History Makers

Gott hat durch unsere Mitarbeitenden in den letzten Jahren auf ganz unterschiedliche Art und Weise Geschichte geschrieben – im Grossen wie im Kleinen:


«Offenes Land» in guineischen Buschdörfern

Ich weiss nicht genau wieso, aber fast seit ich denken kann, bin ich von zwei Dingen fasziniert: Afrika und Kindergarten. So erstaunt es wahrscheinlich nicht, dass ich zwischen mehreren Kurzeinsätzen in Afrika die Ausbildung zur Kindergärtnerin absolvierte. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung in der Schweiz und einem Jahr Bibelschule landete ich schliesslich im ActionVIVRE Nord in Guinea, wo ich mit meinem Job im Kindergartenprojekt sozusagen «dä Füüfer und s’Weggli» habe.

Bei meiner Aussendung in der Gemeinde vor drei Jahren habe ich mir das Lied «Offnigs Land» von ICF Zürich gewünscht, wo es heisst: «Ich lasse alles zurück und schaue nur auf dich. Vor mir liegt offenes Land und du begleitest mich.» Diese Zeilen gingen mir in der Zeit vor meiner Ausreise immer wieder durch den Kopf, obwohl ich nicht genau wusste, was das «offene Land» bedeutete. Inzwischen glaube ich, ein kleines Stück von diesem offenen Land zu sehen.

Ursprünglich dachte ich, dass wir nach meiner Ankunft in Guinea einfach eine zweite Kindergartenklasse in der Stadt eröffnen und zudem eine zweite einheimische Person ausbilden würden. Inzwischen haben wir in der Stadt bereits drei Klassen und zudem zwei Dorfkindergarten gestartet. Ein Kindergarten in einem dritten Dorf ist in Planung.

Nie hätte ich gedacht, dass ich «kleines Schweizer Mädchen» einmal in afrikanische Buschdörfer reisen würde, um mit ehrwürdigen Dorfältesten zu verhandeln und mitzuerleben, wie ein Kindergarten aus dem «Nichts» entsteht. Diese Aufgabe ist mir häufig eine Schuhnummer zu gross. Doch Gott begleitet mich, wie im erwähnten Lied beschrieben. Wir dürfen mit unseren Kindergärten in den Dörfern ein Licht sein. Neben der Moschee und der Koranschule steht unsere Kindergartenhütte, wo die Kinder Geschichten von unserem liebenden Gott hören und einen Grundstein für ihre weitere schulische und berufliche Zukunft legen können. Vielleicht ergeben sich dadurch noch ganz andere Möglichkeiten, der Dorfbevölkerung zu dienen und Gottes Liebe weiterzugeben? Ich sehe jedenfalls noch mehr offenes Land und bin gespannt, was Gott noch vor hat mit dem Kindergartenprojekt. Naemi, ActionVIVRE Nord, Guinea


«Hätten wir das vor 14 Jahren gewusst …»

Uns wurde erzählt, dass bei einer Autofahrt durch die Wüste rot-weiss angestrichene, hohe Pfosten den Weg weisen. Dabei sieht man nie mehrere Pfosten gleichzeitig – erst wenn man einen erreicht hat, kann man den nächsten sehen. Wir mögen dieses Bild, denn es steht sinnbildlich für unsere Geschichte. Hätten wir vor 14 Jahren gewusst, was alles auf uns zukommen würde, hätten wir wohl Angst bekommen und wären in der Schweiz geblieben.

Als wir heirateten, liebte Patricia das Abenteuer und Andreas die Berge. Und wir beide hatten den Wunsch, Gott zu dienen. Wir wollten etwas Spezielles erleben und dachten daran, eine Kurzbibelschule zu besuchen und anschliessend einen sechsmonatigen Einsatz zu leisten. Dann haben wir uns jedoch für ein Jahr Bibelschule eingeschrieben und einen Aufenthalt von drei Jahren in Afrika ins Auge gefasst. Schliesslich haben wir drei Jahre lang studiert und sind mehr als zehn Jahre im Tschad geblieben. Nach jeder Etappe zeigte uns Gott den nächsten «Pfosten» und gab uns die Kraft und den Mut, ihn anzupeilen. Manchmal hatte es Nebel und wir konnten den nächsten nicht klar erkennen – zum Beispiel, als wir uns während einem Heimataufenthalt entscheiden mussten, ob wir mit unseren vier kleinen Kindern wieder in den Tschad zurückkehren sollten, obwohl Boko Haram gerade einen Anschlag auf den Markt unserer Stadt verübt hatte. Doch wir vertrauten, gehorchten und gingen vorwärts. Und heute bedauern wir es nicht – im Gegenteil: Wir sind so froh, dass wir durchgehalten haben, manchmal auch mit zusammengebissenen Zähnen. Mit den Jahren begannen uns die Menschen im Tschad zu respektieren. Mehr und mehr sind sie gekommen, um uns um Rat zu fragen. Langsam aber sicher beherrschten wir die Sprache genügend gut, um auch die Feinheiten in der Kommunikation zu verstehen. Die Beziehungen zu unseren Mitarbeitenden vertieften sich und gemeinsam konnten wir zum Aufbau eines christlichen Kindergartens und einer christlichen Grundschule beitragen. Wir konnten viel von unserem Wissen und unseren praktischen Fähigkeiten an verschiedene Personen weitergeben. Kein Krieg und keine Wirtschaftskrise kann ihnen dies wieder wegnehmen.

Nach zehn Jahren sind wir um sehr vieles reicher wieder in die Schweiz zurückgekehrt: Reich an vielen Erfahrungen mit Gott und Beziehungen mit Menschen, bereichert durch die Entdeckung der verschiedenen Arten, das Leben zu sehen und zu bewältigen … Und nun sind wir daran, den nächsten «Pfosten» zu suchen! Patricia und Andreas, ProRADJA’, Tschad


HIV-Zentrum für 1200 Patienten

Wir sind 2008 auf SAM global gestossen. Die ausgeschriebene Stelle zum Aufbau einer HIV/AIDS-Behandlung hat mich sofort angesprochen. Im November 2010 sind wir mit damals zwei Kindern nach Macenta, Guinea ausgereist. Innerhalb von vier Jahren konnte ich mit den einheimischen Mitarbeitenden ein HIV-Zentrum aufbauen, welches mittlerweile mehr als 1200 Patienten behandelt und betreut. Schnell habe ich dabei realisiert, dass ich mich in meiner Arbeit nicht nur auf mein Konsultationszimmer beschränken konnte – Personalführung, Kontakte zu Behörden und anderen Organisationen, Mittelbeschaffung, Buchhaltung und Rapportwesen gehörten auch dazu. Ich musste und durfte viel lernen, fand aber auch Gefallen an diesen Zusatzaufgaben.

Seit der krankheitsbedingten Abreise des Projektleiters im Jahr 2015 bin ich für das ganze Projekt verantwortlich. Eine meiner grössten Aufgaben besteht nun darin, dieses Spital, welches 1981 von SAM global als Behandlungszentrum für Leprakranke gegründet und seither kontinuierlich ausgebaut wurde, auf eine neue Grundlage zu stellen, sodass es dereinst selbständig und unabhängig funktionieren kann. Eine sehr spannende, aber auch komplexe Aufgabe. Mittlerweile durften wir ein wichtiges Etappenziel feiern: Anfang 2018 hat der Gesundheitsminister ein Abkommen unterzeichnet, welches dem Spital unter dem neuen Namen «Centre Hospitalier Régional Spécialisé (CHRS) Macenta» den Autonomiestatus verliehen hat. Neben der Umsetzung dieses wichtigen Schrittes gibt es weiterhin viele alltägliche Aufgaben, in denen es gilt, nicht nur gute Lösungen zu finden, sondern auch die einheimische Spitalleitung zu schulen und ihnen die Verantwortung Schritt für Schritt zu übergeben – beispielsweise für die Medikamentenlogistik. In all dem ist es gut zu wissen, dass wir den gleichen Herrn haben, der auch in Zukunft über dem CHRS Macenta und seinen Mitarbeitenden und Patienten wachen wird! David, ProESPOIR, Guinea



Eine «crazy Idee» – und dann Wunder um Wunder

Wir waren seit fünf Jahren als Projektleiter von ActionVIVRE Nord in Guinea im Einsatz, als vom Länderverantwortlichen Jürg Pfister die crazy Idee kam, eine Schule zu bauen. Wir waren damals ein kleines Team und definitiv keine mutigen Helden – das Projekt schien uns viel zu gross und zu teuer. Doch zusammen mit dem einheimischen Pastor stellten wir uns zur Verfügung. Wir spürten einen grossen Frieden und beschlossen, einfach mal Schritte zu machen und zu schauen, was dabei rauskommen würde. Und dann ging es los, Schlag auf Schlag. Gott öffnete die Türen so schnell, dass wir uns ziemlich sputen mussten, um hindurchzugehen ... Es folgten extrem intensive Wochen. Das Geheimnis für das Gelingen war, dass wir trotz unmöglicher Herausforderungen und Anfechtungen in einer grossen Einheit unterwegs waren. Auch ergänzten wir uns wunderbar in unseren Gaben, sodass jeder eigenständig und kompetent einen Teil zum Ganzen beitragen konnte. Für lange Diskussionen war keine Zeit. Wir erlebten Wunder um Wunder: Innert weniger Wochen hatten wir ein Grundstück, Baupläne, 80'000 Franken, einen Bauunternehmer, einen Schuldirektor und die nötigen Bewilligungen. Jeder gab, was er konnte, es gab kaum Pausen. Nach nur acht Monaten wurde die Schule eingeweiht – fertig wurde sie wenige Stunden vor der Einweihungsfeier. So sehr wir uns über «unsere» Schule freuten – es bestand kein Zweifel: Das war nicht unser Projekt. Das waren nicht wir, die hier Geschichte schrieben. Das machte und macht ein anderer. Schon seit Jahrtausenden. Besser so. Adrian, ehemals Leiter von ActionVIVRE Nord, Guinea, heute Leiter TearFund

Vom Alkoholiker zum Projektmitarbeiter Fabio war erst 18 Jahre alt, als es anfing, das mit dem übermässigen Alkoholkonsum. Immer häufiger trugen seine Schritte ihn zu einer Bar – jeweils mit dem Resultat, dass er mit einem Gefühl des Versagens und einem leeren Geldbeutel betrunken nach Hause torkelte. Er fühlte sich zunehmend unwohl und seine Stimmung wurde immer schlechter. Fabios Eltern waren sehr besorgt um ihn und seine Zukunft. Vor gut fünf Jahren, Fabio war damals 25, half er mir bei den Feldarbeiten. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ich diesen jungen Mann dauerhaft anstellen sollte. Er willigte ein. Seite an Seite arbeiteten wir nun zusammen. Fabio beobachtete, hörte zu, wurde berührt und zu meinem Erstaunen stoppte er auf einmal seinen regelmässigen Gang zur Bar. Gott arbeitete in seinem Leben. Fabio lernte, von seinem verdienten Geld etwas zur Seite zu legen. Er besuchte nach und nach die Gottesdienste, hörte die gute Nachricht der Rettung und Vergebung. Nach einem arbeitsamen Tag fragte ich ihn: «Was hindert dich noch, dein Leben Jesus anzuvertrauen?» «Eigentlich gar nichts, ich weiss, dass dies der Weg für mich ist», antwortete Fabio. So begann er seine ersten Schritte im Glaubensleben. An Gespött und Gelächter fehlte es nicht auf dem neuen Weg. Oft wurde Fabio versucht, wieder zu trinken, aber er blieb fest. Vor gut zwei Jahren wurde Fabio in die Gemeindeleitung berufen. Zunehmend interessierte er sich dafür, den Menschen im Inland die Liebe Gottes zu zeigen. Seit letztem Jahr ist Fabio nun offiziell als Projektmitarbeiter von ProSERTÃO angestellt. Er gibt oft Zeugnis, wie Jesus ihn frei gemacht hat. Seit Juni leitet er mit einem Freund nun einen Hauskreis in einem Inlanddorf. Gelacht wird über Fabio nicht mehr, sein solides Leben hinterlässt unübersehbare Spuren. Martin, ProSERTÃO, Brasilien


Die Veränderung von «Rasta-Mann» Als Lehrerin habe ich die Erfahrung gemacht, dass es immer einen bis zwei Schüler in einer Klasse gibt, deren Namen man sich sofort merken kann. Sie stechen durch irgendein Merkmal aus der Masse heraus. Genau so erging es mir auch mit unserer letzten Gruppe von Lehrlingen. Schon vom ersten Tag an wusste ich, wie der «Rasta-Mann» hiess. Es ist hier sehr ungewöhnlich, dass Männer lange Haare tragen. Uns wurde rasch klar, dass der junge Mann tatsächlich ins Klischee passte: Er rauchte – und zwar nicht nur Zigaretten – und hatte offensichtlich nicht die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehre. Nach wenigen Monaten meldete er sich aber bei mir mit dem Wunsch, mehr über Jesus zu hören. Wir begannen, zusammen in der Bibel zu lesen und ich betete auf sein Ersuchen für seine Familie. Voller Freude erzählte er mir kurz darauf, dass es in seiner Familie viel besser laufe und er war motiviert, mehr über Jesus zu erfahren. Bald nahm er an der wöchentlichen Bibelgruppe bei einem unserer guineischen Freunde teil und brachte sogar noch einen Kollegen, einen anderen Lehrling, mit. Immer wieder unterhielt er uns mit Geschichten von früher, über die wir nur staunen konnten. Zum Beispiel erzählte er uns, dass er einmal mit Freunden an einem See sass und sie sich einen Joint nach dem anderen gönnten, als plötzlich völlig unerwartet eine Schlange vom Baum fiel, genau in die Mitte der Gruppe. Sie wirkte ziemlich benommen – wahrscheinlich hatte der Qualm sogar das Reptil high gemacht … Die jungen Männer sind schnell aufgesprungen und weggerannt. Wir alle lachten Tränen über diese Geschichte. Doch vor allem freuten wir uns, als unser Rasta-Mann uns berichtete, dass sich durch das Bibellesen einiges in seinem Leben verändert habe und er zum Beispiel keine Joints mehr rauche. Vor einigen Monaten liess er sich dann taufen. Sandra, ActionVIVRE Süd, Guinea


Ein 800 Gramm schweres Wunder Als die kleine Fatime zu uns kam, wog sie nur gerade 800 Gramm. Trotz ihres niedrigen Gewichts schien sie aber fit zu sein und machte sich durch lautes Weinen bemerkbar. So waren wir guter Hoffnung, dass sie durchkommen würde. Doch nur zwei Wochen später bangten wir um ihr Leben: Während mehreren Tagen konnte sie nicht mehr stuhlen. Ihr Bauch war ganz aufgebläht. In unseren Gebetszeiten legten wir sie Gott hin. Und er antwortete … Fatime erholte sich und nach vier weiteren Wochen konnte sie die Säuglingsstation gesund und mit einem Gewicht von 1500 Gramm verlassen. Regelmässig kommt sie nun zur Gewichtskontrolle. Es ist eine Freude zu sehen, wie gut sie sich entwickelt. Während der Zeit, in der Fatime bei uns in Behandlung war, hatte auch ihre Mutter Gelegenheit, etwas von Gottes Liebe zu erfahren. Mit anderen Frauen schaute sie mit grossem Interesse den Jesus-Film an. Wir hoffen und beten, dass der Film und die Begegnungen mit den Mitarbeitenden in ihrem Herz etwas bewegen und verändern dürfen. Fatime ist eines von 21 frühgeborenen Babys, die wir in den letzten drei Monaten bei uns aufgenommen haben. Sieben von ihnen konnten wir leider nicht helfen und sie sind gestorben. Doch die anderen konnten nach mehr oder weniger langer Zeit nach Hause zurückkehren. Es ist jedes Mal ein Geschenk, wenn uns ein so kleines Baby gesund verlassen kann und eine Chance auf das Leben erhält. Anne-Marie, Bakan Assalam


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