nachbarländern ist Boko Haram seit einiger Zeit aktiv und verübte 2015 auch im Tschad Anschläge – auf einem Markt nur wenige Kilometer vom ProRADJA' entfernt. Dank dem grossen Einsatz des tschadischen Militärs hat sich die Situation seither beruhigt. 2016 haben wir ein Interview mit Patricia gemacht:

Wie erlebt ihr persönlich die Gefahr im Alltag?

Gleich nach den Anschlägen sind wir eine Zeit lang nicht mehr auf den Markt gegangen und waren insgesamt vorsichtiger. Wir waren uns der Gefahr ständig bewusst. Heute geht das Leben grösstenteils wieder seinen gewohnten Gang – nur die Kontrollen sind nach wie vor häufiger und strenger und es sind mehr bewaffnete Polizisten in der Stadt präsent.


Was war der schwierigste Moment für euch? Am meisten Angst hatten wir im Juli 2015, als kurz vor unserer Rückreise in den Tschad ganz in der Nähe unseres Projekts ein Attentat verübt wurde. Das stellte uns vor die grosse Frage: Was ist nun wichtiger – der Auftrag, Gott zu dienen, oder die Verantwortung für die Kinder? Wir nahmen uns nochmals Zeit, um abzuwarten und zu beobachten, wie sich die Situation entwickeln würde. Schlussendlich konnten wir in den Tschad zurückkehren – ohne dabei das Gefühl zu haben, verantwortungslos oder leichtsinnig zu handeln. Auch wenn wir uns ehrlich gesagt damals nicht immer ganz sicher waren, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Im Tschad war dann eine unserer grössten Befürchtungen, dass die Schule unserer ältesten Tochter angegriffen werden könnte. Es brauchte viel Vertrauen in Gott, sie jeden Morgen ziehen zu lassen. Dass sie uns erzählte, sie hätten in der Schule zusätzlich zum Feueralarm nun auch den «Terroristenalarm» geübt, erleichterte die Sache auch nicht gerade.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass ihr doch wieder in den Tschad gereist seid? Wir wussten, dass wir im Projekt noch gebraucht wurden. Auch die Ermutigungen von verschiedenen Personen aus der Schweiz und dem Tschad waren wertvoll. Zudem hatten wir im Hinterkopf, dass wir immer den ‚Joker‘ haben, im Notfall das Land verlassen zu können. Vor allem aber hat Gott uns seinen Frieden gegeben. Ausserdem haben wir schon vorher gelernt: Gott hat das letzte Wort, egal, wo wir uns befinden. Unser Leben ist in seiner Hand. Auch vor dem Beginn der terroristischen Anschläge war dies wichtig für uns, denn im Tschad gibt es zahlreiche Autounfälle und die medizinische Versorgung ist sehr schlecht. Diese Risiken zwangen uns, uns mit der Realität des Todes auseinanderzusetzen. Die Leute hier waren sehr glücklich über unsere Rückkehr und die Kinder haben sich schnell wieder wohl und zuhause gefühlt. Die Albträume, die sie in der Schweiz oft gehabt hatten, hörten paradoxerweise im Tschad wieder auf. Wir sind zwar jetzt physisch gesehen näher an der Gefahr, aber weniger mit den beängstigenden Informationen zum Terror konfrontiert.

Woher kommt eure Überzeugung?

Gott hat uns jeden Tag die Überzeugung geschenkt, am richtigen Platz zu sein, und uns einen tiefen Frieden ins Herz gelegt. Wir dürfen hier wunderbare Dinge mit ihm erleben.


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