Brasilien

Menschen verändern sich und blühen auf

15.3.2021
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5
Min.

Nach einer Zeit der Einschränkung durch die Corona-Pandemie pflegen die Mitglieder des ProVIDA-Teams wieder direkte Kontakte. Sie begleiten vielfach Menschen über längere Zeit, sei es durch regelmässige Besuche in den Jugendstrafanstalten oder in Jurunas, einem der schlimmsten Elendsviertel in Belém. Dort bilden sie Hausgruppen für Menschen, die offen sind für Gespräche und für Gottes Wort, und führen Aktivitäten durch wie Kinderclubs oder Fussballschulen. Sie treffen auf viel Elend, dürfen aber auch immer wieder erleben, wie sich Menschenleben mit Gottes Hilfe positiv verändern. Die folgenden Beispiele von verschiedenen Mitarbeitenden geben einen Einblick.

João hat es geschafft – mit Gottes Hilfe

Wir trafen João Paulo das erste Mal in einer Jugendstrafanstalt, wo er eine gewisse Zeit verbringen musste. Nach Beendigung der Massnahme blieben wir in Kontakt mit ihm und halfen ihm auf verschiedene Weise, mit seinem Leben als Ehemann und Vater von zwei Söhnen klar zu kommen. Inzwischen verkauft João Paulo in Bussen in Belém Süssigkeiten, die seine Frau produziert. Damit verdient er Geld und es ist ihm dann sogar gelungen, ein eigenes Haus und etwas Land zu kaufen. Seine Geschichte ist eine grosse Ermutigung für andere, damit sie Vertrauen fassen, dass Gott wirklich jedem Mensch helfen kann.

Man sieht João (Mitte) an, dass es ihm gut geht

Den guten Weg wählen

In einer Jugendstrafanstalt haben sich zwei Brüder entschieden, Jesus nachzufolgen. Der eine ist auf diesem Weg geblieben, der andere ist leider in das alte Leben von Gewalt und Verbrechen zurückgekehrt. Der gläubige junge Mann heisst Marcelo. Er war früher äusserst gewalttätig und hatte sogar versucht, seinen eigenen Bruder umzubringen. Danach verstiess ihn seine Familie. Nach seiner Hinwendung zu Jesus bereute er sein Verhalten und bat seinen Bruder um Vergebung. Marcello wird weiterhin vom ProVIDA-Team begleitet und ist daran, die Beziehungen in seiner Familie wieder aufzubauen. (Samuel)

Hand bieten zu Veränderung

Ein Segen für die Familie sein

Mehr als ein Jahr lang habe ich ein Mädchen namens Edilene im Gefängnis begleitet. Sie erzählte mir vieles über ihre Familie und besonders über ihren jüngeren Bruder, um den sie sich sorgte. Wie er hatte auch sie selber ungute Dinge getan, um die Aufmerksamkeit der Mutter auf sich zu ziehen, weil sie sich nach ihrer Zuwendung sehnte. Und so war sie an diesem Ort gelandet. Durch Gespräche und Gebet hat sich Edilene im Gefängnis verändert und sie möchte ihrer Mutter, ihrem Bruder und dem Rest der Familie helfen, damit sie wieder zusammenfinden können. Edilene bleibt auf eigenen Wunsch noch mindestens drei Monate in Haft, weil sie nicht riskieren will, in ihren alten Lebensstil zurückzufallen. Bereits hat ein gutes Gespräch mit der Mutter stattgefunden. Es ist schön zu sehen, wie Edilene im Glauben wächst und Gott gefallen und ihm dienen möchte. (Paula)

Das kann nur Gott bewirken

Wir haben berichtet, dass sich durch die Lebensmittelverteilaktionen viele Türen und Herzen im Armenviertel Jurunas geöffnet haben. So finden jetzt in verschiedenen Häusern regelmässige Treffen statt, wo Probleme und Nöte zur Sprache kommen, gemeinsam in der Bibel gelesen und gebetet wird. Auch die Familie von Milena nimmt regelmässig und voller Dankbarkeit an solchen Treffen teil. Milena war schwer belastet gewesen. Das war so schlimm, dass der Ehemann und die Mutter von Milena einem unserer Mitarbeitenden davon erzählten. Er ermutigte sie, eine Kirche zu besuchen und um seelsorgerliche Hilfe zu bitten. Tatsächlich kam es durch das Hören der Frohen Botschaft, durch Busse, Umkehr und Gottes Eingreifen zu einer eindrücklichen Veränderung und Befreiung bei Milena. Sogar ihre Stimme klingt jetzt anders und die Familie ist sehr glücklich.

In Hausgruppen Freud und Leid teilen und gemeinsam in Gottes Wort lesen

Unverständliches Leid

Auch Sheila nahm regelmässig an solchen Treffen teil, mit viel Interesse und Freude. Leider ist sie sehr plötzlich und unerwartet verstorben – wir wissen nicht warum. Sie hinterlässt zwei Kinder, die nicht auf die Hilfe ihres Vaters hoffen können. Die Schwester von Sheila hat sie aufgenommen, obwohl sie selber bereits drei Kinder hat und in einem kleinen Haus unter prekären Bedingungen lebt. Das Team von ProVIDA begleitet und unterstützt diese Familie weiterhin, sowohl materiell als auch seelsorgerlich.

Sheila (Mitte) ist leider unerwartet verstorben

Willkommene Verstärkung

Wir freuen uns, wenn wir Verstärkung bekommen, sei es auch nur für kürzere Zeit. So ist Aline aus dem Piauí zu uns gekommen – die Busfahrt dauerte 17 Stunden. Aline kam über eine Veranstaltung in Kontakt mit uns und wollte das Projekt kennen lernen und mitarbeiten. Als Lehrerin hat sie durch den Online-Unterricht im Moment flexiblere Arbeitszeiten und hilft während zwei Wochen im Projekt mit. Wir wünschen uns natürlich, dass wir durch solche Kurzeinsätze auch Mitarbeitende für längere Einsätze gewinnen können, denn der Bedarf ist nach wie vor gross.

Mario P.F., Projektleiter

Kurzzeitmitarbeiterin Aline
SAM global
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