Guinea

Jede Ernte – ein kleiner Sieg

28.11.2018
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Min.

«Hilfe für das Waisenkind, die im rechten Moment ankommt»

Ich heisse Jonas Théa. Nach meinem Biologiestudium kam ich 2011 zu ProAGRO. Dort erhielt ich eine umfassende landwirtschaftliche Ausbildung und lernte neue Techniken kennen, die hier, wo 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, noch nicht bekannt waren. Jetzt bin ich als Kursleiter und Berater für Landwirtschaft in der Region unterwegs, in der ich aufgewachsen bin. Insgesamt arbeiten 24 Kursleiter und Kursleiterinnen bei ProAGRO. Unser Ziel ist, die Ernährungssituation und die wirtschaftliche Entwicklung hier zu verbessern – in einem Land, das zu den ärmsten der Welt zählt und in dem die Nahrungsmittelversorgung eines der grössten Probleme darstellt. Dafür reise ich umher und schule Gruppen von Bäuerinnen und Bauern darin, wie sie ihr Land besser bewirtschaften und höhere Erträge erzielen können. Unsere Methoden ermöglichen zudem eine Reduktion der Produktionskosten, die vielerorts viel zu hoch sind, und des grossen Arbeitsaufwandes. Ausserdem bleibt die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten. In meiner Präfektur arbeiten bereits über die Hälfte der Reisproduzenten mit dieser neuen Technik! Die Erträge stiegen von einer Tonne pro Hektare auf vier Tonnen. Die Leute schätzen die Verbesserungen sehr. ProAGRO wird hier «Telibalo» genannt, was übersetzt «Hilfe für das Waisenkind, die im rechten Moment ankommt» bedeutet – das Projekt hat den Menschen viele Sorgen genommen. Jährlich führen wir rund 300 Kurse durch. Daneben hilft ProAGRO der Bevölkerung beim Verwalten der Erträge. Wir initiieren sogenannte Getreidebanken, wo die Bauern einen Teil der Ernte gemeinsam lagern. In schwierigen Zeiten können sie auf diese Reserven zurückgreifen. Ein weiteres Anliegen von ProAGRO ist die Verbesserung der Ernährung: Die meisten traditionellen Speisen sind sehr arm an Proteinen, was vor allem bei Kindern zu Mangelerscheinungen führt. Mit dem Anbau von Soja und Moringa sowie Schulungen, wie diese Zutaten beim Kochen verwendet werden können, möchte ProAGRO die Gesundheit und Entwicklung verbessern. In allen Bereichen arbeiten wir mit der evangelischen Kirche von Guinea zusammen, die das Projekt wo immer möglich unterstützt. Jonas Théa, ProAGRO, Guinea

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