Einsatz mit 50+: «Erhaltet euch die Sehnsucht nach Gottes Reden!»

Renate (50) und Emanuel (51) sind seit Oktober 2016 im Projekt ProTIM2-2-2 Kissidougou in Guinea im Einsatz. Im Interview erzählen sie, wie es dazu gekommen ist, was ihnen bei der Abreise durch den Kopf gegangen ist und was sie anderen Ü50ern mitgeben möchten.


Wieso habt ihr euch für einen Einsatz entschieden – und wieso jetzt?

Seit wir verheiratet sind, ist interkulturelle Arbeit für uns ein Thema. Als junge Familie wären wir einem Einsatz aber nicht gewachsen gewesen. Der Wunsch blieb über all die Jahre in unseren Herzen. Jetzt mit 50 ist ein guter Zeitpunkt, noch einmal etwas Neues zu wagen: Unsere Töchter sind mit ihren Ausbildungen fertig und wir haben noch einige Arbeitsjahre vor uns.


Wie hat sich der Entscheidungsprozess abgespielt?

Uns ist es wichtig, immer wieder zu fragen, wo Gott uns haben will. Meistens lässt er uns viel Freiheit, manchmal beruft er ganz klar. Wir wurden von ihm stark ermutigt, nicht stehen zu bleiben, sondern vorwärts zu gehen, Tür um Tür aufzutun, da er selber die «falschen» Türen wieder schliessen wird. So wollten wir vor ein paar Jahren wissen, ob ein Einsatz für uns als nicht mehr ganz junge Menschen überhaupt in Frage kam. Auf einer Informationsreise konnten wir alle Projekte in Guinea besuchen. Wir merkten, dass es für uns beide gute Einsatzmöglichkeiten gibt, dass es jedoch aufgrund der Ausbildung unserer Töchter für uns noch zu früh war, um auszureisen. Es folgte eine Zeit, in der wir viel nachgedacht und mit Freunden über einen Einsatz geredet haben – und auch mit SAM global in Kontakt geblieben sind. Als alle unsere Töchter dann ihren Abschluss in der Hand hielten, war für uns klar: Jetzt spricht nichts gegen einen Einsatz! Auch unsere Töchter standen dem Vorhaben von Anfang an positiv gegenüber und unterstützen uns jetzt ganz praktisch. Gleichzeitig ist die Trennung von ihnen das Schwierigste für uns.


Wie habt ihr euch auf den Einsatz vorbereitet?

In den letzten zwei Jahren besuchten wir neben unserem normalen Arbeitsleben mehrere Kurse: In Paris frischten wir unser Französisch auf, wir besuchten Seminare, um uns auf die interkulturelle Arbeit vorzubereiten, und absolvierten berufsspezifische Kurse, unter anderem einen Tropenkurs. Auch das Lesen von Büchern über den Islam und den Animismus war hilfreich.


Was ging euch bei der Abreise durch den Kopf?

Vieles! Freude darüber, dass das, was wir in der Theorie gelernt hatten, endlich praktisch wurde, und «Gwunder» auf das, was uns erwartete. Sehr schwierig war es, Familie und Freunde loszulassen. Auch Angst vor allem Ungewissen kam auf.


Und jetzt – was macht ihr in Guinea? Emanuel ist dabei, die Mechanik-Werkstatt fertigzustellen. Beide unterrichten wir an der Bibelschule in Télékoro, Emanuel das Fach Mechanik, Renate Ernährung und Gesundheit. Wir engagieren uns auch für eine einfache Mechanisierung der Landwirtschaft sowie in den Bereichen Bodenverbesserung und Anbau und Nutzung von medizinischen Pflanzen. Dazu kommen unzählige kleinere Arbeiten wie Literaturarbeit, Unterhalt der Häuser, Wundversorgung, Kontakte zu den Pastoren etc.


Was findet ihr toll, was ist schwierig?

Wir lernen viele tolle Menschen kennen, ein neues Land, eine neue Kultur, eine andere Weltansicht, treffen auf viele offene Türen, werden wertgeschätzt … – vieles, was toll ist, ist gleichzeitig aber auch schwierig. Auch der Umgang mit der grossen Armut und die lokale Sprache (noch) nicht zu verstehen sind Herausforderungen.


Was ist jetzt vielleicht besser, als es mit 25 gewesen wäre?

Dadurch, dass wir ohne Kinder ausgereist sind, haben wir viel freie Kapazität. Bestimmt sind wir durch die schon gewonnenen Lebenserfahrungen gefestigtere Persönlichkeiten, als wir mit 25 gewesen wären. Wir müssen auch nicht mehr jede Dummheit ausprobieren.


Welchen Tipp würdet ihr anderen Personen über 50 mitgeben?

Erhaltet euch die Sehnsucht nach Gottes Reden. Habt den Mut loszulassen – auch finanzielle Sicherheiten. Habt den Mut zu scheitern. Für uns war es sehr hilfreich, im Vorfeld einmal ein paar Wochen vor Ort zu sein und interkulturelle Arbeit ganz praktisch zu erleben. Und: wagt einen Einsatz – es ist eine riesige Chance!


Ehrenkodex_farb_CMYK.png

SAM global

 

SCHWEIZ
Wolfensbergstrasse 47
CH-8400 Winterthur

 

T +41 52 269 04 69

winterthur@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

SAM global

 

SCHWEIZ – ROMANDIE
Impasse de Grangery 1
CH-1673 Ecublens/FR

 

T +41 76 565 81 20

ecublens@sam-global.org

 

PC-Konto: 84-1706-5

IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5

© 2016 by luis erharter SAM global inhouse design

S I T E M A P

UNSERE ARBEIT    /   LÄNDER UND PROJEKTE    /    EINSÄTZE    /   SPENDEN   /    HELFEN SIE MIT    /    ÜBER UNS    /    NEWS & MEDIA    /     KONTAKT

VISION

WERTE

TEAM

VORSTAND

PARTNER

FINANZEN

FAQ