Guinea: Menschen meiden Spitäler aus Angst

Aktualisiert: Apr 30

Aktuelle Situation, Anzahl Fälle

Auch in Guinea ist die Covid-19-Pandemie zum dominanten Thema geworden. Aktuell (Stand 28.4.20) gibt es 1163 bestätigte Corona-Fälle. 6 Personen sind verstorben. Dazu kommt, dass es nur ein Labor in Conakry gibt, welches die Tests durchführen kann, und dieses bereits am Anschlag ist – die Dunkelziffer ist vermutlich hoch.


Massnahmen der Regierung

Gleich nach den Wahlen wurde der Notstand ausgerufen. Kirchen, Moscheen und Schulen sind geschlossen. Alle Grenzen sind zu, der Flughafen in Conakry steht still. Personentransporte sind nur noch stark reduziert möglich. Seit einer Woche gilt auch eine Masken-Tragepflicht in der Öffentlichkeit. Eine Ausgangssperre wurde ebenfalls verhängt, aber nur von 21:00-5:00 Uhr.


«Wir sind froh, dass die Regierung von noch drastischeren Massnahmen (zum Beispiel komplette Ausgangssperre) abgesehen hat – das wäre für die Bevölkerung hier, die oft von der Hand in den Mund lebt, schlicht existenzbedrohend gewesen. Schon so sind die (v.a. wirtschaftlichen) Auswirkungen gravierend.»

sagt David Leuenberger, Arzt im CHRS in Guinea.


Auswirkungen auf das tägliche Leben

Viele Güter sind knapp geworden, die Preise steigen an. Die Transporte sind deutlich teurer geworden, was z.B. für die Reise der Patientinnen und Patienten ins Spital ein Problem darstellt. Schon jetzt ist klar, dass es für Guinea eine harte Zeit wird. Wie schon bei der Ebola-Epidemie (2014- 2016) meiden die Leute die Gesundheitseinrichtungen. Seit zwei Wochen sind die Patientenzahlen in Guinea deutlich zurückgegangen. Das scheint paradox (in Europa beobachtet man eher das Phänomen der Überlastung des Gesundheitswesens). Die Gründe scheinen in der Angst der Bevölkerung zu liegen: Angst vor einer Ansteckung im Spital, vor allem aber Angst vor der Stigmatisierung, wenn man im Spital als Covid-19-Verdachtsfall diagnostiziert wird. Schliesslich kommen finanzielle Probleme (wenn alles teurer wird, können sich die Leute auch einfache Behandlungen nicht mehr leisten) und eine Unzahl von irreführenden Informationen dazu.

Das Meiden der Spitäler ist verheerend für die Bevölkerung: Wie schon bei der Ebola-Epidemie werden die indirekten Auswirkungen (z.B. Todesfälle durch nicht behandelte Tuberkulose oder HIV-Erkrankung, oder bei riskanten Hausgeburten) die direkten Auswirkungen von Covid-19 übertreffen.


Wie sich SAM global in der Krise engagiert

Das Team ProESPOIR engagiert sich im CHRS weiter, unter Anderem durch folgende Aktivitäten: - im Labor-Wartebereich werden eigensproduzierte Sensibilisierungs-Videos ausgestrahlt

- es wurden eigene Sensibilisierungs-Unterlagen erarbeitet sowie zusätzlich mit dem BAG-Sensibilisierungs-Material gearbeitet

- Daniel Galada Béavogui, Pfleger mit Zusatzausbildung in Public Health und Mitglied der CHRS-Direktion, stellte das neue Coronavirus bereits Anfang Februar an einer internen Weiterbildung vor

- Mitte März folgte eine Update-Schulung des medizinischen Fachpersonals durch David Leuenberger mit Schwerpunkt auf die Übertragungswege und konkrete Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie

- Mit gutem Beispiel voran: Häufiges Händewaschen und Social Distancing werden praktiziert

- Unterstützung der Spital-Leitung durch Beratung und Coaching in der Krise


«In der jetzigen Situation ist uns wohl allen wieder bewusst geworden, wie zerbrechlich unser Leben und unsere Sicherheit ist. Wie gut, dass wir wissen dürfen, dass Gott über allem wacht, und dass auch all unser Einsatz für ihn nicht vergebens sein wird. Mit dieser Hoffnung grüssen wir Euch alle herzlich.»


David Leuenberger, Arzt im CHRS



Weshalb es so wichtig ist, dass das CHRS weiterhin geöffnet bleibt, lesen Sie hier im Artikel von Christian Lengeler. Darin sagt er: «Das ist die eigentliche Katastrophe, die sich in Afrika anbahnt. Wenn sie die Gesundheitszentren aus Angst vor Covid-19 schliessen und keine Malaria-, Tuberkulose- oder HIV-Fälle mehr behandeln und Frauen, die einen Kaiserschnitt brauchen, nicht mehr operieren können, dann werden sie rasch sehr viele Tote haben.» https://www.nzz.ch/wissenschaft/corona-pandemie-in-afrika-ist-nicht-das-virus-die-katastrophe-ld.1553183


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