Einer der ersten History Makers in unserer Geschichte: Fredrik Franson

Fredrik Franson war 1889 mitverantwortlich für die Gründung der «Deutschen Allianz-China-Mission», aus der später unter anderem SAM global entstand. Hans Ulrich Reifler, der von 1976 bis 1991 mit SAM global als Gemeindebauer, Dozent und Buchautor in Brasilien im Einsatz war, hat sich in seiner Doktorarbeit an der Evangelisch Theologischen Fakultät Leuven intensiv mit dem Leben und Wirken von Fredrik Franson auseinandergesetzt:


Fredrik Franson kam 1852 in Pershyttan, Nora, Mittelschweden als Kind eines Grubenarbeiters zur Welt. Die Familie litt unter der skandinavischen Wirtschaftskrise und so wanderte sie in die USA aus, als Franson siebzehn Jahre alt war. Das bäuerliche Leben im Bundesstaat Nebraska war gekennzeichnet von materiellen Entbehrungen und Krankheit. Der einfache Lebensstil bereitete Franson für ein Leben vor, das durch das Vertrauen auf Gottes Fürsorge geprägt war. Bereits im Alter von 23 Jahren wurde er Laienprediger. Später organisierte er Grossevangelisationen mit Nachversammlungen und führte Evangelisationskurse durch, um Menschen für die weltweite Arbeit zu gewinnen und auszubilden. Er gründete freikirchliche Gemeindeverbände und Missionsgesellschaften und bereiste mehr als 50 Länder.


Folgende Punkte fallen bei der Auseinandersetzung mit Fredrik Franson auf und sind charakteristisch für sein Denken und Handeln:

Motivation: Fransons Dienstleben war geprägt von einer tiefen Spiritualität, einem starken Willen und einer enormen Flexibilität. Jesus Christus bildete für ihn die verbindliche Mitte des Glaubens und der bereits angebrochenen Herrschaft Gottes. Gleichzeitig war er erfüllt von der Hoffnung auf das zweite Kommen von Jesus, das jederzeit geschehen könnte. Deshalb sollten die Menschen in Evangelisationsveranstaltungen die Gute Nachricht hören und die Gemeinden motiviert werden, Jesus Christus auf allen Kontinenten bekannt zu machen. Er wollte so rasch wie möglich neue Mitarbeitende in die Weltmission entsenden. Die von Franson gegründeten Missionsgesellschaften und freikirchlichen Gemeindeverbände dienten als Instrument dieser Vision.

  • Praktische Dienste: Zur Missionsmethodik Fransons gehörte eine Vielfalt sozialdiakonischer Dienste, um Gottes Liebe und Fürsorge für den ganzen Menschen sowie für Schwache, Kranke und Ausgegrenzte sichtbar werden zu lassen (medizinische Arbeit, Waisenhäuser, Schulen und die Suchtkrankenarbeit unter Opiumrauchern). Durch vielfältige sozialdiakonische Dienste sollte etwas von der verändernden Kraft des Evangeliums sichtbar werden.

  • Innovation: Er setzte für seine Arbeit neue christliche Lieder ein, was damals eher ungewöhnlich war, und sandte interkulturelle Mitarbeitende ohne lange theologische Ausbildung aus. Für die Umsetzung seiner Vision nutzte Franson uneingeschränkt und ohne Vorbehalte das Potenzial der Frauen in Verkündigung, Musik, Leitung, Seelsorge und sozialdiakonischen Aufgaben, was damals äussert ungewöhnlich war.

  • Auseinandersetzung mit anderen Kulturen: Fransons Sprachbegabung prädestinierte ihn für einen interkulturellen evangelistischen Dienst, der ihn in über 50 Länder führte. Seine Methodik entstand aus der Praxis seines interkulturellen Dienstes und aus Studienreisen in mehr als 50 Länder. Das sorgfältige Beobachten, Vergleichen und Analysieren unterschiedlicher missionsmethodischer Ansätze veranlasste ihn, die Ergebnisse schriftlich festzuhalten und zur Publikation vorzubereiten.

  • Vernetzung: Franson legte viel Wert auf die Vernetzung von Leitenden, interkulturellen Mitarbeitenden und evangelischen Missionsgesellschaften. Er prägte Netzwerke wie die Weltweite Evangelische Allianz, die Heiligungsbewegung und die international tätige Sonntagschulvereinigung.

Durch sein rastloses Wirken in 22 Jahren und sein ausgeprägtes Organisationstalent sind zahlreiche Gemeinden, vier freikirchliche Gemeindeverbände und fünfzehn Missionsorganisationen entstanden, von denen viele bis heute in irgendeiner Form aktiv sind. Franson wirkte stets als weltoffener Evangelist, Visionär, Anreger, Mobilisator und Vernetzer von Personen, Gemeinden und Organisationen.

Die Doktorarbeit zeigt, dass die Dringlichkeit der weltweiten Arbeit, die Notwendigkeit kontextualisierter, flexibler und innovativer Methoden sowie die Berechtigung und Vorteile der Vernetzung nicht nur die Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert positiv beeinflusst haben, sondern auch im 21. Jahrhundert nachhaltig mitprägen sollten. Eine solide theologische Ausbildung und anthropologische Sensibilität für fremde Kulturen und Religionen bleibt auch im 21. Jahrhundert eine grundlegende Voraussetzung für einen nachhaltigen Dienst.


Die Anfänge von SAM global Franson reiste 1889 zur Herbstkonferenz der Neukirchener Waisen- und Missionsanstalt. Dort traf er sich mit dem Waisenhausinspektor Heinrich Mandel und dem Kaufmann Carl Polnick zum gemeinsamen Mittagessen. Franson berichtete über die grossen missionarischen Herausforderungen Chinas. Doch die Neukirchener Mission, die damals ihre Arbeitsgebiete in Afrika und Java hatte, sah sich nicht in der Lage, weitere Aufgaben in anderen Ländern zu übernehmen. Mandel, Franson und Polnick beschlossen, dass diese neue Aufgabe von Barmen aus übernommen werden sollte. Das waren die Anfänge der Deutschen China-Allianz-Mission, der zweitältesten Glaubensmission in Deutschland, aus der später die Allianz-Mission und die Schweizer Allianz Mission (heute SAM global) hervorgingen. Im November 1889 führte Franson in Barmen einen Evangelisationskurs durch, aus dem sich einige Missionskandidaten und -kandidatinnen für China meldeten. 1890 reisten die ersten aus.


Zusammengefasst aus der Doktorarbeit «Zur Missiologie Fredrik Fransons (1852–1908): Eschatologie, Missionsmethodik und Transnationale Vernetzung» von Hans Ulrich Reifler

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