Elisabeth: Gott führt nicht jedes seiner Kinder gleich

Über 38 Jahre war Elisabeth in Angola im Einsatz – 22 Jahre davon waren von Krieg geprägt und Unsicherheit, Todesfälle von Mitarbeitenden und Freunden sowie Behandlungen von hunderten Kriegsverletzten gehörten zum Alltag. Trotzdem entschied sie sich bewusst gegen eine Evakuation.


Mit den Aufständen gegen die portugiesische Kolonialherrschaft begann in Angola im Jahr 1961 ein vierzigjähriger Krieg. 1975 folgte die Unabhängigkeit des südwest-afrikanischen Landes – doch statt Frieden entwickelte sich zunehmend ein Guerillakrieg, bei dem die verschiedenen Parteien von aussen unterstützt wurden. Nach mehreren gescheiterten Friedensverträgen kam es am 4. April 2002 zu einem dauerhaften Frieden.


Evakuation! Ich reiste 1980 für meinen Einsatz nach Angola aus. Das Spital Kalukembe – benannt nach der gleichnamigen Kleinstadt, in der es steht –, in dem ich zum Teil bis heute mitarbeite, konnte über viele Jahre nur in militärischer Begleitung oder einem MAF-Flugzeug erreicht werden. Grundsätzlich lebten wir in Kalukembe aber auf einer mehr oder weniger ruhigen „Insel“: Überfälle und Entführungen gab es vor allem in den umliegenden Dörfern. 1993 spitzte sich die Situation aber zu und SAM global musste um das Leben der Mitarbeitenden in Kalukembe bangen – und beschloss, sie zu evakuieren.

Tiefe Gewissheit: bleiben! Zu diesem Zeitpunkt lag ich mit Gelbsucht im Bett. Viele Fragen stürmten auf mich ein: Ist das Leben eines Ausländers mehr wert als das eines Einheimischen? Sind wir im Dienst für Jesus aufgefordert, vor Gefahren zu flüchten? Werde ich mir selber vergeben können, wenn ich jetzt Kalukembe und damit meine einheimischen Freunde und Mitarbeitenden verlasse? Gott sprach durch verschiedene Bibelstellen zu mir ganz persönlich und erfüllte mein Herz nach vielem Kämpfen mit einem tiefen Frieden. Die Gewissheit, dass es richtig ist, die Kollegen und Kolleginnen ohne Vorbehalte ziehen zu lassen, selber aber zu bleiben, wurde von Stunde zu Stunde stärker. Die ganze Situation und meine Entscheidung belasteten die Beziehungen zu meinen Schweizer Kollegen und der damaligen Leitung von SAM global sehr – und ich bin dankbar, dass diese heute wieder vollständig geheilt sind.

Trotz allem die richtige Entscheidung Ein Jahr später näherten sich die Frontlinien unserer Stadt, und so mussten wir zusammen mit den Patienten des Spitals und den Einwohnern von Kalukembe fliehen. In überfüllten Autos flüchteten wir in die 200 Kilometer nördlich gelegene Stadt Huambo, wo ich schliesslich gemeinsam mit Freunden einen weiteren politischen Machtwechsel miterlebte. Danach herrschte nochmals acht Jahre Krieg – selbsterklärend keine einfache Zeit. Aber ich habe meinen Entscheid zu bleiben nie angezweifelt, weil ich wusste, dass dies vor Gott für mich richtig war. Und mein Bleiben ist für die angolanische Kirche bis heute ein wichtiger Meilenstein.


Ein Fazit Folgende Schlüsse ziehe ich aus dem Erlebnis:

- Gott führt nicht jedes seiner Kinder gleich.

- Die Führung Gottes kann zu verschiedenen Zeitpunkten anders sein.

- Gott lässt im Dienst für ihn Gefahren, Angst, Not und manchmal auch den Tod zu.

- Die Aussage von Jesus: «In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden» ist auch heute noch aktuell.


Elisabeth wurde Ende 2018 nach über 35 Jahren Einsatz in Angola pensioniert. Sie lebt weiterhin in Angola und unterstützt SAM global vor Ort.

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