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Republik GUINEA

République de Guinée

 
 
 
 
  • Fläche: 245 857 km²  – 6 x so gross wie die Schweiz

  • Bevölkerung: 10.5 Millionen (je nach Quelle bis zu 13 Millionen)

  • Sprache: Französisch, zusätzlich 31 einheimische Sprachen

  • Regierungssystem: Präsidiale Republik

  • Religionsgruppen: 88 % Muslime, 7 % Animisten, 5 % Christen

  • Grundnahrungsmittel: Reis mit Saucen (bspw. Blättersauce), viele tropische Früchte.

Besonderheiten

Vor 2014 war Guinea vielerorts unbekannt – doch mit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie von 2014 bis 2016 änderte sich das schlagartig. Guinea ist heute zudem eines der Länder, aus dem am meisten Migrantinnen und Migranten in die Schweiz kommen.

 

Situation im Land

Guinea wurde 1958 von Frankreich unabhängig. Danach folgten turbulente Jahre mit einer kommunistischen Diktatur, einem Putsch und einer Militärregierung. Heute ist die Situation in Guinea bis auf vereinzelte Demonstrationen und ethnische Rivalitäten meistens vergleichsweise friedlich. Wirtschaftlich leidet Guinea jedoch an der allgegenwärtigen Korruption, die verhindert, dass die Bevölkerung vom Rohstoffreichtum des Landes profitieren kann. Viele Bereiche, so auch die Grund- und Berufsbildung, sind sehr schlecht ausgebaut. Durch die Ebola-Epidemie wurde das ohnehin schon fragile Gesundheitswesen zusätzlich geschwächt.

Die Infrastruktur (Strassen, Wasser- und Elektrizitäts-Versorgung, Entsorgung von Abfall, Abwassersystem etc.) ist in einem prekären Zustand und vielerorts komplett inexistent.

Die grössten Probleme:

Armut, Ausbildung und Gesundheitsversorgung

47 % der Bevölkerung Guineas leben unter der Armutsgrenze. Auf dem Human Development Index (Index der menschlichen Entwicklung, kurz HDI) belegt Guinea den 183. Platz von 188 Nationen. Weniger als 30 % der Guineerinnen und Guineer können lesen und schreiben. Das sind verheerende Zustände – und es gibt kaum Aussicht auf Besserung: Das Schulsystem ist ungenügend, Ausbildungsmöglichkeiten gibt es ausserhalb von Gymnasium und Universität, was viele nicht schaffen, viel zu wenige – und so herrscht vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Perspektivenlosigkeit. Das grosse Ziel vieler Jugendlichen ist daher, nach Europa zu kommen oder, falls dies nicht möglich ist, in die überfüllte Hauptstadt Conakry zu ziehen.

In vielen Dörfern gibt es überhaupt keine medizinische Versorgung und die Reise bis zum nächsten Spital kann mehrere Tage dauern. AIDS und Tuberkulose sind weit verbreitet. Viele Leute sterben an Krankheiten, die in Europa längst heilbar sind. Oft fehlt es an Wissen über Krankheiten und geeigneten Präventionsmassnahmen. Für das Gesundheitswesen sind kaum Finanzen vorhanden. Guinea zählt zudem zu den Ländern mit der höchsten Quote an Genitalverstümmelungen: 97 % der Frauen sind gemäss Terre des Femmes beschnitten.


Glaube und Religion

Ein Grossteil der Guineer sind Muslime und den meisten Ortschaften steht eine Moschee. Daneben ist in Guinea die animistische Weltanschauung weit verbreitet und wirkt sich auf viele Lebensbereichen aus: Statt zum Arzt geht ein Guineer mit einem kranken Kind zum Beispiel oft zu einem Zauberdoktor, da er glaubt, dass der Grund für die Krankheit in der unsichtbaren Welt liegt. Zudem ist die Angst vor Geistern überall und ständig präsent.

Eine Folge dieser beiden Religionen ist der Fatalismus: Da sie glauben, dass alles von der unsichtbaren Welt vorbestimmt ist, wird wenig Verantwortung für das für das eigene Leben übernommen – wenn etwas nicht klappt, dann wollte Allah oder die Geisterwelt das nicht. Das führt dazu, dass sich viele bei Misserfolg schnell entmutigen lassen und kaum Veränderung anstreben.

Rund 5 % der Bevölkerung nennen sich Christen, ca. 2 % davon sind katholisch. Obwohl offiziell Religionsfreiheit herrscht, werden Muslime, die sich für das Christentum entscheiden, oft ausgegrenzt und verfolgt. 
 

SAM global in Guinea

Ende 1981 trafen die ersten SAM global-Mitarbeitenden in Guinea ein, um in einer abgelegenen Kleinstadt auf Einladung der Regierung ein Pionierprojekt zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose zu starten. Das Projekt dehnte sich auf die ganze Waldregion Guineas aus und andere Teilprojekte kamen dazu – zum Beispiel Basismedizin, Augenarbeit, Rehabilitation von behinderten Leprapatienten und Bekämpfung von HIV/AIDS. In der Hauptstadt Conakry entstand zudem ein Gästehaus und ein Büro für Administration.

2001 wurde das Projekt ActionVIVRE gestartet, das vor allem unter dem Volk der Peul in Mittelguinea arbeitet. In Zusammenarbeit mit der Kirche engagiert sich SAM global zudem in den Bereichen Pastorenausbildung, Arbeit unter Kindern und Jugendlichen und Alphabetisierung.

Guinea ist heute das Land mit den meisten Projekten und Mitarbeitenden von SAM global.

 

Projekte in Guinea

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