Brasilien

Solide Grundlage und Förderung

29.9.2021
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5
Min.

Das Projekt ProSERTÃO hat drei Schwerpunkte: Personen und Gemeinden mobilisieren, um den Bewohnenden der Dörfer im Sertão-Gebiet die frohe Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben. Zweitens Kinder, Mitarbeitende und Leitende fördern und ausbilden. Und der dritte Punkt ist die Sensibilisierung zur Verbesserung der Lebensgrundlagen. In dieser Ausgabe der NEWS berichten wir über den Bereich der Förderung und Ausbildung.

Unterricht für Kinder trotz Corona

Mit Förderprogrammen haben wir Kinder in verschiedenen Sertão-Dörfern schulisch unterstützt und ihnen biblische Werte vermittelt. Dann begann vor rund anderthalb Jahren die Corona-Pandemie, die auch hier das Leben total auf den Kopf gestellt hat. Kaum hatte das Schuljahr im März 2020 begonnen, mussten die Schulen wieder geschlossen werden. An verschiedenen Orten haben wir versucht, die Kinder im Alter vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse in kleinen Gruppen zu begleiten. Wir haben Aufgaben ausgearbeitet, die wir dann ausgedruckt und an die Kinder verteilt haben. In Lagoa Preta beispielsweise kamen die Kinder dann einzeln, zu zweit oder zu dritt in die Stube von Mayra, um die Aufgaben korrigieren zu lassen. Mayra und ihr Mann Eduardo entschieden sich vor etwa fünf Jahren, Jesus nachzufolgen und sie haben uns bei den Aktivitäten mit den Kindern sehr unterstützt.

Vertiefung der eben gelernten Lektion

Wie geht es weiter?

So ging das eine gewisse Zeit, aber im neuen Jahr wurden wir dann mit (zu) vielen Fragen konfrontiert: Was müssen wir tun, um alles entsprechend der Corona-Massnahmen zu organisieren? Wie gehen wir mit den Ängsten der Eltern um? Haben Mayra und Eduardo noch genug Kapazität für die Gruppen? Und die Finanzen? – Es wurde uns klar, dass wir so nicht weiterfahren konnten und wir begannen, neue Wege zu suchen. Gott hat uns dann die Idee von Kindernachmittagen gegeben.

Viel Freude und positive Auswirkungen

Wir stellten ein Team von etwa sieben Personen zusammen und bieten nun zwei Mal im Monat einen Kindernachmittag an. Wir benutzen dabei bestehendes Material (Atuaçāo-Global), das wir an unsere Realität anpassen. Dieses Material baut auf sieben geistlichen Prinzipien auf, beispielsweise das Prinzip, dass wir ernten, was wir säen, oder Themen wie: «Du bist einzigartig», «Gute Verwalter werden» usw. Wir unterrichten also nicht mehr die schulischen Fächer wie Mathematik, Sprache oder Naturkunde, sondern es geht uns mehr um das geistliche Fundament für die Kinder.

Die Kinder erhalten wichtige Grundlagen für ihr Leben

Jedes Mal sind über 20 Kinder dabei. Sie hören eine biblische Geschichte und anschliessend besprechen wir, in nach Alter aufgeteilten Gruppen, wie das im praktischen Leben umgesetzt werden kann. Wir singen, beten, spielen und essen einen kleinen Zvieri. Jedes Kind wird darin bestärkt, praktische Schritte im Glauben zu wagen. Die Reaktionen der Kinder sind sehr ermutigend. Beispielsweise merken wir bei den grösseren Buben, wie Gott in ihrem Leben wirklich Realität wird und sie den Wunsch haben, mit ihm zu leben. Das freut uns natürlich sehr. Es kam die Frage auf, ob wir für sie eine Teenie-Gruppebilden könnten, da sie etwas unterfordert sind. So planen wir im Oktober mit einer Teenie-Gruppe zu starten, die parallel zum Kindernachmittag stattfinden wird. Wir staunen über die Entwicklung in diesem Dorf. Gerne würden wir so ein Projekt auch in anderen Dörfern umsetzen, aber es mangelt an Leitenden, die selber in diesen Dörfern wohnen. Aber wir sind überzeugt, dass Jesus einen Weg findet wird, um auch Kinder und Teenies aus vielen anderen Dörfern mit seiner guten Botschaft zu erreichen.

Susanne B.

Dienen und multiplizieren

In der Gemeinde in Barras werden Mitarbeitende durch Tageskurse für ihren Dienst ausgebildet. Diese Kurse finden einmal pro Monat statt und bis jetzt konnten wir schon acht solche Tage durchführen. Im Schnitt sind es 20 Teilnehmende, gut die Hälfte von ihnen kommt aus Inlanddörfern. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem ganzheitlichen Dienst an Familien und Einzelpersonen. Ein Gebetsanliegen ist es, dass noch mehr Jugendliche oder junge Erwachsene daran teilnehmen. Wir wünschen uns, dass sie als Multiplikatoren mit der besten Botschaft in den Dörfern des Sertão unterwegs sind. Und es ist unser Ziel, dass sich in möglichst vielen Dörfern eine Gruppe von Menschen, die Jesus nachfolgen, regelmässig und selbstständig trifft. Und dass sie beten, Leute besuchen, benachteiligten Menschen helfen, die Frohe Botschaft am Ort und in der Umgebung weitergeben und andere Menschen in der Nachfolge Jesu anleiten und begleiten.

Martin B.

Kurse an verschiedenen Orten mit engagierten Teilnehmenden

Der CMM–Kurs, in dem Leitende während drei bis vier Jahren für den Gemeindedienst und die transkulturelle Arbeit ausgebildet werden, läuft gut. Im Mai dieses Jahres konnte der Kurs mit sechs Studierenden in den Räumlichkeiten vom PróSERTÃO durchgeführt werden.

Kurs im Geäude des PróSERTÃO

Im Juni fand der gleiche Kurs in Canto do Buriti (500km von Teresina entfernt) mit 12 Studierenden statt. Im August wurde ausserdem für die Ausbildner am CMM eine Ausbildungssequenz mit T-Link, einer Partnerorganisation von PróSERTÃO, durchgeführt. Es handelt sich dabei um einen Masterkurs für biblische Leiterschaft. Ich bin, zusammen mit den anderen drei CMM– Ausbildnern, sehr ermutigt zurückgekehrt. Unsere Vision wurde gestärkt, dass im Sertão Gemeinden wachsen, in denen biblische Leiterschaft gelebt wird. Ebenfalls im August wurde der CMM–Kurs in Imperatriz (900km von Teresina), im Bundesstaat Maranhão durchgeführt. 12 Studierende nahmen daran teil. Mit dabei waren auch Gaststudierende aus einer christlichen Reha in der Nähe. Es handelt sich dabei um Menschen, die zum Glauben an Christus gekommen und von Suchterkrankungen frei geworden sind. Diese Zusammensetzung der Kursteilnehmenden war für alle eine grosse Bereicherung.

CMM-Kurs in Imperatriz

Im September wird der CMM–Kurs in Jussara im Bundesstaat Bahia durchgeführt werden.

Anderson B., Verantwortlicher für den Bereich Ausbildung

Wir sind Gott dankbar für all diese Möglichkeiten, wo Mitarbeitende ausgebildet werden und junge Menschen eine gute Grundlage und Förderung erhalten, um zu gesunden Menschen und tüchtigen Mitarbeitenden heranzuwachsen. Danke für eure Unterstützung.

Martin und Susanne B.

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