Schweiz

Menschen in Not – (k)ein Alltagsproblem

17.8.2021
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5
Min.

Dieser Artikel ist Teil der SAM Focus Ausgabe 03/2021:

Tabea Oppliger hat mit ihrem sozialen Unternehmen vielen Menschen eine zweite Chance gegeben. Dadurch wurden Leben verändert, sie hat Mut bewiesen und Grenzen wurden überwunden. Als «Machertyp» scheint ihr dies in die Wiege gelegt zu sein. Wie «Grenzen überwinden» möglich wird und wir Menschen in Not im Alltag begegnen können: Tabea Oppliger (war) im Gespräch mit Luisa Vonarburg:

Offenheit und Nächstenliebe sind für Tabea Oppliger der Inbegriff des alltäglichen Lebens. Schon ihre Eltern hatten für Fremde immer einen Platz am Tisch. «Es gab kaum eine Mahlzeit ohne Gäste», sagt die dreifache Mutter. Die vorgelebte authentische Nächstenliebe hat in vielen Leben einen Unterschied gemacht. «Es war inspirierend und ein Privileg, damit gross zu werden. Ich habe etwas bekommen, das gebe ich nun weiter.»

Tabea ist überzeugt:

«Wenn jemand einfach mal anfängt zu machen, dann ziehen viele nach. Es muss halt nur eine/r den Anfang machen.»

Um Grenzen zu überwinden, reiche es aus, bei Leuten nachzufragen, was sie brauchten. Nur sei das schon der Punkt, wo viele scheitern würden: «Die Leute sind zu beschäftigt, so auf sich konzentriert, dass sie die Not der anderen gar nicht sehen.» Ermutigend sei für sie, dass man nicht mal etwas besonders gut können oder haben müsse, um zu geben. Um die unsichtbaren Grenzen der Not überschreiten zu können, gehören aus ihrer Sicht Mut, offene Augen und ein kleines Ego zu den entscheidenden Faktoren. «Wenn ich von meinen Kindern wissen will, was ihnen fehlt, gehe ich auf die Knie, begebe mich auf ihre Augenhöhe und frage nach. So simpel ist es mit Fremden in Not», sagt sie und fügt an: «Du kannst nicht mehr, als du kannst.»

Aktiv werden mal anders

Als in Tabea vor sieben Jahren die Idee für ein soziales Unternehmen heranwuchs, hatte sie nur ein kleines Teil des Puzzles vor sich – im übertragenen Sinn. Sie hatte die Wahl, aus dem Puzzle ein ganzes Bild entstehen zu lassen oder es bei dem einen Teil zu belassen. Am Anfang hatte die Angst die Oberhand. Doch mehr und mehr hat sich Tabea mit dem Thema auseinandergesetzt, Fakten gesammelt und bewusst keine Berührungsängste zugelassen. So war es möglich, den ersten Schritt zu machen.  

Auch heute noch ist es Tabea ein Anliegen, dorthin zu gehen, wo niemand hin geht – zu sehen, was wenige sehen möchten. Auf die Frage, wie das möglich sei, meint Tabea:

«Nur wenn wir wie Jesus jeden Morgen Zeit in der Stille verbringen und hinhören.»

In diesen stillen Zeiten bekommt Tabea «Anliegen» aufs Herz, die sie dann mit in den Alltag nimmt und bestmöglich umsetzt. Dies erleichtert es ihr, nicht an Menschen in Not vorbeizuhetzen.

Was viele nicht wissen

Man müsse nicht alle Antworten kennen und könne und solle sich auch Hilfe holen. Es sei okay und gut, zu seinen eigenen Grenzen zu stehen. Menschen bedingungslos zu begegnen und sie zu lieben, sei eben ein Prozess. Learning by doing. Fehler zu machen ist kein Versagen, sondern eine Lehre. Das weiss Tabea aus eigener Erfahrung:

«Setze deine Talente ein, öffne Augen und Mund – aber es geht nicht um dich. Es geht darum, den/die Nächste/n zu lieben wie sich selber – um Grenzen zu überwinden und Leben zu verändern.»

Tabea Oppliger (Quelle: Facebook)

«Mitten im Schmelztiegel Tel Aviv/Israel setzt Tabea sich mit ihrem Social Business "KitePride" und ihrer Non-Profit-Organisation "GlowbalAct" für gepeinigte Menschen ein. Mit jeder Zeile dieses Buches werden die Leserinnen und Leser herausgefordert, selbst aktiv zu werden, die eigene Berufung zu entdecken und einfach mal anzufangen. Damit auf Hashtags Taten folgen und aus Träumen gelebte Wirklichkeit wird.» Quelle: Fontis

Gewinne eins von drei Büchern von Tabea Oppliger

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Einsendeschluss: 23.9.2021 an SAM global, Wolfensbergstrasse 47, 8400 Winterthur / winterthur@sam-global.org

Die Bücher wurden von Tabea Oppliger gesponsert. Vielen Dank!

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Luisa Vonarburg
Kommunikation SAM global
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