Brasilien

In alle Welt - auf verschiedenen Wegen

14.9.2021
|
5
Min.

Es gibt hier in Brasilien eine Spinnenart, die gelegentlich international auf Reisen geht. Unwissend für alle Beteiligten gelangt sie mit exportierten Bananenstauden in viele Teile der Welt. Das ist für mich ein Bild für die interkulturelle Arbeit. Letztendlich dienen die vielfältigsten «Verkehrsmittel» und die kreativsten Wege dazu, die gute Botschaft von Jesus Christus in alle Teile der Welt zu bringen, denn dieser Auftrag hört nicht einfach auf, nur weil die Umstände schwierig werden.

Neue Leidenschaft und Motivation

In diesem Jahr haben wir mit einem neuen Format für die Gemeindearbeit begonnen – dem sogenannten «Mission Lab». Diese Arbeit entspricht dem Ziel von ProVIDA, lokale Christen und Gemeinden zu mobilisieren. Dabei gibt es feste Gruppen von interessierten Leuten, die sich verpflichten, alle zwei bis drei Monate für eine Woche Teil einer Online-Gruppe zu sein, die sich täglich zum Austausch trifft, zu interaktiver Denkarbeit und zu Vorträgen rund um das Thema der Verbreitung der Guten Nachricht.

Dabei geht es ganz konkret darum, wie wir die frohe Botschaft von Jesus Christus heute weitergeben können. Und die Teilnehmenden sollen Ausbildung und Ermutigung für die Gemeindearbeit erhalten. Ausserdem können wir ihnen auf diese kreative Weise auch die Arbeit von ProVIDA näherbringen. Es war schön, das Feedback der Leute nach der ersten Woche zu hören. Viele sagten, wie sehr es sie im Glauben gestärkt und mit neuer Leidenschaft und Motivation erfüllt hat. Sie wollen es neu anpacken, die Gute Nachricht in ihrem persönlichen Leben und auch als Gemeinde weiterzugeben.

Eine Teilnehmerin schrieb: «Für mich war das Mission Lab unglaublich, es waren super lehrreiche Momente. Ich hatte die Gelegenheit, meinen Glauben zu vertiefen und mehr darüber zu lernen, wie ich ihn weitergeben kann. Es hat sich absolut gelohnt.»

Gemeinsam in der Bibel lesen und Jesus finden

Kleine Häuschen – grosse Geschehnisse

Im Stadtteil Jurunas, auf den wir uns konzentrieren, konnten wir weiterhin viele Hausbesuche machen und einige Familien nun schon monatelang mit wöchentlichen Besuchen begleiten. Bei diesen Treffen lesen wir in der Bibel, denken darüber nach, was das für das persönliche Leben bedeutet und beobachten die Veränderungen. Dona Socorro und ihre Mutter haben Jesus gefunden und sich für ihn entschieden. Daraufhin haben sie ihr Häuschen von den vielen Heiligenstatuen geleert und begonnen, selber regelmässig in der Bibel zu lesen. Kurz darauf starb die Mutter. Einige Nachbarinnen gaben Dona Socorro die Schuld. Der Tod der Mutter sei die Strafe, weil sie Maria und die Heiligen verraten habe. Doch Dona Socorro lässt sich nicht beirren. Ihre Freude an Gottes Wort und ihre Lernbereitschaft wachsen mehr und mehr. Mittlerweile holt sie auch ihre Verwandten dazu und sie hat bei sich zuhause eine kleine Bibelgruppe gegründet, damit ihre Familie die Gute Nachricht hören kann.

Es ist der Grossmutter ein Anliegen, dass die Enkel Gottes Wort lieb gewinnen

Noch mehr strahlende Kinderaugen

Knapp anderthalb Jahre lang musste sich der Kinderclub Guama zwischen den Häusern unter freiem Himmel treffen. Nun haben wir geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, was eine grosse Gebetserhörung ist. Wir sind sehr dankbar dafür und die Anzahl der teilnehmenden Kinder ist gewachsen. Ausserdem werden bald drei neue PePes (Vorschulklassen) eröffnet. Die Schulung der Mitarbeitenden hat bereits stattgefunden. Da es uns ein Anliegen ist, mit den örtlichen Gemeinden zusammenzuarbeiten, ist es immer eine Freude, wenn sich weitere Gemeinden dazu entschliessen, mit unserer Hilfe und Unterstützung so ein Projekt zu starten.

Der Kinderclub muss sich nun nicht mehr draussen treffen

Neue Hoffnung in der Zelle

In den Zeiten, in denen uns der Zugang zu den Gefängnissen verwehrt war, konnten wir zahlreiche Audio und Videobotschaften sowie persönliche Karten schicken. Ein Junge berichtete, dass so ein Brief für ihn ein Zeichen von Gott war. Es war genau die Botschaft, die er an diesem Tag in seiner Situation so dringend brauchte. Auch Edilene, von der unsere Mitarbeiterin Paula bereits berichtet hat, entwickelt sich positiv. Obwohl sie eigentlich schon wieder auf freiem Fuss sein könnte, wartet sie lieber noch eine Weile, um sich noch mehr von ihrem alten Leben distanzieren zu können. Sie will im Glauben wachsen und die neu eingeschlagene Richtung festigen. Sie möchte in Zukunft ganz bewusst Gutes in ihre Familie einbringen und sich um ihren jüngeren Bruder kümmern. Welch ein grosses Umdenken hat hier stattgefunden. Vieles durfte heilen und die Veränderung ist sichtbar.

Es gibt Hoffnung - für jeden Menschen

Wie geht es weiter?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, nationale Unterstützende zu finden. Unser Mitarbeitender Alex nutzt dafür insbesondere die Sozialen Medien. Bald startet die Aktion: «1 Real pro Tag für die Verbreitung der Guten Nachricht». Wenn wir es schaffen, dass 200 Personen ein Jahr lang täglich mindestens 1 Real beisteuern, können wir die Ausgaben der Gefängnisarbeit decken.

Dieses Jahr muss das ProVIDA beide Expat-Mitarbeitenden verabschieden. Paula H. und ich selber haben Belem verlassen. Das Team schrumpft, obwohl die Arbeit zunimmt. Wir legendas in Gottes Hand und danken euch für eure wertvolle Unterstützung!

Samuel T.

Adeus Samuel

Wir danken Paula und Samuel ganz herzlich für den engagierten Einsatz im ProVIDA und freuen uns sehr, dass sich Samuel für einen weiteren Einsatz in Asien vorbereitet. Wir wünschen beiden Gottes Segen auf ihrem weiteren Weg.

Beatrice Ritzmann, Länderverantwortliche

SAM global
Projekt unterstützenBeitrag drucken