Aus kurz mach lang

2003 bekam ich die Gelegenheit, in Belém bei der brasilianischen Partnerkirche der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Rapperswil-Jona einen Kurzeinsatz zu machen. Zuerst zögerte ich, doch wagte es schliesslich.


Aller Anfang ist schwer

In Brasilien angekommen, merkte ich, dass meine Portugiesisch-Kenntnisse nicht so toll sind, wie ich dachte ... Zum Glück hatten der fünfjährige Junge meiner brasilianischen Gastfamilie und andere viel Geduld und wiederholten unermüdlich die mir so fremden Worte. Von ihnen lernte ich viel über die Kultur, was mir auch später sehr half.

Die Arbeit der lutherischen Kirche im Armenviertel Vila da Barca faszinierte mich. Zuerst konnte ich es nicht glauben, dass Menschen in so grosser Armut leben und es versetzte mich in ein Wechselbad der Gefühle. Im Projekt für Kinder mit Lernschwierigkeiten fühlte ich mich schnell wohl und merkte, dass ich ihnen nebst der schulischen Hilfe auch Liebe, Annahme, Interesse und Freundschaft weitergeben konnte. Hier traf ich zum ersten Mal in meinem Leben zehn- bis dreizehnjährige Kinder, die nicht lesen konnten. Mein Buchhändlerinnenherz war geschockt! Doch realisierte ich, dass meine Schweizer Schulbildung ein Riesengeschenk ist und mich befähigt, diese Kinder zu fördern.


Jetzt erst recht!

Nach vier Monaten in Brasilien konnte ich mich sprachlich ziemlich gut durchschlagen und es wurde mir klar, dass ich nicht weiter in der Schweiz Bücher verkaufen will, während es hier Kinder gibt, die nicht mal lesen können. Gegen Ende des Einsatzes lernte ich SAM-Mitarbeitende kennen und hörte von der Arbeit bei ProVIDA. Der Abschied von Belém fiel mir schwer – doch nur wenige Monate später war ich zurück! Diesmal als Lernhelferin für SAM-Mitarbeiterkinder. Danach war mir klar: Jetzt ist eine theologische Ausbildung dran. Um diese zu finanzieren, verkaufte ich nochmals zwei Jahre lang Bücher.

Die Zeit zwischen den Kurzeinsätzen und der Ausreise als Langzeit-Mitarbeiterin kam mir sehr lange vor: zwei Jahre Geld verdienen, drei Jahre Studium am tsc auf St. Chrischona und nochmals ein Jahr, bevor ich endlich ausreisen konnte. Zwischenzeitlich schlichen sich immer wieder Zweifel ein, ob ich wirklich zurück nach Brasilien soll. Doch rückblickend kann ich sagen, dass diese Vorbereitungsjahre nötig waren. Ich konnte im Jahr 2010 gut ausgerüstet und mit genügend finanzieller Versorgung als Langzeit-Mitarbeiterin von ProVIDA ausreisen.


Zeit ermöglicht Tiefe

Vieles erlebe ich nun anders als während den Kurzeinsätzen: Ich kann nicht nach sechs Monaten wieder zurück, das Heimweh ist manchmal stärker, das Leben in der Schweiz rückt in den Hintergrund. All das Neue, Aufregende wird mit der Zeit Alltag, Routine und manchmal sogar etwas mühsam. Die Kulturunterschiede empfinde ich stärker und merke manchmal, wie schweizerisch ich doch bin. Auch das exotische Essen verliert seinen Reiz.

Andererseits erlebe ich, wie Freundschaften sich durch die Jahre vertiefen, wie Leute aus «meiner» brasilianischen Familie zum Glauben kommen, sehe, wie die Arbeit von ProVIDA wächst, wie Kinderleben verändert werden und kann mich ins Team einbringen. Ich kann Kindern und Teenies das Lesen beibringen und ihre schulische Laufbahn mitverfolgen. Ich verstehe Zusammenhänge, spreche die Sprache immer besser und kann nun auch witzeln. Ich sehe Gottes Wirken und freue mich über die Früchte der Arbeit. UND: Ich habe genügend Zeit, um die über 40 verschiedenen Eissorten, die es in Belém gibt, auszuprobieren!


Debora arbeitete mehrere Jahre lang im PoVIDA in Brasilien

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