Schweiz

Begegnen und Teilen

17.12.2020
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5
Min.

Liebe ProCONNECT-Interessierte und -Freunde

Was macht es aus, dass wir Begegnungen mit anderen Menschen schätzen? Gute Gespräche in einer angenehmen Atmosphäre? Ein gemeinsames Essen? Physische Nähe? Ja bestimmt! Und wie gelingen gute, interkulturelle Begegnungen? Viele Menschen aus orientalischen, afrikanischen und südamerikanischen Ländern kommen aus gemeinschaftsgeprägten Kulturen. Das heisst: zusammensitzen, reden, essen, etwas unternehmen usw. ist für sie überlebenswichtig. So einschneidend die Schutzmassnahmen vor Covid-19 für uns Schweizer sind – sie sind es noch viel mehr für unsere Mitmenschen mit Migrationshintergrund.

Sitzungen laufen via Zoom

Wie leben wir in Zeiten von Corona solche «lebenswichtigen» Beziehungen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen in unserem Umfeld?

Diese Frage stellten wir uns im Mai in der sozial-diakonischen Arbeit Linde von Chrischona Zürich (www.linde-treff.ch). Welches Ziel haben wir mit unseren verschiedenen Treffen? Darüber mussten wir nochmals nachdenken und wir merkten: Es geht um «Begegnen und Teilen». Einander auf Augenhöhe begegnen und teilen, was wir haben, zum Beispiel: Zeit, einen Raum, Essen, Fragen, unsere Geschichten, unseren Glauben, ein persönliches Anliegen. Jeder kann etwas empfangen, jeder kann etwas geben. Tönt ideal und wird da und dort real. Wir haben uns entschieden, auch wenn die gemeinsamen Abendessen mit Buffet vorläufig nicht möglich sind: Wir müssen Begegnungen – mit allen nötigen Schutzmassnahmen – ermöglichen. So öffneten wir die drei Angebote wieder. Und die Leute kommen gerne, fast jedes Mal auch neue. Auch wenn nun Gespräche mit Maske und Abstand etwas kompliziert sind – sie sind möglich und werden sehr geschätzt.

Begegnungen ermöglichen trotz Abständen

Welche Hoffnungen, die tragen, haben wir? Und wie teilen wir diese mit anderen?

Diese Frage stellten wir uns ebenso. Und wir entschieden uns, ein neues, monatliches Angebot anzubieten: die Hoffnungsabende. Es geht dabei um den Glauben an Gott, den wir zur Sprache bringen. Jedes Mal gibt es eine Pantomime, eine Person erzählt ein persönliches Erlebnis mit ihrem Glauben, wir hören eine biblische Geschichte und führen Diskussionen an den Tischen. Es gibt Übersetzungen auf Arabisch und Farsi, wenn nötig auch auf Englisch. Diese Anlässe sind aber nur möglich, weil ein Miteinander von Menschen aus verschiedenen Kirchen, Nationen und Generationen dahintersteht.

Flyer Hoffnungsabende

Wichtiges ging verloren – aber es gibt auch einen Gewinn!

Um Hoffnung ging es auch bei den «together20»-Anlässen vom 27. und 28. November mit Yassir Eric aus Deutschland – mit Schweizern und Migranten. Sie sind die Folge der beiden Veranstaltungen vom November 2019 in Winterthur, die ProCONNECT organisiert hat. Nun steht ein breiter abgestütztes Netzwerk aus verschiedenen Werken, Kirchen und Denominationen hinter den Veranstaltungen.

Yassir Eric, Redner am together20

Die Corona-Pandemie hat die Planung der «Night of Hope20» und der «together20»-Schulungskonferenz durcheinandergebracht. Die Anlässe konnten nicht live stattfinden. Dadurch ging etwas Wichtiges verloren: die persönlichen Begegnungen, das Vernetzen mit Gemeindemitarbeitenden aus internationalen und Schweizer Kirchen. Aber wir sind sehr dankbar, dass eine rasche Umstellung auf Online-Übertragung möglich wurde. Und – durch diese Änderung konnten wir Übersetzungen in mehr Sprachen ermöglichen als ursprünglich geplant. Auch wurden die Schulungskonferenz und die «Night of Hope20» mit den evangelischen Netzwerken der Romandie verbunden. Wir freuen uns, dass beide kompakten Anlässe nun schweizweit von viel mehr Menschen angeschaut werden können. Beide Übertragungen bleiben auf den jeweiligen Webseiten verfügbar: www.nightofhope20.ch und www.together20.ch. Sie können jederzeit nachgeschaut werden. Wir wünschen uns vielfache Auswirkungen unter Einheimischen und Zugezogenen! Und wir hoffen, dass Kirchen und Gemeinden dadurch reich beschenkt werden. Denn, wie es auf der Webseite von «together20» heisst:

Wir haben einen Traum

Schweizer und Migranten bauen die Kirche der Zukunft gemeinsam! Sie entwickeln integrierende Modelle und stärken einander. Sie bauen Barrieren und Ängste ab und überwinden Hindernisse. Sie machen sich gemeinsam auf den Weg, damit die Kirche der Schweiz fit ist für die Zukunft und relevant wird für die Gesellschaft!

Als ProCONNECT wollen wir dazu beitragen! Wir haben ermutigende Reaktionen auf die «Night of Hope20» erhalten. So hat eine junge Frau aus dem Orient, die nun in Zürich lebt, mein WhatsApp mit dem Link der «Night of Hope20» erhalten und die Übertragung auf Englisch geschaut. Ihr Kommentar danach: «It’s amazing!» Unser Kontakt geht weiter, wir werden miteinander über diese wunderbare Hoffnung sprechen.

Auch im neuen Jahr kommen wir von ProCONNECT gerne zu Besuch in Gemeinden. Wir teilen unser Anliegen und unsere Erfahrungen und ermutigen zu Begegnungen mit Menschen aus fremden Kulturen. Nähere Informationen: rahel.strahm@sam-global.org
Die nächste Konferenz, together21, ist am 26. & 27. November 2021 in Biel geplant!

Herzlichen Dank für alles Interesse und die Unterstützung der Arbeit von ProCONNECT.
Rahel Strahm, Leitunt ProCONNECT

Rahel Strahm
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