Guinea

Ich bin bei dir, wohin du auch gehst

10.12.2020
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3
Min.

Eine lange Reise ...

Nach intensiven letzten Wochen gibt es so viel zu erzählen. Ich beginne ganz zuvorderst. Am Mittwoch 25.11.2020 startete ich in mein Guinea Abenteuer. Insgesamt war ich rund 16h unterwegs. Ich bin sehr dankbar für eine absolut problemlose Reise. Eigentlich wäre geplant gewesen, dass wir bereits am Freitag weiter in den Süden reisen würden, dies verzögerte sich aber um knapp eine Woche:)

Die fünf Sinne ...

So verbrachten wir die erste Woche in Conakry, einer Stadt die nach ihren eigenen Regeln und Systemen funktioniert. Da sind so viele neue Eindrücke, Gerüche, Geräusche, spannende, kuriose, aber auch bewegende Bilder. Es braucht viel Zeit, Energie und vor allem Geduld, um in dieser für mich so neuen Welt anzukommen.

Die Reise geht noch weiter ...

Rund eine Woche nach meiner Ankunft war alles bereit, um die Fahrt an unseren Einsatzort in Kissidougou in Angriff zu nehmen.

Unser Geländewagen führte uns über Landschaften, die in Guinea «Strasse» genannt werden.

Hin und wieder meldete sich ein Magen und so waren wir alle froh, nach 14h Fahrzeit endlich «zuhause» angekommen zu sein.

Home is, where the Mayonnaise is?!

Mein Zuhause für die nächsten 5 Monate ist eine kleine Stadt im Süden Guineas mit knapp 140'000 Einwohner. Man fühlt sich aber wie in einem Dorf. Zusammen mit zwei anderen Kurzzeitmitarbeiter lebe ich in einer WG. Wir leben einfach, haben aber eigentlich alles was wir brauchen. Bis jetzt vermisse ich vor allem gute Mayonnaise. Nebst uns, besteht unser Team aus zwei Schweizer Familien, welche längerfristig hier sind. Ich fühle mich wohl hier und schätze meine kleine, aber gemütliche 3mx3m-Kammer. Die grösste Herausforderung ist für mich im Moment die Sprache. Sowohl im Team als auch mit den Einheimischen ist französisch angesagt. Wer meine Franznoten aus den Schulzeiten kennt, versteht mich :)

Es läuft etwas!

Was ich bereits nach kurzer Zeit merke, hier bist du nie alleine. Es läuft immer etwas. Zum Fussballspielen findest du locker eine ganze Mannschaft, Besuche zu jeder Zeit sind hier so normal wie Schafe auf der Strasse, überladene Autos und korrupte Beamte. Ruhig ist es hier nie. Schreiende Kinder, feiernde Nachbarn, ungeduldige Hupen, die vielen Moscheen, Tiere und viele andere Geräusche gehören hier einfach dazu.

«Work work work»

Weiter durfte ich mit meiner täglichen Arbeit starten. Ich arbeite in einer Werkstatt, wo junge Guineer als Landmaschinenmechaniker ausgebildet werden. Ich versuche, ihnen die Basics der Elektrotechnik beizubringen und profitiere dabei selbst wohl am meisten. Hier lernt man, alles Mögliche zu Flicken und mit dem wenigen, was man an Material und Ausrüstung zur Verfügung hat, scheint doch fast alles möglich zu sein. Dennoch hätte ich nichts gegen eine Landi im Nachbarsdorf :)

Co...was?

Trotz Momenten, in denen ich immer wieder heraus- und überfordert bin, geht es mir gut. Ich bin in einem tollen Team gelandet, habe liebe Mitbewohner und komme immer besser zurecht. Ich geniesse die Absenz von Corona, Töff-Ausfahrten über Holperpisten und den afrikanischen Umgang mit der Zeit. Hier hat keiner Stress, das ist irgendwie ziemlich cool. Auch die vielen Nachrichten aus der Schweiz sind immer wieder ein Highlight und freuen mich sehr!

Ich wünsche euch von Herzen schöne Weihnachten!

An meine Arbeitskollegen: Geniesst es, wenn man Schrauben auf Vorrat hat :)


Herzliche Grüsse

SÄMI

Sämi mit einem anderen Kurzzeiter und guineischen Kids


aus dem NEWSLETTER Dezember 2020

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