Grenzen überwinden – Perspektiven gewinnen

Aktualisiert: 5. Okt 2018

Hudson Taylor verbrachte 163 Tage auf dem Schiff, bis er 1865 in Shanghai zum ersten Mal chinesischen Boden betrat. Während der Überfahrt hatte er viel Zeit, sich auf seine Langzeitmission vorzubereiten. Die meisten Missionare lösten damals keine Retourkarte. Die Ausreise kam einer Lebensentscheidung gleich. Alles oder nichts war die Devise.

Heute ist das anders. Ein Kurzzeitmitarbeiter braucht für dieselbe Strecke knappe 12 Stunden. In einem bequemen Sessel sitzend, geniesst er ein feines Essen und guckt sich einen Film nach Wahl an. Per WhatsApp noch ein Update aus der Heimat – und schon geht’s los ins Abenteuer!


Fromme Safari oder Leben mit Vision?

Tatsächlich könnte man den Eindruck gewinnen, dass Kurzzeiteinsätze eher eine fromme Safari sind als eine seriöse Berufung. Man ist bereit, aus dem gewohnten Umfeld auszubrechen und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen – aber längerfristige Opferbereitschaft, der Wille, einen einfachen Lebensstil über den Einsatz hinaus zu akzeptieren, Vision für ein Langzeitengagement und anhaltendes Gebet sind Aspekte, die bei der «Generation Maybe» («Generation vielleicht») oft nicht vorkommen. Für einige ist das Thema Auslandseinsatz nach der Rückkehr in die Schweiz abgehakt.

Hier allerdings unter «Mission beendet» bei Kurzzeiteinsätzen ein Kreuzchen zu machen, wäre falsch. Was Kurzzeitmitarbeitende erlebt und gesehen haben, lässt die meisten nicht kalt. Sie kommen mit vielen Eindrücken und einem brennenden Herzen nach Hause. Sie wollen ihren Freunden und in ihren Gemeinden von dem erzählen, was Gott in anderen Ländern tut und in ihrem eigenen Leben verändert hat. Bekommen sie in den Gemeinden die Plattform dafür?


In der Kürze liegt sehr wohl Würze

Als Serve Asia-Koordinator von OMF durfte ich während acht Jahren über 250 Kurzzeitmitarbeitende im Vorbereitungsprozess und nach ihrer Rückkehr begleiten. Ich erhielt Einblick in das Leben von jungen Menschen, aber auch von Familien mit Kindern, Ehepaaren und Pensionierten, Studierenden und Berufstätigen. Die vielfältigen „Berufungsgeschichten“ und die Bereitschaft, sich herausfordern zu lassen, begeisterten mich. Nicht allein der Einsatz vor Ort, sondern auch der ganze Vorbereitungsprozess hinterliess Spuren im Leben der Teilnehmenden. Spätestens beim Auswertungsgespräch nach dem Einsatz stellte ich fest, dass in der Kürze sehr wohl Würze spürbar ist. Grenzen überwinden und sich dem Willen Gottes unterstellen ist zentral und hat immer Auswirkungen auf das Leben der Teilnehmenden.


Nachhaltigkeit im Blick

Wie nachhaltig sind diese Erfahrungen? Wie investieren sich Organisationen und Gemeinden im weiteren Begleiten dieser Menschen? Die junge Generation braucht in der Fülle der Möglichkeiten Menschen, die beraten und unterstützen. Sie braucht Raum, wo sie ihre Erfahrungen in den Gemeinden einbringen und eine Vision für ihre Berufung finden kann.

Kurzzeiteinsätze nehmen konstant zu, Langzeitverpflichtungen hingegen ab. Trotzdem bleiben Kurzzeitmitarbeitende nach ihrem Einsatz meistens in irgendeiner Weise mit der Sendungsorganisation verbunden. Sie engagieren sich beispielsweise bei Konferenzen, unterstützen Auslandsmitarbeitende finanziell, beten regelmässig für ihre Anliegen, motivieren andere für einen Einsatz. Einige entscheiden sich nach einem Kurzeinsatz für eine theologische oder berufsspezifische Ausbildung in der Schweiz, mit dem Ziel, sich später lokal, regional oder global für Gottes Sache einsetzen zu können.

Wagen Sie Neues! Ich empfehle Ihnen, Ihre nächsten Ferien mit einem Kurzzeiteinsatz zu verbinden. Aber Vorsicht: Gott könnte Sie auf den Plan rufen!


Andreas Zindel, ehemaliger Mitarbeiter von OMF und heute bei Campus für Christus tätig

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