Einkaufen à la Guinée – als Multimillionär


Lukas und ich sind jetzt Multimillionäre und schwimmen im Geld. Letzthin hat mir Mitarbeiter Philippe für das tägliche Leben fünfhundert 5000er-Nötli in die Hand gedrückt. Falls mir das Essen mal ausgehen sollte, bleibt mir zur Not noch der Nötli-Blattsalat. 5000 Francs sind übrigens etwa 50 Rappen. Trotz unseres Reichtums sind wir aber nicht der Konsumsucht verfallen, sondern gehen mit Bedacht mit den uns anvertrauten Spenden um. Nun ja, ich bekenne mich schuldig, manchmal im «Supermarkt» (ein einzelner Raum mit Regalen voller Dosenfutter und Tetrapacks) einzukaufen, der im Verhältnis teurer ist als der lokale Markt. Auf dem Markt gibt es halt kein Nutella ... Philippe, der jeweils für uns das Geld abhebt, sowie dem Umstand, dass man hier Kreditkarten nur vom Hörensagen kennt, ist es zu verdanken, dass wir uns nicht zu weiteren Ausschweifungen hinreissen lassen ;)

Die meisten Einkäufe erledigen wir aber auf dem Markt – dem kulinarischen und kulturellen Zentrum der Stadt. Ein paar Nötli einpacken und los geht's.

«On Jaarama. Trois Bananes (ich zeige mit den Fingern). Cinq mille?» «Trois mille.» «Ok, je prends aussi des limettes, tous pour cinq mille.» Ich kriege noch 4 Limetten dazu. Weiter zu den Kartoffeln. «On Jaarama. 1 kilo.» Ich zeige auf die Kartoffeln. Die Frau wägt sie mit einer Balkenwaage am Boden. «Quinze mille.» Weiter zu einem Krimskramsladen. Ein Mann bedient mich, ich glaube, die drei Seifen kosteten 6000 Francs Guinéens. Weiter die Strasse rauf, hier und da mal haltend und auf die Ware zeigend, welche in kleinen Häufchen auf dem Boden oder Tischen bereit liegt. Die Erdnüsse werden mit einer Aludose abgemessen. «1 pour mille neuf cent» - «Alors je prends trois.» Kurze Diskussion einiger Frauen über die Menge des Rückgeldes, nachdem ich ihnen 10‘000 gegeben habe. Im Supermarché nehme ich eine Art Nutella aus dem Regal und stelle es auf den Tisch. «C’est tout?» - «Oui. C‘est combien?» Der Verkäufer tippt etwas in den Taschenrechner ein und zeigt ihn mir dann. 18‘000. Schluck...ach ja, bin ja im Supermarché. Ich bezahle. «Ho-o» und raus. Auf dem Heimweg noch schnell zwei Brote kaufen weiter unten in der Stadt. Ich drücke die 6000 Francs in die Hand der Frau, ohne nach dem Preis zu fragen. Inzwischen weiss ich, dass das Baguette überall 3000 kostet, Einheitspreis.



Robert, Kurzzeiter im ActionVIVRE Süd, Guinea

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